Wettanbieter mit Skrill 2026: So funktioniert die E-Wallet bei Swisslos, Loterie Romande und ausländischen Buchmachern
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz mit Skrill eine Wette platzieren will, landet bei der nüchternen Frage, welche Anbieter überhaupt Skrill akzeptieren, und stösst sofort auf die Eigenheit dieses Marktes: Sportwetten sind hier zwei Veranstaltern vorbehalten, Swisslos und Loterie Romande, und ob einer von ihnen die E-Wallet als Zahlungsweg führt, sagt allein deren Website. Wer mit Skrill einzahlt, ist in der Praxis meist auf ausländische Wettseiten ohne Schweizer Bewilligung angewiesen, mit allen Folgen, die das für Spielerschutz, Auszahlung und Steuer mit sich bringt.
Stand: Oktober 19, 2026. Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos (Version 4.2), das Réglement Général der Loterie Romande (24. Ausgabe) und die Gebührenordnung von Skrill.
Die besten Wettanbieter mit Skrill im Überblick
Die Suche nach den «besten Wettanbietern mit Skrill» führt in der Schweiz unweigerlich zu einer Zweiteilung: zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, und eine lange Liste ausländischer Marken ohne diese Bewilligung. Beide Gruppen werden im Folgenden nach denselben Kriterien eingeschätzt, aber ihre Ausgangslage ist grundverschieden.

Vergleich der Wettanbieter mit Skrill
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Ausländische Wettseiten mit Skrill | Neine | Fremde Lizenz (Malta, Curaçao, Deutschland u. a.); ohne Geltung in der Schweiz |
Die Tabelle zeigt die entscheidende Bruchlinie: Die beiden Schweizer Veranstalter besitzen eine Bewilligung der Gespa, die ausländischen Marken nicht. Eine Malta- oder Curaçao-Lizenz hat hier keine rechtliche Kraft, das schreibt Art. 4 des Geldspielgesetzes (BGS) fest. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat kein Anrecht auf das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht und im Streitfall keine Schweizer Anlaufstelle.
Für Spielerinnen und Spieler heisst das: Wer in der Schweiz wettet, wettet bei Swisslos oder Loterie Romande, oder bei einem Anbieter ohne Bewilligung. Eine dritte, legale Zwischenstufe existiert nicht.
Skrill als E-Wallet: Grundlagen und Funktionsweise
Skrill ist eine E-Geld-Instituts-Lösung mit Sitz in London, die 2001 unter dem Namen Moneybookers an den Start ging und seit 2010 den heutigen Namen trägt. Betreiber ist die Skrill Limited, ein britisch reguliertes E-Geld-Institut. Seit August 2015 gehört die Skrill Group vollständig zur Paysafe Group, die damals noch Optimal Payments Group hiess.

Im Kern funktioniert Skrill wie ein digitales Portemonnaie: Geld wird vom Bankkonto, per Karte oder über andere Wege auf das Skrill-Konto geladen, von dort an Händler oder Wettanbieter überwiesen, und Gewinne oder Restguthaben lassen sich wieder auf ein Bankkonto auszahlen. Der Vorteil: das Bankkonto bleibt dem Wettanbieter verborgen. Der Nachteil: jede Bewegung über die E-Wallet kostet eine Gebühr, und die Auszahlung auf das Bankkonto gehört zu den teureren Posten.
Skrill und der eigene Name
Die Schweizer Veranstalter zahlen Guthaben und Gewinne ausschliesslich auf ein Konto aus, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet. Art. 50 Abs. 2 der Verordnung über Geldspiele (VGS) schreibt diese own-name-Regel verbindlich vor. Skrill-Konten sind ebenfalls nur auf den eigenen Namen registrierbar, lassen sich aber nicht direkt als Empfängerkonto verwenden, wenn der Wettanbieter explizit ein Schweizer Bank- oder Postkonto verlangt. In diesem Fall führt der Weg über eine Auszahlung von Skrill auf das eigene Bankkonto, und die anfallenden 2,80 % fallen an.
Rechtliche Lage: Wer darf in der Schweiz Sportwetten anbieten?
Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019, regelt, was auf dem Schweizer Sportwettenmarkt erlaubt ist. Die zentrale Bestimmung: Online-Sportwetten sind ein Grossspiel und benötigen eine Veranstalterbewilligung sowie eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, Swisslos und die Loterie Romande. Eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat hier keine Geltung.
Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Sie führt das Sperrregister, prüft die Gesuche und beaufsichtigt die Veranstalter. Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, ist für Casinos zuständig, nicht für Sportwetten.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Eine ausländische Lizenz, ob aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land, hat in der Schweiz keine Kraft. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Spielerinnen und Spieler werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keinen Schweizer Spielerschutz, keine Schweizer Sperrliste, keine Schweizer Beschwerdestelle.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter via DNS blocken (Art. 86–93 BGS). Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Blockierte Domains tauchen allerdings rasch unter neuen Adressen wieder auf, ein Phänomen, das die Gespa als «Domain-Hopping» bezeichnet und in dem sie unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365 nennt.
Die ehrliche Einordnung: Offshore heisst ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Ausschlussregister, ohne Schweizer Rekursmöglichkeit, und ausländische Gewinne unterliegen je nach Kanton der Einkommenssteuer. Lizenziert heisst voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Optionen ist per se «die sichere Wahl».
Spielerschutz: Limiten, Sperren und Verlustkontrolle
Beide Schweizer Veranstalter setzen auf einen dreistufigen Spielerschutz: Spielende bestimmen ihre eigenen Limiten, die Veranstalter bieten freiwillige Pausen an, und im Register eingetragene Spielsperren gelten schweizweit. Wer aus dem Ausland spielt, hat auf dieses System keinen Anspruch.
Verlustlimiten und Einzahlungsgrenzen
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielerinnen und Spieler Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.
Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen auf das Spielerkonto von höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage, und das Wallet-Guthaben darf ebenfalls höchstens CHF 10’000 betragen. Wer diese Grenze erreicht hat, kann erst nach Verbrauch des Guthabens weiter einzahlen. Beide Veranstalter setzen die in Art. 87 VGS vorgeschriebenen Maximalwerte also in Eigenregie um, ohne dass der Staat eine fixe Obergrenze pro Spieler vorschreibt.
Selbstsperre und Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Sperren können frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Der Veranstalter muss zudem eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten anbieten (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt. Ergebnis: in 47,5 % von 200 Fällen wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Der Schutz an der Verkaufsstelle ist also nicht so dicht, wie die Regeln vermuten lassen.
Bonus und Gratiswette: Was bei Sporttip und Jouez Sport läuft
Wer mit Skrill einzahlt, sucht oft nach einem Bonus. Bei den Schweizer Veranstaltern ist die Auswahl allerdings schmal, und das hat einen einfachen Grund: Art. 75 Abs. 2 BGS verlangt für Gratisspiele oder Gratisguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die Aktionen, die es gibt, sind in der Regel zeitlich befristet, an bestimmte Events gebunden und nicht als klassische Einzahlungsboni mit Umsatzanforderungen strukturiert.
Was die Schweizer Veranstalter anbieten
Die Loterie Romande führte die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an 7 Aktionstagen durch. Wer innert 7 Tagen den in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben, insgesamt 7’000 Stück, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar. Das zeigt das Muster: Aktionen sind hier eher Anreize zur Verifikation des Kontos oder zur Verknüpfung mit einem Stadionbesuch als klassische «100 % Bonus»-Pakete.
Gratiswettguthaben aus Promotionen ist bei beiden Veranstaltern nicht auszahlbar; es kann nur für Wetten verwendet werden, und ein allfälliger Nettogewinn fällt in das reguläre Spielguthaben.
Warum Skrill bei Bonusaktionen heikel sein kann
Ausländische Wettanbieter schliessen E-Wallet-Einzahlungen wie Skrill oder Neteller häufig von Bonusaktionen aus, vor allem von Willkommensboni. Der Grund liegt im Missbrauchsschutz: E-Wallet-Einzahlungen lassen sich schwerer zurückverfolgen als Banküberweisungen, und Anbieter wollen verhindern, dass eine Person mehrere Konten eröffnet, um den Bonus mehrfach zu kassieren. Wer bei einem ausländischen Anbieter mit Skrill einzahlt und den Bonus beanspruchen will, sollte die Bonusbedingungen genau prüfen, denn die Skrill-Einzahlung zählt im Zweifel nicht zum qualifizierenden Deposit.
Bei den Schweizer Veranstaltern spielt diese Frage eine kleinere Rolle, weil das Bonusangebot insgesamt schmaler ist und der Einzahlungsweg oft ohnehin nicht über Skrill läuft.
Zahlungsabwicklung und Auszahlungsdauer
Skrill ist bei Schweizer Veranstaltern kein Standard-Zahlungsweg, und auch die ausländischen Buchmacher, die Skrill anbieten, handhaben Ein- und Auszahlungen unterschiedlich. Die folgende Übersicht bezieht sich auf das, was die Schweizer Veranstalter selbst an Zahlungswegen nennen, sowie auf die Skrill-Gebühren, die unabhängig vom Anbieter gelten.
Zahlungswege bei Swisslos
Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos an. Die Transaktion wird direkt in der PostFinance-App bestätigt. Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Auszahlung bei Swisslos
Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen.
Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Wer mit einer verweigerten Auszahlung nicht einverstanden ist, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben.
Zahlungswege und Auszahlung bei Loterie Romande
Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen auf das Spielerkonto von höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage. Prepaid-Tickets der Loterie Romande sind zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200 erhältlich, ein Jahr gültig und müssen in einem Betrag dem Wallet gutgeschrieben werden. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber auf das Konto der angegebenen IBAN überwiesen. Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar.
Jouez-Sport-Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 können in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, mit Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und 221 Mitarbeitenden.
Skrill als Zahlungsweg in der Praxis
Wer Skrill bei einem Wettanbieter nutzt, zahlt in der Regel gebührenfrei auf das Skrill-Konto ein, und die Gutschrift beim Wettanbieter erfolgt sofort oder innert weniger Stunden. Die Auszahlung vom Wettanbieter zurück auf das Skrill-Konto ist bei vielen Anbietern ebenfalls kostenlos. Erst der Weg von Skrill auf das eigene Bankkonto kostet: 2,80 %, mindestens 3,50 €. Kommt eine Währungsumrechnung dazu, weil das Wettkonto auf CHF und das Skrill-Konto auf Euro oder umgekehrt läuft, fallen weitere 4,49 % an.
Identitätsprüfung und Auszahlung
Die Identitätsprüfung ist bei beiden Schweizer Veranstaltern Voraussetzung für die Kontoeröffnung und damit für jede Auszahlung. Art. 47–52 VGS schreibt eine einmalige Verifikation pro Person vor. Bei der Loterie Romande sind Volljährigkeit sowie Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in einem der sechs Westschweizer Kantone nötig. Pro Person ist nur ein Konto erlaubt, und es wird eine Ausweiskopie (Vorder- und Rückseite) verlangt, in besonderen Fällen zusätzlich ein Wohnsitznachweis, der nicht älter als 4 Monate ist.
Bei Swisslos braucht es zur Online-Registrierung mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Die Logik dahinter: wer das Konto nicht verifiziert, bekommt auch keine Auszahlung. Das gilt unabhängig davon, ob das Geld ursprünglich per Skrill, PostFinance oder Einzahlungsschein auf das Konto kam.
Quote, Marge und Auszahlung: Was eine Wette wirklich kostet
Eine Sportwette ist ein Preis, und der Preis hat eine Marge. Was viele Wettende nicht auf den ersten Blick sehen: in jeder Quote steckt ein Anteil, den der Veranstalter behält. Dieser Anteil ist die Marge, und sie ist der Grund, warum «gute Quoten» relativ und nicht absolut zu verstehen sind.
Quotenschlüssel und Marge
Der Quotenschlüssel (auch Auszahlungsquote) gibt an, welchen Anteil aller Einsätze ein Markt im Durchschnitt an die Wettenden zurückzahlt. Die Formel: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quote_n), summiert über alle möglichen Ausgänge eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote, also der Anteil, der beim Veranstalter bleibt.
Ein einfaches Beispiel: Bei einem Fussballspiel bietet ein Anbieter Quote 2.10 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden und 3.60 für Auswärtssieg. Die Auszahlungsquote beträgt 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) = 1 ÷ (0.4762 + 0.2941 + 0.2778) = 1 ÷ 1.0481 = 0.9540, also 95.40 %. Die Marge liegt bei 4.60 %.
Bei einem anderen Anbieter liegen die Quoten bei 2.00, 3.50 und 3.80. Dann ergibt sich 1 ÷ (0.5000 + 0.2857 + 0.2632) = 1 ÷ 1.0489 = 0.9534, also 95.34 % Marge 4.66 %. Der Unterschied sieht klein aus, summiert sich aber über viele Wetten.
Warum die Marge zählt
Wer eine Wette zu Quote 2.10 abschliesst, erhält im Gewinnfall das 2.10-fache des Einsatzes zurück, also bei 100 CHF Einsatz 210 CHF. Davon sind 100 CHF Einsatz und 110 CHF Nettogewinn. Was die Marge bedeutet: über alle Wetten auf diesen Markt behält der Veranstalter im Durchschnitt 4.60 % der Einsätze, egal wie die Spiele ausgehen. Für die Wettenden heisst das: der Erwartungswert liegt leicht unter dem Einsatz, langfristig also ein Verlustgeschäft, auch wenn einzelne Wetten gewinnen.
Die Konsequenz für die Wahl des Anbieters: ein Markt mit 4.6 % Marge ist günstiger als einer mit 6 % oder 8 %. Bei den Schweizer Veranstaltern ist die Marge nicht öffentlich ausgewiesen, sie lässt sich aber aus den angebotenen Quoten errechnen, sofern ein Markt alle Ausgänge zeigt.
Cash-Out bei Sporttip
Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass der Veranstalter Cash-Out für jeden Markt anbietet.
Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das heisst konkret: wer vorzeitig aussteigt, nimmt weniger mit, als wenn er die Wette laufen lässt und sie am Ende gewinnt, und der Veranstalter entscheidet von Fall zu Fall, ob und zu welchem Kurs er den Ausstieg anbietet. Der Cash-Out ist damit ein Werkzeug, das seine Kosten hat, und in der Logik des Anbieters eine Marge auf den vorzeitigen Ausstieg.
Steuern: Freibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen Sportwetten gehören, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bund hat die Schwelle per 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 festgesetzt, 2025 lag sie bei CHF 1’070’400. Über diesem Betrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.
Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, und hier heisst es «je nach Kanton». Es gibt keinen einheitlichen kantonalen Wert, und pauschale Aussagen greifen zu kurz. Wer hohe Gewinne erwartet, fragt beim Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung nach.
Die Praxis sieht allerdings so aus, dass die meisten Wettenden weit unter dem Freibetrag bleiben, also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn zahlen. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber das kantonale Steuerrecht kann sie als Einkommen behandeln, das Thurgau tut dies ausdrücklich für Gewinne aus ausländischen Grossspielen, unabhängig von der Höhe.
Die Schweizer Veranstalter im Detail
Swisslos Sporttip
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz im Vertragsgebiet können ein Online-Konto eröffnen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Beim Mindesteinsatz liegt Sporttip bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, pro Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Sporttip-Wetten stehen nur Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen, und Wettkämpferinnen und Wettkämpfer dürfen auf eigene Ereignisse nicht wetten.
Verfügungsgewalt über das eigene Konto heisst auch: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, Senkung sofort wirksam, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer eine Pause braucht, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos und Liechtenstein gilt.
Das Urteil: Sporttip ist die einzige legale Adresse für Sportwetten in der Deutschschweiz, mit Wohnsitzbindung, Identitätsprüfung und voller Schweizer Aufsicht. Die Marge steckt in jeder Quote, das Bonusangebot ist schmal, und die Verkaufsstellen-Realität zeigt Lücken im Jugendschutz. Wer in der Deutschschweiz legal wetten will, kommt an Sporttip nicht vorbei, muss aber die geschlossene Liste der erlaubten Märkte akzeptieren.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne. Für ein Online-Spielerkonto sind Volljährigkeit sowie Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in einem dieser Kantone nötig, und pro Person ist nur ein Konto erlaubt. Verlangt wird eine Ausweiskopie, in besonderen Fällen zusätzlich ein Wohnsitznachweis, der nicht älter als 4 Monate ist.
Einzahlungen sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage begrenzt, das Wallet-Guthaben ebenfalls. Prepaid-Tickets gibt es in vier Stückelungen, von CHF 20 bis CHF 200, und sie sind ein Jahr gültig. Gewinne bis CHF 1’000 netto gehen direkt ins Wallet, Gewinne darüber auf die hinterlegte IBAN. Wettscheine bis CHF 200 können in jeder Verkaufsstelle eingelöst werden, bei genügend Bargeld bis maximal CHF 2’000.
Die Loterie Romande führt regelmässig befristete Aktionen durch, die alle der vorgängigen Gespa-Zustimmung bedürfen. Die jüngste Aktion, «JouezSport – Patinoires et Stades», lief über die Wintersaison 2025/26 und band das Stadionerlebnis an die Kontoverifikation. Gratisguthaben aus solchen Aktionen ist nicht auszahlbar, der Wert liegt in der Spielmöglichkeit, nicht im Auszahlungsversprechen.
Das Urteil: Jouez Sport ist das Pendant zu Sporttip für die Westschweiz, mit derselben Gespa-Bewilligung, aber anderem Vertriebsnetz, anderer Sprache und anderer Aktionskultur. Wer in Genf, Waadt oder einem anderen Westschweizer Kanton lebt, hat hier die einzige legale Adresse, mit denselben Vor- und Nachteilen wie bei Sporttip: Schweizer Aufsicht, eigener Spielerschutz, aber geschlossene Marktliste und ein Bonusangebot, das eher an Verifikationsanreize als an klassische Bonuspakete erinnert.
Welche Rolle spielt Skrill konkret?
Skrill ist eine funktionierende E-Wallet, mit britischer Regulierung als E-Geld-Institut, klaren Gebühren (2,80 % bzw. mindestens 3,50 € für die Bankauszahlung, 4,49 % für Währungsumrechnungen) und einer eigenen Servicegebühr von 5,00 € pro Monat bei Inaktivität. Das macht Skrill vor allem für jene interessant, die ein Bankkonto nicht direkt einem Wettanbieter offenbaren wollen, oder die zwischen mehreren Konten transferieren, ohne das eigene Bankkonto als Zwischenstation zu nutzen.
Bei den Schweizer Veranstaltern ist Skrill kein beworbener Standard-Zahlungsweg; Swisslos nennt PostFinance Pay, die Loterie Romande arbeitet mit Prepaid-Tickets und Banküberweisung. Wer in der Schweiz mit Skrill einzahlen will, landet daher praktisch immer bei einem ausländischen Anbieter, mit allen rechtlichen und steuerlichen Folgen, die das nach sich zieht. Die E-Wallet selbst ändert daran nichts; sie verschiebt nur den Zahlungsweg.
Die Konsequenz: Skrill ist ein Werkzeug, kein Qualitätsmerkmal. Die Frage «Wer akzeptiert Skrill?» ist die Frage nach der Liste ausländischer Anbieter, und diese Liste ist in der Schweiz keine Empfehlung, sondern ein Hinweis auf die Sperrliste der Gespa. Wer mit Skrill spielen will, sollte zuerst entscheiden, ob er bei einem lizenzierten Schweizer Anbieter spielt, was Skrill dort selten heisst, oder ob er das Risiko eines ausländischen Anbieters trägt, mit fehlendem Schweizer Schutz und kantonal unterschiedlicher Besteuerung der Gewinne.
Häufige Fragen
Bieten Swisslos oder Loterie Romande Skrill als Zahlungsweg an, oder ist die E-Wallet auf ausländische Wettseiten beschränkt?
Swisslos nennt PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos, die Loterie Romande arbeitet mit Prepaid-Tickets und Banküberweisung. Skrill ist bei beiden kein beworbener Standard-Zahlungsweg. Wer mit Skrill einzahlen will, landet praktisch bei ausländischen Wettseiten ohne Schweizer Bewilligung, mit fehlendem Schweizer Spielerschutz und je nach Kanton steuerpflichtigen Gewinnen.
Welche Gebühren entstehen bei einer E-Wallet für Auszahlung und Währungsumrechnung?
Skrill berechnet für die Auszahlung auf ein Bankkonto 2,80 % des Betrags, mindestens aber 3,50 €. Bei einer Währungsumrechnung fällt eine Gebühr von 4,49 % an. Wer sechs Monate lang keine Transaktion durchführt, dem werden monatlich 5,00 € Servicegebühr vom Guthaben abgezogen.
Wie hängt die Identitätsprüfung mit der Auszahlung von Gewinnen zusammen?
Die Schweizer Veranstalter zahlen nur an verifizierte Konten aus, und die Verifikation verlangt einen Ausweis, bei Bedarf einen Wohnsitznachweis sowie die Eintragung im eigenen Namen. Ohne diese Prüfung erfolgt keine Auszahlung, unabhängig vom gewählten Zahlungsweg. Das gilt auch dann, wenn das Geld ursprünglich per Skrill auf das Wettkonto kam.
Wie hoch ist der Steuerfreibetrag für Gewinne, und was gilt je nach Kanton?
Der Bund hat den Steuerfreibetrag für Gewinne aus Grossspielen per 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 festgesetzt. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung rückforderbar sind. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb die Antwort «je nach Kanton» lautet. Für Gewinne von ausländischen Anbietern gilt keine Verrechnungssteuer, einzelne Kantone behandeln sie aber als steuerpflichtiges Einkommen.
Welche Wirkung hat die Quote auf die Auszahlung, und wie lässt sich die Marge erkennen?
Die Quote bestimmt, was eine Wette im Gewinnfall zurückzahlt: Einsatz mal Quote. Eingebaut in jede Quote ist die Marge des Veranstalters. Die Marge eines Marktes berechnet sich als 100 % minus Auszahlungsquote, wobei die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quote_n) über alle Ausgänge des Marktes ist. Eine tiefere Marge bedeutet langfristig weniger Verlust für die Wettenden, und ein Markt mit 4.6 % Marge ist günstiger als einer mit 6 %.
Wie lange gilt eine Spielsperre, und wann kann eine freiwillige Sperre aufgehoben werden?
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Freiwillige Sperren können frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Einbezug einer Fachstelle. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Was kostet Skrill?
Skrill berechnet für die Auszahlung auf ein Bankkonto 2,80 % des Betrags, mindestens aber 3,50 €. Bei einer Auszahlung von 100 € fallen also 2,80 € Gebühr an, bei 50 € sind es 3,50 €. Wer Skrill-Guthaben in einer anderen Währung als Euro hält und tauscht, zahlt eine Wechselkursgebühr von 4,49 %. Das ist relevant, weil Schweizer Wettkonten in der Regel auf CHF lauten, und eine Währungsumrechnung beim Transfer praktisch unvermeidlich ist.
Wer Skrill sechs Monate lang nicht nutzt, dem wird eine monatliche Servicegebühr von 5,00 € vom Guthaben abgezogen. Bei aktiver Nutzung, also mindestens einem Login oder einer Transaktion pro Halbjahr, fällt diese Gebühr weg.
Was darf gewettet werden?
Die Gespa führt eine Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026), die Art. 25 BGS und Art. 29 VGS umsetzt. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Eckpunkte: Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn gelistet. Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie erlaubt. Ecken- oder Kartenmärkte sowie ein Esports-Bereich fehlen auf der Liste. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung einzelner Live-Märkte.
Virtual Sports sind nicht etabliert; zur rechtlichen Einordnung lässt sich daher nichts Verlässliches sagen. Esports taucht auf der Gespa-Liste nicht auf, was seine Behandlung durch die Veranstalter auf das beschränkt, was diese selbst anbieten.
Zahlungen – wettenzahlungch
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»
