Esports-Wetten in der Schweiz: Was erlaubt ist, was fehlt und welche Seiten übrig bleiben

Updated Oktober 2026
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Eine grosse leere Arena mit Bühne und blauem Licht von weitem gesehen, Stuhlreihen liegen im Dunkeln

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten (Version 10.09.2026) und die Schweizer Geldspielgesetzgebung (BGS, SR 935.51).

Der Esports World Cup fand 2024 erstmals in Riad (Saudi-Arabien) statt; das Preisgeld lag 2024 bei 62,5 Millionen und 2025 bei 71,5 Millionen US-Dollar.

Wer in der Schweiz auf League of Legends, Dota 2 oder Counter-Strike wetten will, sucht zuerst vergeblich. Die Gespa führt keine Esports-Kategorie auf der Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten, Swisslos und Loterie Romande bieten unter Sporttip und Jouez Sport folglich kein Esports-Programm an. Übrig bleibt eine Auswahl ausländischer Seiten ohne Schweizer Bewilligung. Was diese Trennung konkret bedeutet, welche Wege einem Spieler offenstehen und was jeder davon kostet, ist der Faden dieser Seite.

Was die Schweizer Bewilligungslage für Spieler heisst

Die Ausgangslage ist für Schweizer Spieler ungewöhnlich: Eine Schweizer Bewilligung für Esports existiert nicht, weil die zuständige Aufsichtsbehörde Gespa Esports gar nicht als zulässige Wettart führt. Nur zwei Veranstalterinnen dürfen in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide bedienen feste Vertragsgebiete: Swisslos die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Keine von beiden hat Esports im Programm. Wer auf Esports wetten will, muss daher auf eine ausländische Seite ohne Schweizer Bewilligung ausweichen, mit allen Folgen, die dieser Weg mit sich bringt.

Ein leerer Sitzsack steht in einem Zimmer mit Dachfenster, Abendlicht fällt auf den Holzboden
Die League-of-Legends-Weltmeisterschaft fand 2011 erstmals in Jönköping mit acht Teams und rund 100'000 US-Dollar Preisgeld statt.

Warum Esports nicht auf der Gespa-Liste steht

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten (Version 10.09.2026) ist abschliessend. Was nicht draufsteht, darf von Swisslos und Loterie Romande nicht angeboten werden, Eckballmärkte, Kartenmärkte und ein Esports-Abschnitt fehlen. Die Begründung liegt in der Logik des Geldspielgesetzes: Eine Wette braucht ein Sportereignis mit klarem Ausgang und überprüfbaren Regeln. Bei virtuellen Spielwelten ist der Ausgang technisch von der Spielsoftware und vom Veranstalterreglement abhängig, nicht von einer unabhängigen Sportaufsicht. Das macht die Ereignisse aus Sicht des Gesetzes zu einer Grauzone, die der Verordnungsgeber bisher nicht zulässt. Wer in einem Kanton der Deutschschweiz wohnt und trotzdem auf Counter-Strike wetten möchte, hat zur Zeit nur die Möglichkeit, auf einer ausländischen Seite zu spielen, die in der Schweiz weder bewilligt noch an die Schweizer Spielsperre angeschlossen ist.

Die zwei zulässigen Veranstalterinnen und ihre Gebiete

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel) betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Loterie Romande führt Jouez Sport für die Westschweiz, mit Sitz in Lausanne und 2’350 Verkaufsstellen. Beide brauchen für jedes Spiel eine eigene Spielbewilligung, jede Wettart ist als Teil des Spielprogramms bewilligt. Eine Schweizer Bewilligung eines dritten Veranstalters ist nicht möglich, weil der Gesetzgeber die Zahl der Sportwettenveranstalterinnen auf diese zwei begrenzt hat.

Ein schmaler Wanderweg führt am Seeufer entlang, auf einem Stein liegt ein Smartphone mit dunklem Display
The International, das Dota-2-Turnier von Valve, wurde 2011 erstmals im Rahmen der Gamescom in Köln ausgetragen.

Spielerschutz im Schweizer System und was ohne ihn fehlt

Schweizer Spieler haben im bewilligten System konkrete Werkzeuge zur Selbstkontrolle. Wer bei Sporttip mitspielen will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage blockieren, ohne vorzeitige Aufhebung, eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.

Auf einer ausländischen Seite ohne Schweizer Bewilligung greift dieser Schutz nicht. Die Seite ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, eine Spielsperre bei Swisslos sperrt das Konto dort nicht. Wer eine Selbstsperre wirklich durchsetzen will, muss sie auf jeder ausländischen Seite einzeln beantragen, sofern diese überhaupt eine Sperre anbietet. Hinzu kommt: Ausländische Anbieter unterliegen nicht den Schweizer Werbevorschriften und nicht dem Schweizer Auszahlungsschutz. Gewinne werden nur auf ein Konto im eigenen Namen ausgezahlt, anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind im Schweizer System ausgeschlossen. Auszahlungen auf eine ausländische Seite erfolgen nach deren Hausregeln, mit allen Unsicherheiten, die das mit sich bringt.

Boni und Gratiswetten: Was sie wirklich kosten

Ein Esports-Wettbonus klingt nach geschenktem Geld, ist aber keines. Die Mechanik hat zwei Teile: einen Werbeversprechen und eine Bedingung. Die Bedingung steht meist in den Geschäftsbedingungen, und sie kostet den Spieler bares Geld, lange bevor der Bonus ausgezahlt wird.

Die Mechanik hinter «Gratiswette» und «100 % Bonus»

Eine Gratiswette ist kein Geldgeschenk, sondern ein Wettguthaben, dessen Einsatz im Erfolgsfall nicht zurückbezahlt wird. Wer eine Gratiswette über CHF 50 auf eine Quote von 2.00 setzt und gewinnt, bekommt den Gewinn von CHF 100 ausgezahlt, die CHF 50 Einsatz aber nicht. Der rechnerische Wert der Gratiswette liegt daher unter dem Nennwert, weil nur der Gewinnanteil zählt. Bei einem «100 % Bonus» verdoppelt der Anbieter die Einzahlung, fordert aber einen Umsatz, der das Vielfache des Bonus ausmacht, zu einer Mindestquote und innerhalb einer Frist. Wer die Bedingung nicht erfüllt, verliert Bonus und Gewinne.

Warum der Spieler die Bedingungen zahlt

Die Bedingungen sind der Preis. Eine Bonusbedingung von «5x Bonus zu Mindestquote 1.80 in 14 Tagen» zwingt den Spieler, einen festen Umsatz innerhalb einer kurzen Frist zu generieren. Da die Marge jedes Marktes zwischen 2 und 10 Prozent liegt, verliert der Spieler im Schnitt zwischen 5 und 10 Prozent des Umsatzes an den Buchmacher, unabhängig vom Ausgang. Bei einem Bonus von CHF 100 und 5x Umsatz entspricht das einem erwarteten Verlust von CHF 25 bis CHF 50, bevor der Bonus überhaupt ausgezahlt wird. Ein Bonus ist daher nie geschenkt, sondern eine Wette des Anbieters darauf, dass der Spieler die Marge zahlt, bevor die Bedingung erfüllt ist.

Tipps, Strategie und warum Wetten kein Einkommen sind

Ein Esports-Tipp ist eine Einschätzung, keine Vorhersage. Wer auf League of Legends, Dota 2 oder Counter-Strike wettet, hat es mit Teams zu tun, deren Form sich innerhalb weniger Wochen drehen kann, mit Kartenpools, die je nach Patch andere Stärken zeigen, und mit Quoten, die die Wahrscheinlichkeit nur annähernd abbilden. Der Wert einer Wette liegt nicht in der Tippsicherheit, sondern in der Disziplin.

Was ein Tipp leisten kann und was nicht

Ein Tipp kann eine Value-Situation aufzeigen, eine Quote, die über der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit liegt. Die Buchmachermarge sorgt allerdings dafür, dass die Quote immer unter 100 Prozent der Summe der Auszahlungsanteile liegt, der Quotenschlüssel eines Zweiwegmarktes bei fairen Quoten 1.90 / 1.90 läge bei etwa 95,0 Prozent statt 100 Prozent, die Marge also bei 5,0 Prozent. Bei einer Bonusaktion oder einem Boost verschiebt sich das Bild, selten zugunsten des Spielers. Was ein Tipp nicht kann: eine Siegesserie vorhersagen, einen Patchwechsel einpreisen oder das Momentum eines Spiels in Echtzeit abbilden. Wer auf Esports wettet, sollte daher jeden Tipp als eine Wette gegen die Buchmachermarge verstehen, nicht als Information über das Ergebnis.

Einsatzdisziplin als einziger verlässlicher Hebel

Die einzige Grösse, die ein Spieler kontrolliert, ist sein Bankroll-Management. Eine Faustregel: Einzelne Wetten zwischen 1 und 3 Prozent der Bankroll, keine Aufholjagd nach Verlusten, kein Einsatz auf unbekannten Märkten. Disziplin ist die einzige Trennlinie zwischen Spiel und Problem. Wer Wetten als Einkommen versteht, verliert langfristig an die Marge, statistisch sicher. Wer Wetten als bezahlte Meinung versteht, mit einem Budget, das er entbehren kann, kann den Wert einzelner Quoten suchen, ohne sich selbst zu ruinieren.

Die grossen Turniere: Was im Esports stattfindet, aber nicht im Schweizer Programm

Das Schweizer Wettprogramm enthält kein Esports. Was stattdessen stattfindet, ist ein globaler Wettbewerbskalender mit wenigen dominanten Serien. Wer die Spielfelder versteht, auf die er wettet, kann die Quoten besser einordnen.

League of Legends: Die Weltmeisterschaft von Riot Games

Die League-of-Legends-Weltmeisterschaft ist die grösste Einzelveranstaltung im Esports. Sie wurde 2011 erstmals im Rahmen der DreamHack in Jönköping mit acht Teams und rund 100’000 US-Dollar Preisgeld ausgetragen, 2025 nahmen 17 Teams bei einem Preisgeld von 5 Millionen US-Dollar teil. T1 (früher SK Telecom T1) ist mit sechs Titeln Rekordsieger, 2024 gewann T1 mit 3:2 gegen Bilibili Gaming, 2025 mit 3:2 gegen KT Rolster. Auf dem Spiel stehen jährlich wechselnde Patches, deren Meta die Kartenwahl und die Teamzusammensetzung beeinflusst. Wer auf den Sieger wettet, wettet auf eine Quote, die die Buchmacher an die Teamform und an den Patch anpassen.

Dota 2: The International von Valve

The International ist das Dota-2-Turnier von Valve, 2011 erstmals im Rahmen der Gamescom in Köln ausgetragen. Gespielt wird eine Gruppenphase im Round-Robin-Modus, danach ein Hauptturnier im Double-Elimination-Format. Das Preisgeld stammt seit 2013 überwiegend aus dem Kompendium im Spiel, den Rekord hält The International 2021 in Bukarest mit 40 Millionen US-Dollar. The International 2023 gewann Team Spirit mit 3:0 gegen Gaimin Gladiators, 2024 Team Liquid mit 3:0 gegen Gaimin Gladiators in Kopenhagen, 2025 Team Falcons mit 3:2 gegen Xtreme Gaming in Hamburg.

Counter-Strike: Die Majors und das Swiss-System

Die Counter-Strike-Majors werden von Valve gesponsert, das erste fand 2013 als DreamHack Winter in Jönköping mit 250’000 US-Dollar Preisgeld statt, Sieger war Fnatic. Seit Februar 2016 beträgt das feste Preisgeld 1’000’000 US-Dollar. Seit 2025 spielen 32 Teams, die Gruppenphase läuft im Swiss-System, die Playoffs mit 8 Teams im K.-o.-System im Modus Best of three, das Finale seit Budapest 2025 im Modus Best of five. Den Major Budapest 2025 gewann Team Vitality mit 3:1 gegen FaZe Clan, Rekordsieger der Majors ist Astralis mit vier Titeln. Das Swiss-System sorgt für unregelmässige Ergebnisse, was die Wettmärkte weniger vorhersagbar macht.

Der Esports World Cup in Riad

Der Esports World Cup fand 2024 erstmals in Riad (Saudi-Arabien) statt, ausgerichtet von der Esports World Cup Foundation. Das Preisgeld lag 2024 bei 62,5 Millionen und 2025 bei 71,5 Millionen US-Dollar. Der Wettbewerb vereint Spiele aus verschiedenen Genres unter einem Dach und ist eine eigene Wettkategorie, die auf vielen ausländischen Buchmachern als Gesamtsiegermarkt angeboten wird.

Wettstrukturen, die ein Spieler kennen sollte

Auf den grossen Turnieren bieten Buchmacher Märkte auf den Sieger, auf den Finalisten, auf das Erreichen bestimmter Runden, auf einzelne Karten (Maps) und auf Handicap-Linien an. Bei Best-of-Five-Serien kann eine Mannschaft 3:0 gewinnen oder 3:2 verlieren, und der Buchmacher bildet darauf Quoten ab. Wer auf den genauen Serienausgang wettet, achtet auf den Kartenpool und auf die Teamstärke auf jeder Map, denn manche Teams haben auf bestimmten Maps über 70 Prozent Siegesquote, auf anderen unter 50. Diese Mikroquoten erlauben Value-Wetten, erfordern aber Recherche.

Anbieter im Vergleich: Was bleibt, wenn die Schweiz fehlt

Wer in der Schweiz wohnt und auf Esports wetten will, hat nur zwei Kategorien von Anbietern: die zwei Schweizer Veranstalterinnen (die kein Esports führen) und eine Reihe ausländischer Seiten ohne Schweizer Bewilligung. Die folgende Einordnung zeigt, was jeder Anbieter leistet und was er lässt. Die Bewertung folgt den Kriterien des Schweizer Rechts: Wer in der Schweiz wettet, sollte wissen, welcher Schutz greift und welcher nicht.

Kriterien für die Einordnung

Die Schweizer Geldspielgesetzgebung unterscheidet scharf zwischen bewilligten und unbewilligten Anbietern. Für die bewilligten Anbieter gilt: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS, Aufsicht durch die Gespa, angeschlossen an das Schweizer Sperrregister, Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen, Schweizer Werbevorschriften. Für ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gilt: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, Auszahlung nach den Hausregeln des Anbieters, keine Garantie, dass die Seite in der Schweiz überhaupt erreichbar ist (DNS-Block über die Gespa-Sperrliste möglich).

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (BGS, SR 935.51) Loterie Romande, Lausanne
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
Donbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
GG.Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt
BetFury ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt

Was Schweizer Spieler bei ausländischen Anbietern prüfen sollten

Vor der Kontoeröffnung auf einer ausländischen Seite steht eine einfache Frage: Welche Lizenz beansprucht der Anbieter, und in welcher Jurisdiktion? Eine Lizenz in Curaçao, Malta oder anderswo hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg, sondern muss sich an die ausländische Aufsicht wenden, sofern diese tatsächlich greift. Hinzu kommen praktische Punkte, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen stehen: Auszahlungsdauer, Auszahlungslimits, Bedingungen für Boni, Identitätsprüfung. Wer auf einer ausländischen Seite spielt, sollte diese Punkte kennen, bevor er einzahlt. Eine seriöse Seite schreibt sie klar, eine unseriöse versteckt sie.

Swisslos Sporttip und Loterie Romande: Was sie können und was nicht

Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport sind die einzigen in der Schweiz bewilligten Anbieter von Sportwetten. Beide führen ein vollständiges Wettprogramm für Fussball, Eishockey, Tennis und andere klassische Sportarten, mit Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, mit Livewetten und mit der Bet-Builder-Funktion. Keiner der beiden führt Esports. Wer auf einen Esports-Bonus oder eine Esports-Wette bei einem Schweizer Anbieter hofft, sucht etwas, das es nach dem Stand von heute nicht gibt. Das ist die rechtliche Realität: Solange Esports nicht auf der Gespa-Liste steht, darf kein bewilligter Anbieter Esports anbieten.

Ausländische Anbieter im Profil

Die ausländischen Anbieter in der Übersicht unterscheiden sich stark. GG.Bet ist auf Esports spezialisiert und deckt League of Legends, Dota 2, Counter-Strike und weitere Titel ab, oft mit einem breiten Wettprogramm und Livewetten. Jackbit, Donbet, BDMBet, Bettilt, FortuneJack, Bahigo und BetFury haben Esports im Programm, mit unterschiedlicher Tiefe. Keiner dieser Anbieter hat eine Schweizer Bewilligung, alle unterliegen nicht der Schweizer Aufsicht. Die Frage, die jeder Spieler für sich beantworten muss: Welcher Schutz ist mir wichtiger, das Schweizer Sperrregister, das bei einer Spielsperre greift, oder die Esports-Wette, die es bei Swisslos und Loterie Romande nicht gibt.

Wie eine Buchmachermarge den Preis einer Wette bestimmt

Jede Quote, die ein Buchmacher anbietet, enthält eine Marge. Sie ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem eingesetzten Franken behält, im Durchschnitt über viele Wetten. Wer das nicht versteht, zahlt drauf.

Beispielrechnung: Was eine faire Quote bedeutet

Ein Zweiwegmarkt mit beiden Seiten bei Quote 1.90 hat eine Auszahlungsquote von 1 / (1/1.90 + 1/1.90) = 1 / 1,0526 = 95 Prozent, die Marge liegt also bei 5 Prozent. Das heisst: Von jedem CHF 100, die auf beide Seiten gesetzt werden, zahlt der Buchmacher im Schnitt CHF 95 als Gewinn aus und behält CHF 5. Bei einer typischen Esports-Wette mit Quoten von 1.85 / 1.85 liegt die Auszahlungsquote bei etwa 92,3 Prozent, die Marge bei etwa 7,7 Prozent. Bei exotischeren Märkten (Handicap, Kombispezial, exakte Map-Ergebnisse) liegt die Marge oft zwischen 8 und 12 Prozent. Wer das weiss, kann Quoten vergleichen und erkennt, dass eine «bessere» Quote nicht immer besser ist, sondern nur, wenn sie die Marge des Marktes übersteigt.

Was das für den Spieler heisst

Die Marge ist der stille Verlust. Wer CHF 100 zu einer durchschnittlichen Marge von 5 Prozent setzt, verliert im Schnitt CHF 5, bevor das Ergebnis feststeht. Bei jeder einzelnen Wette sieht der Spieler das nicht, weil das Ergebnis zufällig ist, aber über 100 Wetten hinweg schlägt die Marge durch. Genau das ist der Grund, warum Bonusbedingungen so gefährlich sind: Sie zwingen den Spieler zu mehr Wetten, und jede zusätzliche Wette kostet Marge. Wer den Wert einer Quote verstehen will, vergleicht die angebotene Quote mit der eigenen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit: Liegt die Quote über 1 / Wahrscheinlichkeit, liegt eine Value-Situation vor. Liegt sie darunter, ist die Quote schlechter als der faire Wert.

Was bleibt: Drei Wege für Schweizer Esports-Spieler

Die Ausgangslage zwingt Schweizer Spieler in eine Wahl, die es bei klassischen Sportarten so nicht gibt. Drei Wege sind realistisch, jeder mit eigenen Kosten.

Weg 1: Auf Esports verzichten

Wer nur im bewilligten System spielen will, kann auf Esports verzichten und das volle Programm von Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport nutzen. Der Schutz greift vollständig, das Sperrregister ist angeschlossen, die Auszahlung erfolgt auf ein Konto im eigenen Namen. Was fehlt, sind die grossen Esports-Turniere und die spezialisierten Märkte. Für einen Spieler, der gelegentlich auf einen Match setzt, nicht aber das ganze Jahr über Esports verfolgt, ist das oft der vernünftigste Weg.

Weg 2: Ausländische Seite mit Bedacht

Wer auf Esports nicht verzichten will, kann eine ausländische Seite nutzen, muss aber wissen, was er aufgibt. Kein Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, Auszahlung nach den Hausregeln der Seite, Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS-Block unerreichbar werden. Hinzu kommt die steuerliche Seite: Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis, in Thurgau sind sie unabhängig vom Betrag als Einkommen steuerpflichtig. Wer diesen Weg geht, sollte die Seite sorgfältig prüfen (Lizenz, Auszahlungsdauer, Bonusbedingungen) und das Schweizer Sperrregister bei Bedarf nutzen, indem er sich bei Swisslos sperren lässt.

Weg 3: Spezialisierte Esports-Buchmacher

GG.Bet und ähnliche spezialisierte Seiten bieten das tiefste Esports-Programm, oft mit Live-Streams, mit detaillierten Map-Märkten und mit Spezialwetten auf einzelne Runden. Der Preis ist derselbe wie bei allen ausländischen Seiten: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht. Für Spieler, die Esports als Hauptdisziplin betreiben, sind diese Seiten oft die einzige Quelle für die Märkte, die sie suchen. Wer dort spielt, sollte die Marge jedes Marktes kennen, denn sie liegt bei spezialisierten Esports-Anbietern oft höher als bei klassischen Buchmachern.

Häufige Fragen

Sind Esports-Wetten in der Schweiz erlaubt oder verboten?

Eine Schweizer Bewilligung für Esports existiert nicht, weil Esports nicht auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten steht. Die zwei in der Schweiz bewilligten Anbieterinnen Swisslos und Loterie Romande dürfen daher kein Esports-Programm führen. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind in der Schweiz nicht zugelassen, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer dort spielt, tut dies ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

Warum fehlt E-Sport auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?

Die Gespa-Liste ist abschliessend. Esports fehlt, weil die Aufsichtsbehörde den Ausgang von Computerspielwettkämpfen bisher nicht als überprüfbares Sportereignis im Sinne des BGS einstuft. Solange keine Aufnahme erfolgt, dürfen Swisslos und Loterie Romande kein Esports anbieten.

Wie funktioniert eine Gratiswette, und warum wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn zurückbezahlt?

Eine Gratiswette ist ein Wettguthaben, dessen Einsatz im Erfolgsfall nicht zurückbezahlt wird. Wer eine Gratiswette über CHF 50 auf Quote 2.00 setzt und gewinnt, erhält nur den Gewinn von CHF 100 ausgezahlt, die CHF 50 Einsatz dagegen nicht. Der rechnerische Wert der Gratiswette liegt daher unter dem Nennwert, weil nur der Gewinnanteil zählt.

Wie baut sich ein E-Sport-Tipp aus Form und Quoten auf, und warum sind Wetten kein Einkommen?

Ein Tipp kombiniert die Einschätzung der Teamform, des Kartenpools und der Quoten. Liegt die angebotene Quote über 1 / Wahrscheinlichkeit, liegt eine Value-Situation vor. Wetten sind kein Einkommen, weil die Buchmachermarge von 5 bis 12 Prozent jeden Einsatz im Durchschnitt schmälert und über viele Wetten den Gewinn auflöst.

Warum werden Gewinne in der Schweiz nur auf ein Konto im eigenen Namen ausbezahlt?

Art. 50 Abs. 2 VGS schreibt vor, dass Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Spielenden ausgezahlt werden. Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind im bewilligten Schweizer System ausgeschlossen. Diese Regel dient der Geldwäschereibekämpfung und dem Spielerschutz, gilt aber nur für bewilligte Anbieter. Ausländische Seiten ohne Schweizer Bewilligung handhaben Auszahlungen nach ihren eigenen Regeln.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»