Sportwetten live in der Schweiz: Anbieter, Regeln und was eine Wette wirklich kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Ein Fussball liegt im Netz eines Tores, Flutlicht und kalte Abendluft liegen über dem leeren Platz

Eine Wette während eines laufenden Spiels klingt nach Tempo, nach Reaktion, nach Bauchgefühl im richtigen Moment. Tatsächlich ist eine Livewette vor allem ein Preisspiel: Wer in der 63. Minute noch setzt, wettet nicht «besser informiert», sondern gegen eine Quote, die der Veranstalter gerade an den neuen Spielstand angepasst hat. Die folgenden Abschnitte erläutern die Grundlagen von Livewetten in der Schweiz, zeigen auf, welche Veranstalter bewilligt sind und wie sich die Quotendynamik, Annahmeregeln sowie Funktionen wie Cash-Out und Kombiboost in der Praxis auswirken.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Stand: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos (Sporttip, V4.2, 14. Oktober 2026) sowie das Règlement Jouez Sport (17e édition, septembre 2024) der Loterie Romande.

Sportwetten live im Vergleich: die zwei Schweizer Veranstalter und acht ausländische Marken

In der Schweiz gibt es für Sportwetten nur zwei Veranstalter mit Bewilligung: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide besitzen die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), beide werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt. Jede andere Marke, die Schweizer Spielende auf ihren Webseiten empfängt, tut dies ohne Schweizer Bewilligung — was Folgen hat, die im Abschnitt zur Rechtslage ausführlich dargelegt sind.

Eine Stoppuhr und ein Smartphone mit dunklem Display liegen nebeneinander auf einem Holztisch, weiches Fensterlicht
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit.

Die nachfolgende Gegenüberstellung ordnet die beiden bewilligten Veranstalter zuerst ein und führt danach die ausländischen Marken als Referenz, da Schweizer Spielende sie im Internet antreffen. Sortiert ist nach demselben Raster: Schweizer Bewilligung, Veranstalter, Produktname und Zuständigkeitsgebiet.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalterin / Produkt
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung BGS (Grossspiel), Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel / Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung BGS (Grossspiel), Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne / Product / Loterie Romande / Jouez Sport
Sportuna keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
PowBet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
1Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
BillyBets keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
GG.BET keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Betclic keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Gamdom keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen

Die Tabelle trennt zwei Welten, die auf den ersten Blick gleich aussehen: oben die zwei Anbieter, die in der Schweiz Sportwetten legal anbieten dürfen; unten acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Diese Trennung ist hart, weil das BGS den Markt nicht öffnet, sondern beschränkt: Art. 4 BGS stellt klar, dass eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Wer bei einer der acht Marken unten setzt, spielt bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Spielsperre-Anschluss und ohne Schweizer Beschwerdestelle. Die Sperrliste der Gespa (DNS-Block) kann die Erreichbarkeit zusätzlich erschweren, ersetzt aber keine Lizenz. Ausführlicher im Abschnitt zur Rechtslage.

Was Livewetten sind und wie sie funktionieren

Eine Livewette ist eine Wette auf ein Sportereignis, das bereits begonnen hat. Der Wettende reagiert auf den Spielverlauf und wettet auf das, was als Nächstes passieren könnte: das nächste Tor, die nächste Karte, die Anzahl Tore bis zur Pause, der Sieger nach Ablauf der regulären Spielzeit. Die Quote wird nicht einmal zu Beginn des Spiels festgelegt und dann eingefroren, sondern sie bewegt sich mit dem Geschehen. Genau diese Bewegung ist das Kernmerkmal einer Livewette, und genau darin liegt der grösste Unterschied zu einer Prematch-Wette.

Wie sich die Quote während eines Spiels verändert

Die Quote ist der Preis, zu dem der Veranstalter eine Wette annehmen will. Hinter jeder einzelnen Quote steht der Quotenschlüssel — der Anteil des Einsatzes, den der Markt langfristig an die Spielenden zurückgibt, ausgedrückt als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle möglichen Ausgänge eines Marktes. Der Rest ist die Marge des Veranstalters, das heisst der Teil des Streits, der nicht als Gewinn zurückfliesst. Eine typische Fussball-1X2-Quote vor dem Spiel liegt bei einem Auszahlungsanteil um 95 %, also einer Marge von rund 5 %; während eines Spiels, wenn die Buchmacher ihre Modelle rasch an den Spielstand anpassen, kann sie etwas steigen, weil die Unsicherheit zunimmt und das Modell vorsichtiger kalkuliert.

Diese Mechanik erklärt, warum eine Livewette nach dem 1:0 nicht «besser» wird: Die Wahrscheinlichkeit, dass die führende Mannschaft am Ende gewinnt, ist nach dem 1:0 tatsächlich gestiegen — und genau das schlägt sich in der Quote nieder. Der Markt spiegelt den Spielstand, er kompensiert ihn nicht. Wer auf den Ausgleich wettet, nimmt eine hohe Quote, weil der Ausgleich aus Sicht des Modells seltener geworden ist. Wer auf den Favoriten wettet, nimmt eine tiefere Quote, weil das Modell ihm wieder mehr Gewicht gibt.

Annahmeregeln im laufenden Spiel

Die Spielregeln von Sporttip legen fest, dass eine Livewette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis live übertragen wird — der Veranstalter ist also nicht verpflichtet, einen Livestream für jeden Markt anzubieten, und der Wettende kann nicht einwenden, er habe das Spiel «gar nicht mitbekommen». Wichtiger ist die zweite Regel: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Wer also Sekunden nach dem Tor noch auf «nächstes Tor: Mannschaft A» setzt, hat formal auf ein bereits entschiedenes Ereignis gewettet, und der Einsatz wird — ohne Gewinn — zurückbezahlt.

Die Spielregeln erweitern die Regel auf spielentscheidende Situationen: Bei einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist keine Schikane, sondern der Versuch, Wetten auszuschliessen, die nur deshalb platziert werden, weil das Ergebnis bereits feststeht. Wer mitten in einer solchen Sequenz setzt, trägt ein Risiko, das er nicht überblickt: Die Wette kann noch angenommen werden, sie kann mit Quote 1.00 gewertet werden, und das System entscheidet im Nachhinein, was als «spielentscheidend» gilt.

Wie lange eine Livewette geöffnet bleibt

Der Veranstalter schliesst einen Markt, wenn er das Risiko nicht mehr modellieren kann oder will: in den letzten Sekunden vor einem Standardbild, während ein Spielerklärung für Spielende überprüft wird, in einer Spielunterbrechung. Sporttip schreibt, dass Swisslos Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten muss; die Plattform behält sich vor, Cash-Out jederzeit zu ändern oder nicht anzubieten. Wer darauf baut, jederzeit aussteigen zu können, baut auf eine Funktionalität, die nicht garantiert ist.

Rechtslage: Was die Schweiz erlaubt und was nicht

Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt nicht liberalisiert, sondern beschränkt. Das Geldspielgesetz (BGS, in Kraft seit 1. Januar 2019) und die Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1. Januar 2021) bilden den Rahmen, die Gespa beaufsichtigt die zwei bewilligten Veranstalter. Die wichtigste Konsequenz: Eine ausländische Bewilligung — aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. Das gilt unabhängig davon, wie seriös die Aufsicht im Herkunftsland ist.

Ein Feldweg führt durch eine Alpwiese mit Holzzaun, im Hintergrund hängen Wolken über einem felsigen Gipfel
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Was erlaubt ist und was nicht

Das BGS definiert Sportwetten als Grossspiel (Art. 3 lit. c und e BGS). Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Was gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe nie. Eckball- oder Kartenmärkte und ein Esports-Bereich erscheinen in der Liste nicht.

Livewetten sind erlaubt — vor und während des Spiels — soweit der Veranstalter eine Bewilligung hat und das Ereignis gelistet ist. Das BGS kennt keine zusätzliche gesetzliche Einschränkung bestimmter Live-Märkte, sondern reguliert das Angebot über die Liste. Cash-Out ist nicht bundesrechtlich geregelt; es ist eine Eigenschaft des Angebots jedes Veranstalters, in den Spielregeln beschrieben, nicht vom Gesetz vorgeschrieben. Über Esports schreibt die Liste nichts; über virtuelle Sportarten ist die Rechtslage nicht abschliessend geklärt.

Wer anbieten darf

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Swisslos betreibt das Produkt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Beide besitzen die Veranstalter- und die Spielbewilligung für ein Grossspiel, beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Die Zuständigkeitsgebiete sind klar getrennt: Swisslos für die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Ein Online-Konto bei Swisslos öffnet nur, wer Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet hat; ein Online-Konto bei der Loterie Romande nur, wer Wohnsitz in der Westschweiz hat.

Diese Trennung ist nicht nur eine bürokratische Eigentümlichkeit. Sie bedeutet, dass ein Schweizer Spielender in den meisten Fällen genau einen bewilligten Online-Anbieter hat, der ihn überhaupt Konto führen lässt. Wer in Genf wohnt, kann kein Sporttip-Konto eröffnen; wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto online führen.

Folgen für ausländische Anbieter

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf in der Schweiz keine Sportwetten anbieten. Art. 4 BGS stellt klar, dass eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung hat. Art. 130 BGS ahndet das Anbieten ohne Bewilligung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren. Die Spielenden selbst werden nicht bestraft — das Bundesamt für Justiz stellt klar, dass die Strafnorm den Anbieter trifft, nicht den Kunden. Allerdings können Einsatz und Gewinn im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Spielsperre-Anschluss, keine Schweizer Beschwerdestelle und keine Schweizer Spielerschutz-Kontrolle.

Die Gespa führt eine Sperrliste (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, Ende 2025 rund 671 Domains), die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Block umsetzen. Die Liste wird ersetzt, wenn Domains einmal durch Domains läuft — die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als bekannte Beispiele und führt bet365 auf der Liste. Wer über einen DNS-Block hinwegkommt, hat noch keinen legalen Anbieter; er hat einen Anbieter, dessen Schweizer Erreichbarkeit gerade unterbrochen ist. Zahlungsblockaden der Banken oder Karten gegen nicht bewilligte Sportwetten gibt es in der Schweiz nicht — wer mit Karte einzahlt, zahlt in der Regel ohne Hürde, auch wenn die Bewilligung fehlt.

Werbung und Strafen

Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Erlaubte Werbung darf nicht zu irreführend sein und nicht Minderjährige oder gesperrte Personen ansprechen (Art. 74 BGS). Eine zeitliche Werbesperre für Sportwetten kennt das BGS nicht. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solcher Zustimmungen. Bonusbeträge und Bedingungen kommen ausschliesslich aus den Spielregeln jedes Veranstalters, nicht aus dem Gesetz. Promo-Codes werden auf dieser Seite nicht abgedruckt; sie gehören in die Werbung der Anbieter, nicht in eine redaktionelle Einordnung.

Verantwortung beim Wetten: Warum Tempo Verlust beschleunigt

Sportwetten sind in der Schweiz erlaubt — und sie sind, statistisch gesehen, ein Geschäft, bei dem der Veranstalter auf lange Sicht gewinnt. Was die Mechanik einer Livewette für den Spielenden gefährlicher macht als eine Prematch-Wette, ist nicht die Quote allein, sondern das Tempo. Eine Livewette dauert zwischen wenigen Sekunden und wenigen Minuten, eine Prematch-Wette hat Stunden bis Tage Vorlauf. Wer viele Livewetten kurz nacheinander platziert, setzt nicht «intuitiver», sondern öfter — und erhöht damit den erwarteten Verlust proportional zur Anzahl Wetten.

Selbst gesetzte Limiten

Wer bei Sporttip online spielt, muss vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999; für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — die BGS-Vorgabe wäre 24 Stunden, Swisslos verschärft sie in den eigenen Bedingungen. Zusätzlich lässt sich eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage freiwillig setzen. Eine Limite ist kein Vorschlag des Veranstalters, sondern eine Pflicht: Wer keine setzt, nimmt nicht teil.

Diese Limiten wirken unabhängig davon, wie viele Wetten gleichzeitig laufen. Wer drei Livewetten parallel laufen hat, hat nicht eine dreifache Limite; alle laufen gegen dieselbe Tages- oder Wochenslimiten-Buchung. Wer das Limit erreicht hat, kann nicht weiter wetten, bis die Periode abläuft — ein Mechanismus, der den Verlust pro Tag, Woche und Monat deckelt.

Spielsperre und Register

Swisslos bietet eine produktbezogene Sperre von 1 bis 180 Tagen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bietet entsprechende Sperren an; die gesetzliche Grundlage ist Art. 80–82 BGS, die Spielsperre wegen Überschuldung oder Spielsucht sowie die Selbstsperre. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause bis zu sechs Monate muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Was diese Mechanik für den Spielenden bedeutet: Eine Spielsperre ist nicht «die Strafe für zu viel Spielen», sondern ein Werkzeug, das bewusst eingesetzt werden kann, bevor ein Problem entsteht. Wer in einem Spielflow eine Sperre aufheben will, kann es drei Monate lang nicht. Wer aus Geldnot eine Sperre aufheben will, hat eine Fachstelle zur Seite, die den Antrag prüft.

Schutz Minderjähriger und ausgeschlossener Personen

Sportwetten sind Personen ab 18 Jahren erlaubt. Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — eine Regel, die Spielmanipulation vorbeugt und im Sport selbstverständlich sein sollte. Die Gespa testet den Jugendschutz an Verkaufsstellen: 2025 wurde in 47,5 % von 200 Testkäufen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer «der Verkauf wird kontrolliert» als Argument benutzt, sollte diese Zahl mitdenken.

Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Das bedeutet für den Anbieter eine Auszahlungspflicht nur bei rechtmässiger Teilnahme; wer gegen die Sperre verstösst, verliert den Einsatz.

Livewetten und Cash-Out: Was während des Spiels geht

Der praktische Kern einer Livewette ist nicht «wer setzt», sondern «wie wird die Wette abgewickelt». Eine Livewette durchläuft in der Schweiz denselben Mechanismus wie eine Prematch-Wette — Einsatz, Quote, Auszahlung nach Spielende —, aber zwei Elemente kommen hinzu: Cash-Out und Quotenboosts.

Cash-Out: Was es ist und was es kostet

Cash-Out bedeutet, dass der Veranstalter die Wette vor Spielende zu einem festgelegten Betrag zurückkauft. Wer nach 60 Minuten sieht, dass seine Wette zu 70 % wahrscheinlich gewinnt, kann den Gewinn mitnehmen, bevor das Spiel zu Ende ist. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; Swisslos behält sich vor, Cash-Out jederzeit zu ändern oder nicht für jeden Markt anzubieten.

Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei Spielende ohne vorzeitigen Ausstieg. Er hängt vom Stand des Sportereignisses ab, und Swisslos kann ihn jederzeit anpassen. Wer Cash-Out als «Sicherheitsnetz» versteht, sollte die Mechanik mitbedenken: Der Veranstalter kauft die Wette zu einem Preis zurück, der ihm erlaubt, das Risiko aus der Wette zu nehmen. Das ist nicht Grosszügigkeit, sondern Risikomanagement. Cash-Out ist dann sinnvoll, wenn der Spielende einen Gewinn realisieren will, bevor das Spiel kippt — oder wenn er erkennt, dass seine ursprüngliche Einschätzung falsch war.

Kombiboost, Quotenboosts und Profitboosts

Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Kombinationswette mit mindestens vier Voraussagen, jede einzelne Voraussage mit Quote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die Mechanik, die der Veranstalter unter «Boost» anbietet: keine Erhöhung der Quote selbst, sondern eine Erhöhung des Nettogewinns auf eine ausgewählte Wette, begrenzt auf einmal pro Person und Veranstaltung.

Was die reguläre Spielzeit umfasst

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Sieger nach 90 Minuten» wettet, wettet nicht auf den Sieger nach Verlängerung; wer auf den Sieger des Turns ins Endturnier wettet, wettet auf das Turnier-Ergebnis, einschliesslich Verlängerung und Penaltyschiessen, wenn das Wettprogramm das so vorsieht. Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit: Eine Wette auf «das nächste Tor» in einem Spiel, das in die Verlängerung geht, kann anders gewertet werden als eine Wette auf den Sieger nach 90 Minuten plus Verlängerung.

Abhängige Ereignisse und Bet-Builder

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Das heisst: Wer auf «nächstes Tor Mannschaft A» und «Sieg Mannschaft A» in derselben Partie setzen will, muss den Bet-Builder nutzen. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Bet-Builder ist also nicht nur ein Werkzeug für komplexere Anlagen, sondern auch eine Voraussetzung, damit eine bestimmte Klasse von Wetten überhaupt angenommen wird.

Wettannahme und Limits

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Limiten sind operative Spielregeln, kein gesetzlicher Rahmen. Wer ein grösseres Volumen setzen will, ist auf Systemwetten verwiesen, deren Höchsteinsatz bei CHF 10’000 liegt.

Was passiert, wenn ein Spiel abgesagt wird

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Wer also eine 5er-Kombination hat und ein Spiel fällt aus, hat keine 5er-Kombination mehr, sondern eine 4er-Kombination mit einer Quote von 1.00 für das ausgefallene Spiel — der Anteil dieses Spiels am Produkt der Einzelquoten fällt weg. Die übrigen Voraussagen zählen weiter; ein allfälliger Kombiboost, der an die Anzahl Voraussagen gebunden ist, kann dadurch entfallen.

Gewinnberechnung

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 10 auf Quote 2.50 zahlt CHF 25.00 brutto zurück (Einsatz plus Gewinn), oder einen Reingewinn von CHF 15.00. Bei einer Kombination aus vier Voraussagen mit Einzelquoten 1.80, 2.10, 1.95 und 2.40 ergibt die Gesamtquote 1.80 × 2.10 × 1.95 × 2.40 = 17.66; ein Reingewinn auf einen Einsatz von CHF 10 wäre CHF 166.64 (10 × (17.66 − 1)). Diese Mechanik ist unabhängig davon, ob die Wette prematch oder live platziert wird.

Was eine Wette auf eine Quote von 2.50 zurückzahlt

Eine Livewette auf Quote 2.50 bei einem Einsatz von CHF 10 zahlt bei einem Gewinn CHF 25.00 brutto zurück, also den Einsatz plus einen Reingewinn von CHF 15.00. Das gilt für Einzelwetten und für jede Voraussage einer Kombinationswette gleichermassen; bei einer Kombination multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Reingewinn ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote abzüglich Einsatz. Eine Livewette ist in dieser Mechanik nicht anders als eine Prematch-Wette — der Unterschied liegt in der Quote selbst, die mit dem Spielstand wandert.

Diese Zahl ist eine Beispielrechnung und keine zitierte Quote. Der Veranstalter setzt die Quote vor und während des Spiels nach seinem Modell; einzelne Live-Quoten können deutlich tiefer liegen (bei klarem Favoriten nach 1:0 in der 70. Minute) oder deutlich höher (bei Aussenseiter, der überraschend führt). Der Rechenweg — Auszahl, betrag mal Quote, Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten — bleibt derselbe.

Swisslos Sporttip im Detail

Swisslos ist eine interkantonale Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Sporttip-Konto online eröffnen; online wetten geht über die Webseite oder die Sporttip App (iOS, Android). In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle gespielt werden.

Das Sporttip-Angebot umfasst Prematch- und Livewetten auf eine breite Palette von Sportarten, deren konkrete Verfügbarkeit im Wettprogramm der Plattform steht. Livewetten sind verfügbar, solange das Ereignis gelistet ist und die Bewilligung es erlaubt. Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, prematch und live, online und vollständig (kein Teilauszahlung). Quotenboosts und Profitboosts sind online verfügbar, prematch und auf Einzelwetten, einmal pro Person. Der Kombiboost ist online verfügbar für Kombinations- und Systemwetten mit mindestens vier Voraussagen à mindestens 1.50.

Die Spielregeln sind klar definiert und in der Version 4.2 (Stand 14. Oktober 2026) abrufbar: Verlustlimiten vor Teilnahme, 72-Stunden-Frist für Erhöhungen, Sofort-Wirkung für Senkungen; Spielsperre produktbezogen oder unbefristet mit Registereintrag; Annahmeregeln für Wetten nach Ereigniseintritt; Höchsteinsätze CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Die Auszahlung von Gewinnen erfolgt nach klaren Regeln: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.

Die Aufladung des Wallets geht per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein (Mindestbetrag CHF 20; 30-Tage-Limit CHF 10’000; Kauf nur, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt). Swisslos bietet PostFinance Pay als eine dieser Zahlungsarten; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlungen sind bis zu zweimal pro Jahr gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage.

Verdikt. Swisslos Sporttip ist der einzige bewilligte Online-Anbieter für die grosse Mehrheit der Deutschschweizer Kantone. Wer dort wohnt, hat mit Sporttip den bewilligten Weg: vollständige Schweizer Spielerschutzregeln, vollständige Schweizer Spielsperre-Mechanik, vollständige Schweizer Auszahlungsregeln. Die Kehrseite sind die operative Enge: Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, Cash-Out nur als Vollständiges, keine Promo-Codes auf dieser Seite. Wer hohe Volumen oder sehr breite Massnahmenmärkte braucht, ist mit Sporttip an einer Grenze, die nicht das Gesetz, sondern die Hausordnung setzt.

Loterie Romande Jouez Sport im Detail

Die Loterie Romande ist die Veranstalterin für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihren Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Ihr Produkt für Sportwetten heisst Jouez Sport; das Règlement Jouez Sport (17e édition, septembre 2024) regelt die Teilnahme an Verkaufsstellen und online.

Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. An den Verkaufsstellen werden nur Prematch-Wetten angeboten. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande — also online, nicht an der Verkaufsstelle. Wer live wetten will, muss online spielen; wer an der Verkaufsstelle spielt, spielt prematch. Diese Trennung ist eine operative Eigenschaft von Jouez Sport, kein Konsequenz.

Verdikt. Loterie Romande Jouez Sport ist der einzige bewilligte Anbieter für die Westschweiz. Für Strophen müssen online spielen, wer live wetten will — Verkaufsstellen verkaufen nur Prematch. Wer in Genf, Lausanne, Sitten oder Freiburg wohnt und an der Verkaufsstelle spielt, kann dort keine Livewette platzieren. Wer den persönlichen Kontakt an der Verkaufsstelle schätzt, hat damit die operative Klarheit, dass dort nur Prematch läuft, und nicht online.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Marken tauchen im Internet auf, wenn Schweizer Spielende nach Sportwetten suchen. Sie besitzen keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Spielsperre-Register, keine Schweizer Beschwerdestelle. Die nachfolgenden Hinweise gelten für alle acht gleichermassen, weil das BGG hier gleichermassen gilt.

Sportuna

Sportuna ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Wer bei Sportuna spielt, spielt ohne Schweizer Spielsperre-Anschluss und ohne Schweizer Beschwerdestelle; eine ausländische Lizenz — falls vorhanden — hat in der Schweiz keine Wirkung. Schweizer Gewinne aus Sportuna können in einzelnen Kantonen als Einkommen versteuert werden.

PowBet

PowBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die fehlende Schweizer Bewilligung bedeutet: kein Anschluss an das Schweizer Spielsperre-Register, keine Schweizer Beschwerdestelle, keine Schweizer Schutzregeln. Wer bei PowBet spielt, spielt auf eigenes Risiko ohne Schweizer Rahmen.

1Bet

1Bet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Da keine Verbindung zum Schweizer System besteht, fehlen der hiesige Spielerschutz, der Anschluss an das Sperrregister sowie eine rechtliche Rekursmöglichkeit.

BillyBets

BillyBets ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Mangels Schweizer Konzession sind Kunden hier nicht über den hiesigen Spielerschutz abgesichert, und das Angebot unterliegt keiner Aufsicht durch die Gespa.

GG.BET

GG.BET ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die fehlende Bewilligung hat zur Folge, dass Schweizer Schutzmassnahmen wie das Sperrregister oder die Beschwerdestelle nicht greifen.

Betclic

Betclic ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung.

Gamdom

Gamdom ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung.

Bruce Bet

Bruce Bet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung.

Verdikt über die ausländischen Marken. Was diese acht Marken eint, ist nicht das Angebot, sondern die fehlende Schweizer Bewilligung. Wer bei einer von ihnen spielt, spielt ohne Schweizer Spielsperre-Anschluss, ohne Schweizer Schutzregeln, ohne Schweizer Beschwerdestelle; eine ausländische Lizenz — wo auch immer — hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer in der Schweiz wohnt und bei einer dieser Marken spielt, sollte sich bewusst sein, dass der Schweizer Rechtsrahmen dort nicht greift, und die Sperrliste der Gespa kann die Schweizer Erreichbarkeit der Marke jederzeit unterbrechen.

Steuerliche Einordnung

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind grundsätzlich einkommenssteuerfrei, soweit sie den Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn nicht übersteigen. Der Bundesfreibetrag liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich; die Formulierung «je nach Kanton» ist die einzige redaktionell tragfähige. Ein typischer Spielender gewinnt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis — der Kanton Thurgau namentlich — behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Eine Schweizer Wette auf Quote 2.50 mit Einsatz CHF 10 und Gewinn CHF 25 löst keine Steuer aus. Eine ausländische Wette mit gleichem Gewinn löst im Kanton Thurgau eine Steuer aus, in anderen Kantonen möglicherweise nicht. Diese Frage gehört zur Steuererklärung und zum Steuerberater, nicht in eine redaktionelle Einordnung; allgemeine Information genügt an dieser Stelle.

Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht. Wer behauptet, eine «Wettsteuer» werde vom Einsatz erhoben, beschreibt eine ausländische Regelung. In der Schweiz ist der Einsatz vollumfänglich Wetteinsatz, der Bruttogewinn ist Auszahlung minus Einsatz.

Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz

Wie funktionieren Livewetten, und wie ändern sich die Quoten während des Spiels?

Livewetten werden auf ein bereits laufendes Sportereignis platziert; die Quote wird nicht zu Beginn festgelegt, sondern fortlaufend an den Spielverlauf und das Modell des Veranstalters angepasst. Wer nach dem 1:0 auf den Favoriten wettet, nimmt eine tiefere Quote, weil das Modell ihm wieder mehr Gewicht gibt; wer auf den Ausgleich wettet, nimmt eine höhere Quote, weil der Ausgleich seltener geworden ist.

Sind Livewetten in der Schweiz erlaubt?

Livewetten sind erlaubt, soweit die Sportart, der Wettbewerb und die Wettart auf der Gespa-Liste stehen und der Veranstalter die Bewilligung hat. In der Schweiz sind das Swisslos (Sporttip) und die Loterie Romande (Jouez Sport). Andere Anbieter dürfen in der Schweiz keine Livewetten anbieten, auch wenn sie eine ausländische Lizenz haben.

Was gilt für eine Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?

Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00. Bei einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Die Wette wird angenommen, aber das System entscheidet im Nachhinein über eine Annahme.

Gibt es bei Jouez Sport Livewetten auch an der Verkaufsstelle?

Nein. An den Verkaufsstellen der Loterie Romande werden nur Prematch-Wetten angeboten. Livewetten sind ausschliesslich auf der Internet-Spielplattform der Loterie Romande verfügbar; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Gehören Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (Fussball: 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind — sonst nicht.

Wie wirken sich Verlustlimiten aus, wenn mehrere Livewetten kurz nacheinander platziert werden?

Verlustlimiten wirken unabhängig von der Anzahl parallel laufender Wetten: alle laufen gegen dieselbe Tages-, Wochen- oder Monatslimite. Wer das Limit erreicht, kann in der laufenden Periode nicht weiter wetten. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — die BGS-Vorgabe wäre 24 Stunden, Swisslos verschärft sie in den eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»