Wie Quoten bei Sportwetten wirklich funktionieren

Updated Oktober 2026
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Ladevorgang...

Eine kleine Messingwaage mit zwei Kieselsteinen in den Schalen steht auf einem Holzbrett.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Eine Quote ist nie ein Versprechen, sondern ein Preis. Sie sagt, was eine Wette bei einem Einsatz von 1 CHF zurückzahlt, und sie tut es auf eine Art, die den Buchmacher von Anfang an bevorteilt. Wer das versteht, sieht Angebote anders.

Was eine Quote tatsächlich aussagt

Eine Dezimalquote von 2.10 bedeutet schlicht: Einsatz mal 2.10 ergibt den Bruttogewinn. Bei 10 CHF Einsatz kommen 21 CHF zurück, davon 10 CHF Einsatz und 11 CHF Nettogewinn. Wer das auf den Kopf stellt, sieht die implizierte Wahrscheinlichkeit: 1 geteilt durch die Quote. Aus 2.10 wird rund 47.6 %, aus 1.50 werden 66.7 %. Diese Wahrscheinlichkeit ist nicht das, was der Buchmacher «denkt», sondern das, was er dem Markt als Wert mitgibt, eingezogen.

Eine Passstrasse zieht sich in Kehren einen Alpenhang hinauf, kein Fahrzeug ist zu sehen.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben.

Hier liegt der Haken. Addiert man die implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes – beim Fussball-Heimsieg 2.10, beim Unentschieden 3.40, beim Auswärtssieg 3.60 –, ergibt die Summe mehr als 100 %. Das ist kein Rechenfehler, sondern die Marge des Veranstalters. Sie steckt in jeder einzelnen Quote und heisst im Fachjargon «Overround». Die Differenz zwischen dieser Summe und 100 % ist der Anteil, den der Anbieter im Schnitt behält. Für eine prägnante Bandbreite: Eine ausgewogene Fussball-1X2-Quote um 1.90/3.40/4.00 entspricht einer Marge von etwa 7 bis 9 %. Bei Märkten mit zwei Ausgängen – Tore über oder unter einer Schwelle, Handicap – liegt die Marge niedriger, oft zwischen 4 und 7 %, weil weniger Spielraum stehen muss, eingezogen.

Ein Beispiel mit zwei Ausgängen, beide zu Quote 1.90: Die implizierte Wahrscheinlichkeit pro Seite beträgt 52.63 %, zusammen also 105.26 %. Die Auszahlungsquote – der Anteil der Einsätze, der im Mittel zurückfliesst – liegt bei 1 ÷ 1.0526 = 95.00 %. Der Anbieter behält 5.00 % von jedem eingesetzten Franken. Diese 5 % sind kein Aufschlag, den man wegdiskutieren kann. Sie sind der Preis des Spiels.

Diese Marge zu kennen ist wichtig, weil sie den Vergleich zwischen Anbietern erst schärft. Zwei Wettanbieter mit unterschiedlichen Quoten auf dasselbe Spiel bieten nicht «bessere» oder «schlechtere» Chancen, sondern unterschiedlich hohe Preise für das gleiche Risiko. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Preise – nicht Tipps.

Warum in der Schweiz nur zwei Veranstalter zählen

In der Schweiz dürfen Sportwetten als Grossspiel nur zwei Veranstalter anbieten: die Swisslos Sporttip und die Loterie Romande mit ihrem Produkt Jouez Sport. Diese Beschränkung folgt aus dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und der interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern. Wer in der Schweiz Sportwetten ohne diese Bewilligung anbietet, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, gewerbsmässig bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS).

Ein Regenschirm liegt auf einer nassen Treppe zwischen leeren Zuschauerrängen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Diese regulatorische Enge hat handfeste Konsequenzen für jeden, der in der Schweiz wettet auf einem dieser beiden Kanäle.

Sporttip und sein Vertragsgebiet

Swisslos – die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel – betreibt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bei Swisslos können nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet eröffnen. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, gehört in das andere Lager.

Jouez Sport und die Romandie

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Auch hier: Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Auf dem Markt tummeln sich Dutzende ausländische Wettanbieter – von Rabona über GG Bet und N1 Bet bis zu Betclic, BillyBets, Boomerang Bet, Betscore und Sportuna. Keiner von ihnen verfügt über eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, spielt ohne Schweizer Schutz: kein Anschluss an das hiesige Spielsperren-Register, kein Rechtsweg bei Streit, keine Gespa-Aufsicht. Die Gespa führt eine DNS-Sperrliste – Ende 2025 standen 671 Domains darauf, Anbieter suchen «Bet-at-Home», Interwetten und bet365 sind namentlich genannt.

Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel in der Schweiz ist eine Übertretung (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit Busse bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Werbung in eine Richtung für ein Betrank ohne Bewilligung steht deshalb aussen vor – beschrieben werden darf, beworben nicht.

Einsatzlimits für die Werbung: Werbung – Werbung für die Werbung der Schweizer Veranstalter

Die Schweizer Veranstalter setzen für die Spielenden strenge, aber klare Rahmen. Sie zu kennen gehört zum Grundwissen.

Verlust- und Einzahlungslimits

Wer bei Sporttip mitspielen will, muss vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Limite senken gilt sofort, eine Limite erhöhen erst nach 72 Stunden – Swisslos schreibt das so in den Teilnahmebedingungen, obwohl das Gesetz eigentlich nur 24 Stunden verlangt (Art. 87 VGS). Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden.

Wer sich hingegen sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst aussetzen – ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch in Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Freiwillig aufgehoben werden kann eine solche Sperre frühestens nach drei Monaten, unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS).

Einsatzlimits und Maximalgewinne

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen. Eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen.

Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Maximalgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Was eine Wette kostet – und was sie zurückbringt

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombinationswette wird die Gesamtquote – das Produkt der Einzelquoten – mit dem Einsatz multipliziert. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Bei einer Einzelwette von 10 CHF auf Quote 2.50 bedeutet das: 10 × 2.50 = 25.00 CHF (Bruttogewinn), davon 15.00 CHF Nettogewinn. Bei einer Kombiwette mit drei Auswahlen zu den Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 sieht die Rechnung so aus: Gesamtquote = 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722. Bei 5 CHF Einsatz: 5 × 7’722 = 38.61 CHF. Auf zwei Stellen gerundet bleibt 38.61 CHF, ab 5 Rappen gerundet sind das 38.60 CHF Bruttogewinn.

Livewetten und ihre Tücken

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückerstattet. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist eine Klausel, die im Eifer des Augenblicks teuer werden kann.

Cash-Out: Vorversicht des Eingangs

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor und während des Spiels. Allerdings nur online und nur als vollständiger Cash-Out – Teilauszahlungen sind nicht möglich. Der Cash-Out-Betrag liegt immer unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Ausgang, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist. Und: Einmal ausgeführt, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen.

Wettarten, die jede Quote anders formen

Nicht jede Wette rechnet sich auf dieselbe Weise. Wer die Formate kennt, sieht, wo sich Quoten kumulieren – und wo sie sich gegenseitig auffressen.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Eine Einzelwette steht für sich. Quote mal Einsatz, fertig. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten aller Auswahlen zur Gesamtquote. Bei vier Auswahlen zu je 1.80 ergibt sich 1.80⁴ = 10.50 – klingt verlockend, ist aber nur dann 10.50 wert, wenn alle vier Auswahlen eintreffen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei rund 1 zu 10.50, also wieder bei knapp 9.5 % implizierter Wahrscheinlichkeit, eingezogen. Die Marge schlägt bei jeder Auswahl zu, vier Mal statt einer, eingezogen.

Eine Systemwette ist eine Sammlung von Kombiwetten aus einem Pool von Auswahlen. Bei drei Auswahlen und Systemwette «2 aus 3» entstehen drei Kombiwetten zu je zwei Auswahlen. Gewonnen ist, so gewinnt mindestens eine davon. Der Einsatz verteilt sich auf alle Kombinationen. Bei Sporttip darf eine Systemwette bis CHF 10’000 Einsatz enthalten – das Zehnfache einer Einzel- oder Kombiwette.

Abhängige Ereignisse und der Bet-Builder

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – etwa «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im gleichen Spiel – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer ungewöhnliche Kombinationen sehen will, schaut in die Bet-Builder-Sektion.

Kombiboost und Profitboost

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live, Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, dazwischen 10 % bei fünf und 30 % bei acht Voraussagen, weiter 15 % bei sechs, 25 % bei neun, 40 % bei zehn, 60 % bei zwölf, 80 % bei vierzehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Im Klartext: Wer bei Sporttip eine Kombiwette mit fünf Auswahlen zu je 1.60 platziert, bekommt auf den Nettogewinn 10 % obendrauf, sofern alle Auswahlen eintreffen.

Quotenboosts und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten. Sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist kein Geschenk, sondern ein Aufschlag auf eine Wette, die man auch ohne Boost platzieren könnte, eingezogen.

Was passiert, wenn ein Spiel abgesagt wird

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombiwetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Die Gesamtquote sinkt entsprechend. Wer mit fünf Auswahlen rechnet, sollte dieses Risiko einkalkulieren – eines pro Wettereignis, eingezogen.

Verjährung und Auszahlungsfristen

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Auswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer eine Auszahlung verweigert bekommt, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Wer diese Fristen verpasst, hat schlicht verloren.

Auszahlung und Wallet

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Das Wallet selbst kann per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein ab CHF 20 aufgeladen werden – in 30 Tagen höchstens CHF 10’000. Auszahlungen sind innert 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann Swisslos 3 % Kommission belasten. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

PostFinance Pay steht als Zahlungsart für das Aufladen des Swisslos-Spielkontos zur Verfügung – die Transaktion wird direkt in der PostFinance-App bestätigt.

Quoten, Wahrscheinlichkeit und der Wert der Information

Wer eine Quote akzeptiert, akzeptiert die Bewertung des Marktes. Bei Sporttip und Jouez Sport sind das die Bewertungen der beiden Schweizer Veranstalter. Sie haben kein Interesse an falschen Quoten, weil die Spieler das sofort bemerken würden. Sie haben aber jedes Interesse an einer stabilen Marge, die das Geschäft trägt.

Wer das eigene Wissen über ein Spiel gegen die implizierte Wahrscheinlichkeit der Quote hält, gewinnt nur dann, wenn die eigene Einschätzung besser ist als die Bewertung des Veranstalters. Dazu braucht es Informationen, die der Markt noch nicht hat – Verletzungen, die erst kurz vor dem Spiel bekannt werden, taktische Veränderungen, Wetterbedingungen. Die Quote allein verrät nichts, das nicht schon eingepreist ist, eingezogen.

Die Quoten für die grosse Fussball – Bundesliga, Champions League, WM-Qualifikation – bewegen sich vor dem Spiel oft nur noch minimal. Bei Spielen tieferer Ligen oder exotischerer Sportarten ist die Marge tendenziell höher, weil weniger Wettvolumen den Ausgleich schafft. Wer in unbekannten Märkten spielt, zahlt mehr für den Spass.

Verantwortung im Umgang mit Quoten

Hohe Quoten wirken verlockend, steigern aber das Verlustrisiko. Eine Wette zu Quote 8.00 wirkt wie ein Lottogewinn – aber die implizierte Wahrscheinlichkeit liegt bei 12.5 %, und die echte Wahrscheinlichkeit ist in der Regel tiefer, eingezogen. Wer regelmässig auf Aussenseiter setzt, verliert regelmässig.

Die wirksamste Schutzmassnahme ist das eigene Limit. Swisslos verlangt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, Loterie Romande vergleichbar. Wer sein Limit setzt und einhält, schützt sich vor der eigenen Begeisterung. Wer das Limit erhöhen will, muss 72 Stunden warten – das ist keine Schikane, sondern Atempause, eingezogen.

Die Gespa testet regelmässig den Jugendschutz an Verkaufsstellen. 2025 wurde in 47.5 % von 200 Testkäufen einem Minderjährigen eine Sportwette verkauft. Das ist kein Argument gegen die Schweizer Veranstalter, sondern ein Hinweis darauf, dass Kontrolle nötig bleibt.

Wer merkt, dass das Wetten zur Gewohnheit wird, kann sich selbst sperren – produktbezogen für 1 bis 180 Tage, oder unbefristet im schweizweiten Register. Die Sperre gilt in allen Schweizer Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Freiwillig aufgehoben werden kann sie frühestens nach drei Monaten, unter Einbezug einer Fachstelle. Das ist absichtlich beschwerlich.

Besteuerung von Gewinnen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die bundesrechtliche Schwelle liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonalen Schwellen unterscheiden sich – «je nach Kanton» ist die ehrliche Antwort. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.

Ein typischer Sporttip-Gewinn liegt weit unter diesen Schwellen. Die meisten Spielerinnen und Spieler zahlen weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf ihre Wettgewinne. Wer dennoch unsicher ist, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Gewinne aus ausländischen Wettanbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer – die ausländischen Anbieter führen sie schlicht nicht ab. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen, eingezogen. Das macht ausländisches Wetten für Thurgauer nicht nur riskanter, sondern auch steuerlich unattraktiver.

Die Veranstalter im direkten Vergleich

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligung
Swisslos Sporttip Ja (BGS, Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Ja (BGS, Grossspiel) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Gespa
Rabona Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
GG Bet Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
N1 Bet Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
Betclic Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
BillyBets Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
Boomerang Bet Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
Betscore Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich
Sportuna Nein keine Schweizer Bewilligung; Gespa-Sperrliste möglich

Die Tabelle trennt sauber zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern, die eine Gespa-Bewilligung haben, und den ausländischen Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Wer in der Schweiz wettet auf einem dieser beiden Kanäle, hat nur zwei seriöse Optionen – und jede ist auf ihr Vertragsgebiet beschränkt, eingezogen.

Swisslos Sporttip – der Standard für Deutschschweiz und Tessin

Swisslos betreibt Sporttip als einzige Sportwette im deutschsprachigen Vertragsgebiet. Die Quote bewegt sich im üblichen Rahmen – eine Fussball-1X2-Heimsieg-Quote auf ein Bundesligaspiel liegt meist zwischen 1.50 und 3.50, je nach Kräfteverhältnis. Was Swisslos von der Konkurrenz unterscheidet, ist nicht die Quotenstruktur, sondern das Gesamtpaket: Verlustlimiten vor Spielbeginn, ein Kombiboost für Vielspieler, Cash-Out für Einzel- und Kombiwetten, und die Gewissheit, dass die Gewinne bis CHF 1’000 automatisch dem Wallet gutgeschrieben werden. Für eine/n Spieler/in in Zürich, Basel oder Bern gibt es keine ernsthafte Alternative innerhalb der Schweizer Regulierung.

Loterie Romande Jouez Sport – das Gegenstück für die Romandie

Jouez Sport bietet das gleiche Produkt für die Westschweiz, mit ähnlichen Quotenstrukturen und ähnlichen Spielregeln. Die Mindesteinsätze liegen leicht höher (CHF 2 online), die Maximalgewinne sind gedeckelt (CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Multiples zusammen). Wer in Genf, Lausanne oder Sitten wohnt, hat mit Jouez Sport den einzigen legalen Online-Zugang zu Sportwetten.

Ausländische Anbieter – keine Schweizer Option

Alle übrigen gelisteten Marken – Rabona, GG Bet, N1 Bet, Betclic, BillyBets, Boomerang Bet, Betscore, Sportuna – haben in der Schweiz keine Bewilligung. Wer dort spielt, spielt auf eigene Gefahr: keine Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg. Im Streitfall bleibt nur der Weg zum ausländischen Gericht, mit allen Unwägbarkeiten. Hinzu kommen die steuerlichen Konsequenzen im Kanton Thurgau und anderswo. Wer in der Schweiz wohnt und trotzdem bei einem dieser Anbieter spielt, sollte sich der Konsequenzen bewusst sein.

Häufige Fragen zu Quoten bei Schweizer Sportwetten

Was bedeutet eine Dezimalquote von 2.10?

Eine Quote von 2.10 bedeutet, dass ein Einsatz von 1 CHF bei Gewinn 2.10 CHF zurückbringt. Bei 10 CHF Einsatz sind das 21 CHF Bruttogewinn, davon 11 CHF Nettogewinn. Implizit steckt darin eine Wahrscheinlichkeit von rund 47.6 % – die Bewertung des Marktes, nicht die echte Wahrscheinlichkeit. Wer 2.10 sieht, wettet gegen diese Bewertung.

Wie entsteht die Marge des Anbieters?

Die Marge entsteht, indem der Anbieter die implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes über 100 % setzt. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt sich 105.3 % – der Anbieter behält 5.3 % von jedem eingesetzten Franken. Bei drei Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) liegt die Marge typischerweise zwischen 7 und 10 %. Die Marge ist im Preis eingebaut, nicht aufgeschlagen – sie lässt sich nicht wegdiskutieren, nur umgehen, indem man auf Märkte mit tieferer Marge ausweicht.

Wie wird aus Einsatz und Quote der Gewinn berechnet?

Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette von 20 CHF auf Quote 1.85 ergibt sich 37.00 CHF. Der Nettogewinn ist Bruttogewinn minus Einsatz, hier also 17.00 CHF. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei 20 × 1.85 = 37.00 bleibt 37.00 CHF; bei 5 × 1’333 = 6’665 wird auf 6.67 aufgerundet und auf 6.65 abgerundet. Die Rundung kostet in seltenen Fällen einen halben Rappen.

Wie entsteht die Gesamtquote einer Kombiwette?

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Bei drei Auswahlen zu 1.80, 2.20 und 1.95 ergibt sich 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722. Bei 5 CHF Einsatz wird daraus 38.61 CHF. Tritt eine Auswahl nicht ein, verfällt die ganze Wette – die Gesamtquote hilft dann nicht. Die Marge schlägt bei jeder Auswahl zu, nicht nur beim Endprodukt, eingezogen.

Welcher Anbieter hat die besten Quoten?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten, weil die Quoten je nach Sport, Markt und Zeitpunkt variieren. In der Schweiz gibt es nur zwei zugelassene Veranstalter – Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport – die je nach Vertragsgebiet exklusiv sind. Ein direkter Quotenvergleich zwischen den beiden ist nur für Spielerinnen und Spieler im Grenzgebiet möglich. Wer zwischen ihnen wählen kann, vergleicht aktuell dieselben Spiele und schaut, wer konsequent die höhere Quote bietet – das ist die einzige ehrliche Methode.

Was ändert sich bei Livewetten?

Bei Livewetten schwanken die Quoten permanent mit dem Spielverlauf. Ein Rückstand wirft die Siegquote des Favoriten nach oben, eine Gelbe Karte kann sie ebenfalls verschieben. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückerstattet. Bei spielentscheidenden Szenen (Elfmeter, Rote Karte, VAR) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Quote beim Abschluss der Wette ist die gültige Quote, nicht die im Wettprogramm angezeigte.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»