Wetten auf Favoriten 2026 in der Schweiz

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes im dichten Morgennebel.

Datenstand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste bewilligter Sportwetten sowie die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Eine Quote von 1.30 sagt nichts darüber, ob das Spiel ausgeht wie erwartet. Sie sagt, wie der Buchmacher die Wahrscheinlichkeit einschätzt — und sie sagt, was er auf jeden Franken Einsatz behält. Wer auf Favoriten wettet, zahlt nicht für Sicherheit, sondern für eine Einschätzung, in der bereits die Marge steckt. Hier erfahren Sie, wie Favoritenquoten entstehen, was sie kosten und welche Anbieter in der Schweiz Favoritenwetten anbieten dürfen — und worauf Sie bei deren Regeln achten müssen.

Die zehn Schweizer Anbieter für Favoritenwetten im Überblick

In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51); die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern. Acht weitere Marken erscheinen in der Tabelle, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler ihnen im Internet begegnen — sie sind ausländisch, haben in der Schweiz keine Bewilligung und fallen unter die DNS-Sperrliste der Gespa. Die Tabelle ordnet sie nach derselben Spalte wie die bewilligten Anbieter, ohne sie gleichzustellen.

Eine leere Tartanbahn einer Leichtathletikanlage am frühen Morgen, Tau auf den Rasenflächen daneben und tiefstehende Sonne.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.
Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter und ausgewiesene Bewilligung
Swisslos Sporttip Grossspiel-Bewilligung (Veranstalter und Spiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Grossspiel-Bewilligung (Veranstalter und Spiel) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport; Aufsicht Gespa
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
1Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
Betify ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
Coolzino ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister

Was die Tabelle nicht zeigt, ist die Aufteilung in der Schweiz nach Sprachregion: Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Wer im einen Gebiet wohnt, kann beim Anbieter des anderen Gebiets kein Online-Konto eröffnen — die Veranstalterbewilligung gilt territorial, nicht national.

Was eine Favoritenquote aussagt — und was nicht

Eine Wettquote ist keine Vorhersage. Sie ist das Produkt aus zwei Dingen: der Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher dem Ereignis zumisst, und der Marge, die er auf diesem Markt behält. Eine Quote von 1.20 bedeutet, dass der Buchmacher das Ereignis mit etwa 83 Prozent Wahrscheinlichkeit eintreffen sieht — so weit, so plausibel. Gleichzeitig steckt in dieser Quote bereits der Anteil, den der Buchmacher von jedem Franken nicht wieder auszahlt. Bei einer Quote von 1.20 liegt die Marge typischerweise im niedrigen einstelligen Bereich pro Markt; bei Märkten mit drei Ausgängen wie der 1X2-Wette im Fussball ist sie höher.

Eine Steintreppe mit Geländer führt zu einer hohen Holztür eines alten Gebäudes, Herbstlaub liegt auf den Stufen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Das hat zwei praktische Folgen. Erstens: Wer auf einen klaren Favoriten wettet, gewinnt oft wenig, selbst wenn der Favorit gewinnt. Bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 1.50 bringt die Wette CHF 30 zurück, also CHF 10 Profit. Zweitens: Wer verliert, verliert den vollen Einsatz, ohne jeden Ausgleich. Der Buchmacher sichert sich auf beiden Seiten — bei der Quote und beim Total aller Ausgänge. Eine Quote ist eine Wette gegen den Buchmacher, nicht gegen die Wahrscheinlichkeit.

Die Marge als Rechengrösse

Die Marge eines Marktes lässt sich aus den Quoten aller Ausgänge berechnen. Für einen Zweiwege-Markt — etwa Sieg oder Niederlage, ohne Unentschieden — gilt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote Sieg + 1/Quote Niederlage). Die Marge ist 100 Prozent minus die Auszahlungsquote.

Nehmen wir einen beispielhaften Zweiwege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90. Dann ist 1/1.90 + 1/1.90 = 1.0526, also 1 ÷ 1.0526 = 0.9501 oder rund 95 Prozent Auszahlungsquote. Die Marge liegt damit bei rund 5 Prozent. Das ist die Spanne, in der sich seriöse Schweizer Buchmacher auf Hauptmärkten bewegen — sie liegt aber nicht auf jedem Markt so niedrig, und sie ist abhängig von Sport, Wettbewerb und Zeitpunkt der Quotenstellung. Auf Dreiwege-Märkten wie Fussball 1X2 ist die Marge systematisch höher, weil die Anbieter den Unentschieden-Preis mitfinanzieren müssen; auf Live-Märkten und exotischen Wettbewerben ist sie es ebenfalls. Wer die Marge eines Marktes schätzt, sollte immer alle Ausgänge gemeinsam betrachten, nie die Quote eines Favoriten allein.

Der Punkt, der sich aus der Rechnung ergibt, ist eine Grössenordnung: Favoritenwetten sind nicht «sicher», sie sind nur quotenniedrig. Eine Auszahlungsquote von 95 Prozent heisst, dass 5 von 100 Franken Einsatz auf diesem Markt im Schnitt beim Buchmacher bleiben. Wer das nicht versteht, wettet gegen ein mathematisches Polster.

Warum der Kombiboost Quoten ab 1.50 verlangt

Eine Eigenheit vieler Anbieter, die das Thema berührt: Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 Prozent bei vier über 20 Prozent bei sieben und 40 Prozent bei zehn bis zu 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Favoriten mit einer Quote von 1.20 oder 1.30 zählen für diesen Boost nicht, weil sie die Mindestquote von 1.50 nicht erreichen. Wer trotzdem einen Favoriten in die Kombi nehmen will, muss eine zweite Voraussagenkategorie wählen, deren Quote ebenfalls über 1.50 liegt — und dann trägt die Kombi ein Risiko aus zwei Quellen statt aus einer. Das ist kein Tippfehler im Wettprogramm, sondern Absicht: Der Anbieter will den Boost nur dort gewähren, wo das Risiko substanziell ist.

Welche Turniere und Wettarten in der Schweiz bewilligt sind

Die Schweiz führt keine offene Liste erlaubter Buchmacher. Sie führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportwetten. Die Gespa veröffentlicht die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; sie trägt das Datum 10.09.2026 und stützt sich auf Art. 25 BGS sowie Art. 29 VGS. Nur was auf dieser Liste steht, darf von Swisslos und Loterie Romande angeboten werden — und nur die beiden dürfen es anbieten.

Die Liste ist eng. Sie umfasst internationale und nationale Wettbewerbe in einer Reihe von Sportarten, enthält aber keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Bereich. Qualifikationsrunden gelten nur, wenn die Liste sie ausdrücklich nennt; Frauenwettbewerben verhält es sich ebenso. Rangwetten — also Wetten darauf, dass jemand eine bestimmte Platzierung erreicht — sind nur zulässig, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über einen Podestplatz entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS gesperrt. Wer auf ein Turnier wetten will, das nicht auf der Liste steht, hat in der Schweiz keine legale Wettmöglichkeit — auch nicht bei einem bewilligten Anbieter.

Livewetten und Cash-Out

Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, sofern der Anbieter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das BGS kennt keine inhaltliche Beschränkung einzelner Live-Märkte. Was der Anbieter auf dem Wettprogramm hat, ist Sache seiner Programmgestaltung — nicht des Gesetzes. Cash-Out ist im Gesetz nicht geregelt; es ist eine Eigenschaft des Anbieters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der ausgeführte Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Wettabschluss, hängt vom Spielverlauf ab und kann vom Anbieter jederzeit angepasst werden.

Wie Favoritenwetten in der Schweiz besteuert werden

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind Einkommenssteuer-frei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Die Schwelle des Bundes liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag sie bei CHF 1’070’400; die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb der Bundestext von «je nach Kanton» spricht. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Favoritengewinn liegt weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis behandelt sie jedoch unterschiedlich — der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, fragt am besten die kantonale Steuerverwaltung. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.

Verantwortungsvolles Wetten auch beim sicheren Tipp

Die Reihenfolge im Titel — «auch beim sicheren Tipp» — ist kein Stilmittel, sondern der Kern. Eine Quote von 1.10 bedeutet, dass der Buchmacher dem Ereignis rund 91 Prozent Wahrscheinlichkeit gibt, nicht 100. Was übrig bleibt, schluckt die Verlustwahrscheinlichkeit — und sie schluckt auch das, was eine Wette kostet, wenn sie fünfmal hintereinander verloren geht. Selbstgesetzte Limiten sind das einzige, was zwischen einem unangenehmen Abend und einer existenziellen Belastung steht.

Verlustlimiten vor dem ersten Tipp

Vor der ersten Online-Teilnahme bei Swisslos müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — ein Schutz gegen das impulsive Hochsetzen in einer Pechsträhne. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Die Limiten sind nicht Vorschlag, sondern Pflicht: Wer kein Limit setzt, wird nicht zur Wette zugelassen. Das ist die erste Reibung, die der Gesetzgeber eingebaut hat, und sie kostet nichts ausser einem Moment Aufmerksamkeit.

Spielsperre und Sperrregister

Wer sich selbst vom Spielen ausschliessen will, kann bei Swisslos den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Aufhebung einer Spielsperre ist erst nach drei Monaten möglich und nur mit Einbezug einer Fachstelle — das verhindert den nächtlichen Entschluss, am Morgen wieder zu spielen. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Werbung, Boni und das, was sie kosten

Werbung für Glücksspiele in der Schweiz darf nicht irreführend sein, sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten und nicht für Spiele werben, die in der Schweiz nicht bewilligt sind. Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Was ein bestimmter Bonus kostet, ergibt sich aus den Teilnahmebedingungen des Anbieters — nicht aus dem Werbeversprechen.

Prognose, Statistik und der Unterschied zur Wettquote

Wer auf einen Favoriten wettet, tut das in der Regel mit einer Begründung: Formkurve, Head-to-Head, Verletzungen, Heimvorteil, Turnierphase. Diese Faktoren fliessen in die Einschätzung des Buchmachers ein — und damit bereits in die Quote. Der Buchmacher hat Zugang zu denselben Statistiken, oft zu mehr, oft mit besseren Datenmodellen. Wer eine Quote sieht, sieht das Ergebnis dieser Modelle. Eine eigene Prognose, die der Quote widerspricht, ist entweder ein Modellfehler oder ein Informationsvorsprung; Letzteres ist auf den grossen Märkten selten. Die Frage ist nicht, ob der Favorit gewinnt, sondern ob die Quote die Wahrscheinlichkeit richtig abbildet.

Was Statistik hinzufügt, ist Kontext: Wie oft hat dieser Favorit in der Vergangenheit in dieser Konstellation gewonnen? Wie viele Tore fallen typischerweise in seinen Spielen? Wie reagiert er auf Rückstand? Diese Grössen verändern die Quote nicht — sie erklären, warum die Quote so steht, wie sie steht. Wer sie nicht kennt, wettet gegen einen Buchmacher, der sie kennt.

Der WM-Zyklus und warum Favoritenquoten fallen

In den Wochen vor einer Weltmeisterschaft sinken die Quoten auf die Top-Favoriten oft auf Werte, die im Saisonbetrieb ungewöhnlich wären. Der Grund liegt nicht in plötzlich neuer Sicherheit, sondern in der Konzentration der Wetten: Wo viele Spielende auf dieselbe Mannschaft setzen, sinkt die Quote, weil der Buchmacher sein Buch ausgleichen muss. Die Quote wird niedriger, ohne dass die Wahrscheinlichkeit steigt. Wer in dieser Phase setzt, bekommt weniger Quote — und bezahlt damit implizit die Popularität des Tipps, nicht die Qualität der Mannschaft.

Warum keine konkreten Tipps

Diese Seite nennt keine Spiele, keine Quoten und keine Prognosen. Der Grund ist kein Zufall: Niemand kennt das Ergebnis vor dem Spiel, und jede vorgespielte Sicherheit kostet am Ende Geld. Die Reihenfolge, die hier eingehalten wird, ist: erst die Mechanik verstehen, dann die Quoten lesen, dann entscheiden, ob man überhaupt wettet. Wer diese Reihenfolge umstellt, wettet gegen die Mechanik.

Anbieter im Detail

Die folgende Übersicht beschreibt die zehn Anbieter aus der Tabelle, ihre Bewilligungslage und das, was ihre Bedingungen für Favoritenwetten bedeuten. Sie bewertet jeden Anbieter mit einem Satz, der das Profil schliesst — nicht eine Aufzählung von Eigenschaften wiederholt.

Swisslos Sporttip

Sporttip ist das Produkt von SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Spielregeln in Version 4.2 regeln Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10’000 pro Systemwette. Die reglementarische Spielzeit im Fussball sind 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist. Bei abgesagten Ereignissen, die nicht innert 48 Stunden nachgeholt werden, wird die Einzelwette zurückbezahlt, in der Kombi erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne verfallen 26 Wochen nach öffentlicher Bekanntmachung der Auswertung. Sporttip ist die Referenz für Schweizer Favoritenwetten — wer hier wettet, wettet in der einzigen Konstellation mit vollem Schweizer Spielerschutz.

Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport wird von der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone veranstaltet; Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Reglement in der 17. Auflage (September 2024) setzt den Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette auf CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen auf CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Einzelquote einer Voraussage oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Für Westschweizer Spielende ist Jouez Sport die einzige legale Adresse; die Regeln sind eigenständig, nicht deckungsgleich mit Sporttip.

GG.BET

GG.BET hat in der Schweiz keine Bewilligung. Die Marke ist auf der Gespa-Sperrliste geführt und gehört zu den Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Schweizer Spielende haben über diese Marke keine Möglichkeit, sich an das schweizweite Sperrregister anzubinden; eine ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Geltung in der Schweiz. Wer bei GG.BET spielt, spielt ohne Schweizer Spielerschutz, ohne Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Rekursweg. Die Folgen trägt die Spielperson.

1Bet

1Bet hat in der Schweiz keine Bewilligung. Die Marke ist auf der Gespa-Sperrliste geführt. Eine ausländische Lizenz — gleich aus welchem Staat — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung; Spielende sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und haben im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg. Die Anbieterin kann jederzeit auf die Sperrliste gesetzt werden, was den Zugang über Schweizer DNS-Server unterbindet, aber nicht über andere Netze.

Playzilla

Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung und ist auf der Gespa-Sperrliste geführt. Wer über ein VPN oder einen anderen Weg spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens: keine Verlustlimiten-Pflicht, keine Sperrregister-Anbindung, keine Schweizer Aufsicht. Das ist die Konstellation, die ein Schadenfall besonders teuer macht, weil kein Schweizer Mechanismus hilft.

ZotaBet

ZotaBet ist ausländisch, ohne Schweizer Bewilligung, und auf der Sperrliste. Die Plattform wirbt international und akquiriert auch Schweizer Spielende, was nach Art. 74 Abs. 3 BGS verbotene Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele in der Schweiz darstellt. Wer als Spielende Person erkennt, dass die Plattform keine Schweizer Bewilligung hat, sollte prüfen, ob das eigene Spielverhalten zu den Risiken passt, die das BFSg für ungeschützte Wetten vorsieht.

Betify

Betify ist ausländisch, ohne Schweizer Bewilligung, und auf der Gespa-Sperrliste. Die Folgen sind dieselben wie bei den anderen ausländischen Anbietern: keine Schweizer Limiten-Pflicht vor der Wette, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an die Schweizer Verlustlimiten-Mechanik. Die Marke taucht in Werbenetzwerken auf, die Schweizer DNS-Sperren nicht umgehen.

HornetBet

HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Marke ist auf der Gespa-Sperrliste geführt. Eine Curaçao-Lizenz, eine Malta-Lizenz oder eine Lizenz aus einem anderen Drittstaat hat in der Schweiz keine Wirkung; die Plattform ist in der Schweiz nicht zugelassen. Schweizer Spielende, die über diese Plattform spielen, spielen ohne die Schutzmechanismen, die Art. 87 VGS für bewilligte Anbieter vorschreibt.

Coolzino

Coolzino hat keine Schweizer Bewilligung und ist auf der Sperrliste. Die Plattform gehört zur Gruppe der Anbieter, die in der Schweiz nicht zugelassen sind und über DNS gesperrt werden. Wer spielt, gewinnt im Erfolgsfall nach den Regeln des Anbieters — aber nicht nach Schweizer Recht, mit allen Folgen für die Durchsetzbarkeit.

Wettigo

Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung und ist auf der Gespa-Sperrliste geführt. Die Marke ist eine ausländische Wettplattform ohne Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS. Für Schweizer Spielende gilt dasselbe wie für die anderen ausländischen Anbieter: kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Wer dennoch spielt, sollte sich bewusst sein, dass im Streitfall das ausländische Recht des Anbieters gilt.

Wie Favoritenwetten konkret funktionieren: Rechenwege

Eine einzelne Favoritenwette ist einfach: Gewinn = Einsatz × Quote. Bei CHF 20 Einsatz und Quote 1.50 sind das CHF 30 zurück, also CHF 10 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Gewinn ist Einsatz × Gesamtquote.

Beispiel: Drei Voraussagen mit Quoten 1.50, 1.80 und 1.40 ergeben die Gesamtquote 1.50 × 1.80 × 1.40 = 3.78. Bei CHF 10 Einsatz ist der Bruttogewinn CHF 37.80, der Nettogewinn CHF 27.80. Aber: drei Voraussagen bedeuten drei unabhängige Wahrscheinlichkeiten, die alle eintreffen müssen, damit die Wette gewinnt. Sind die Wahrscheinlichkeiten jeweils 67 Prozent, 56 Prozent und 71 Prozent, liegt die kombinierte Wahrscheinlichkeit bei rund 26 Prozent. Eine Quote von 3.78 entspricht einer Auszahlungsquote von 1 ÷ 3.78 = 26.5 Prozent. Das ist genauer als die naive Multiplikation der Wahrscheinlichkeiten vermuten liesse — die Marge schlägt auf jeder Quote durch.

Eine Beobachtung, die viele überrascht: Bei einer Quote von 1.50 und Auszahlungsquote von 95 Prozent liegt die implizite Wahrscheinlichkeit des Buchmachers bei etwa 63 Prozent, nicht bei 67 Prozent. Der Buchmacher schätzt den Favoriten also konservativer, als die Quote allein vermuten liesse. Das ist die Marge, die im Preis steckt — und ein Grund, warum «Favoriten sind sicher» eine Frage der Quote ist, nicht der Wahrscheinlichkeit.

Häufige Fragen

Warum ist die Quote auf einen Favoriten niedrig, und was sagt sie über die Wahrscheinlichkeit aus?

Eine niedrige Quote spiegelt eine hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit, nicht eine Garantie. Bei Quote 1.50 schätzt der Buchmacher das Ereignis auf etwa 63 Prozent Wahrscheinlichkeit, nicht auf 100. Was die Quote zusätzlich enthält, ist die Marge des Marktes, also der Anteil, den der Buchmacher auf jedem Franken Einsatz einbehält. Eine Quote ist eine Wetteinschätzung, keine Vorhersage.

Wie wirkt sich die Marge des Buchmachers auf Wetten auf Favoriten aus?

Die Marge reduziert die effektive Auszahlungsquote des Marktes. Bei einer Auszahlungsquote von 95 Prozent bleiben 5 von 100 Franken Einsatz im Schnitt beim Buchmacher. Auf einem Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 liegt die Marge bei rund 5 Prozent; auf Märkten mit drei Ausgängen wie Fussball 1X2 oder auf exotischen Wettbewerben ist sie höher. Favoritenwetten sind deswegen nicht «sicher», sondern nur quotenniedrig.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Einzelwette mit CHF 20 Einsatz und Quote 1.50?

Der Bruttogewinn ist Einsatz × Quote, also CHF 20 × 1.50 = CHF 30. Der Nettogewinn — also das, was nach Abzug des Einsatzes bleibt — ist CHF 10. Bei Sporttip rundet die Auszahlung den Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab, was bei kleineren Beträgen gelegentlich einen Rappen kostet oder bringt.

Warum zählen Favoriten mit sehr niedriger Quote oft nicht für den Kombiboost, der Quoten ab 1.50 verlangt?

Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Eine Quote von 1.20 oder 1.30 erreicht diese Schwelle nicht und fällt durch das Raster. Der Grund ist die Logik des Boosts: Wer einen Bonus auf den Nettogewinn erhalten will, muss ein Mindestmass an Risiko eingehen. Wer den Favoriten dennoch kombinieren will, kann das tun, nur nicht im Boost.

Welche Turniere und Wettarten für Favoritenwetten sind in der Schweiz bewilligt?

Die Gespa-Liste vom 10.09.2026 führt die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten auf. Sie enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte, keinen Esports-Bereich und keine Wetten auf Trainingsläufe; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe gelten nur, wenn die Liste sie ausdrücklich nennt. Rangwetten sind nur zulässig, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über einen Podestplatz entscheidet. Alles, was nicht auf der Liste steht, ist in der Schweiz nicht bewilligt — auch nicht bei einem bewilligten Anbieter.

Wie lassen sich Verlustlimiten setzen, damit Wetten auf Favoriten nicht zu grossen Verlusten führen?

Vor der ersten Online-Teilnahme bei Swisslos müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; so wird das impulsive Hochsetzen in einer Verluststrähne verhindert. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer sich vom Spielen ausschliessen will, kann eine Sperre von 1 bis 180 Tagen setzen oder eine unbefristete Spielsperre im schweizweiten Register eintragen lassen — sie gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»