Systemwetten 2026: Aufbau, Spielregeln und Schweizer Anbieter im Vergleich

Updated Oktober 2026
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Zehn kleine Holzwürfel liegen in zwei ordentlichen Reihen auf einem hellen Tisch.

Wer schon einmal einen Wettschein mit mehreren Tipps ausgefüllt hat, kennt das mulmige Gefühl: reicht schon ein einziger falscher Tipp, ist die ganze Kombiwette weg. Die Systemwette mildert genau das ab, indem sie aus derselben Auswahl mehrere Kombinationen bildet und so auch dann noch einen Teil des Einsatzes zurückholen lässt, wenn nicht alle Voraussagen eintreffen. Wer in der Schweiz wettet, hat dabei weniger Auswahl als in anderen Märkten: zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, einer in der Deutschschweiz, einer in der Romandie, und die Systemwette ist dort ein fest eingebauter Bestandteil des Angebots – mit eigenen Höchsteinsätzen, eigenen Verlustlimiten und einer eigenen Auszahlungsmechanik.

Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y»; bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen.

Datenstand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln Sporttip (Version 4.2), das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) und die Angaben der Gespa zur Sperrliste.

Systemwette versus Kombiwette: die Schweizer Veranstalter im Überblick

Die Systemwette ist die Spielform, die im Schweizer Markt am häufigsten unterschätzt wird. Wer sie nutzt, verteilt seinen Einsatz auf mehrere kleine Wettreihen und nimmt dafür in Kauf, dass selbst bei mehreren richtigen Tipps nicht jede dieser Reihen voll zuschlägt. Die Auswahl an Anbietern, die das in der Schweiz anbieten dürfen, ist klein, aber jeder Name hat eigene Stärken – und eigene Grenzen. Welcher Veranstalter für welchen Wettenden passt, entscheidet sich an Wohnsitz, Wettprogramm und Höchsteinsatz.

Ein grauer Wollschal und eine Thermoskanne liegen auf einem Sitz im winterlichen Stadion, Raureif liegt auf den Stufen.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Die folgende Einordnung vergleicht die zugelassenen Veranstalter nach Schweizer Bewilligung, Verbreitungsgebiet und Produktename. Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung folgen separat, mit deutlicher Kennzeichnung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenzgrundlage
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Veranstalter- und Spielbewilligung; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Veranstalter- und Spielbewilligung; Aufsicht Gespa
20Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS), Domains können auf der Sperrliste stehen
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS), Domains können auf der Sperrliste stehen
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Drittquellen nennen Tobique (Kanada), ohne Kraft in der Schweiz
Funbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS)
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS)
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS)
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS)
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung Lizenzlage laut Gespa nicht anerkannt (Art. 4 BGS)

Die Tabelle trennt sauber zwischen den beiden zugelassenen Veranstaltern und den übrigen Marken, denen die Gespa die Anerkennung versagt. Wer in der Schweiz wettet, ist mit einem Konto bei Swisslos oder Loterie Romande auf der bewilligten Seite – und mit einer ausländischen Marke bewusst auf der anderen.

Swisslos Sporttip – der Deutschschweizer Standard

Swisslos betreibt Sporttip in 19 Deutschschweizer Kantonen, in Tessin und im Fürstentum Liechtenstein, mit Sitz in Basel und einer Veranstalterbewilligung unter dem Geldspielgesetz. Ein Online-Konto öffnet, wer im Vertragsgebiet wohnt; ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz fallen ebenfalls darunter, soweit die Spielsperre im Register leer ist.

Streifen von Sonnenlicht fallen durch eine Jalousie auf einen Schreibtisch mit Stiften.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Beim System liegt Sporttip breit: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1’000, für Systemwetten CHF 10’000 – das ist deutlich mehr als bei gewöhnlichen Kombis und gibt einem Wettschein mit zehn Reihen pro Reihe CHF 1’000 Spielraum. Die Regeln halten die gleiche Sprache: alle Reihen einer Systemwette teilen sich denselben Grundeinsatz, die Quote jeder Reihe ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten, und der Cash-Out funktioniert auf Systemen ohne Teilauszahlung nur vollständig.

Für wen es passt: für Wettende mit Wohnsitz in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein, die mit festen Budgets spielen und auf eine breite Fussball- und Eishockeyauswahl zugreifen wollen.

Loterie Romande Jouez Sport – das Westschweizer Gegenstück

Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone (Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura) mit Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Die Systemwette heisst dort «Multiple», ist im Begriff bewusst etwas nüchterner, folgt aber demselben Prinzip: mehrere Voraussagen auf einem Schein, jede mögliche Auswahl geht ihren eigenen Weg.

Die Einsatzlimiten sind enger: online Mindesteinsatz CHF 2 (in der Verkaufsstelle CHF 3, für Multiples ohnehin CHF 2), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, bei einem Schein mit Multiples maximal CHF 7’500 Gesamteinsatz. Dafür liegt die Gewinnobergrenze höher: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, bei allen Gewinnen eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzel- oder Gesamtquote muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen.

Für wen es passt: für Wettende aus der Romandie, die online und am Schalter gleichermassen spielen und die höhere Gewinnobergrenze ausschöpfen wollen.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung – was der Hinweis bedeutet

20Bet, ZotaBet, X3Bet, Funbet, Bruce Bet, HornetBet, BetAlright und BillyBets tragen keine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einer Tobique-Erstreckung (Kanada) hat nach Art. 4 BGS hier keine Kraft. Wer dort ein Konto eröffnet, ist nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen und kann sich nicht an die Gespa wenden. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste, ihre Domains landen in Schweizer DNS-Sperren und können dort über Jahre stehen.

Wer eine dieser Marken nutzt, ist rechtlich auf eigenes Risiko unterwegs: kein Schweizer Spielerschutz, keine Schweizer Aufsicht über die Quoten, im Kanton Thurgau zudem volle Einkommensbesteuerung der Gewinne unabhängig vom Betrag. Wer den vollen Überblick über die Plattformen ohne Schweizer Bewilligung haben will, liest den Vergleich auf einer darauf spezialisierten Seite; dieser Beitrag konzentriert sich auf das, was die Gespa zulässt.

Was eine Systemwette ist – und was sie von der Kombiwette unterscheidet

Eine Systemwette ist eine Sammlung sich ähnelnder Kombinationswetten, die aus derselben Auswahl von Spielen gebildet werden. Geschrieben wird sie als «X aus Y» – so viele Voraussagen («X») müssen mindestens eintreffen, damit etwas gewonnen wird, aus dieser Auswahl von insgesamt Y Spielen. Bei «3 aus 5» werden alle Kombinationen von je 3 Spielen aus den 5 ausgewählten gebildet – das sind genau 10 Wettreihen. Jede Reihe hat ihren eigenen Einsatz, alle Reihen teilen sich denselben Grundeinsatz, und der Gesamteinsatz ergibt sich aus Grundeinsatz mal Anzahl der Reihen.

Die Kombiwette dagegen funktioniert anders: dort zählt die Gesamtquote aus dem Produkt aller Einzelquoten, und bereits ein falscher Tipp lässt die ganze Wette leerlaufen. Die Systemwette akzeptiert einen Teil-Verlust – sie fängt Treffer ab, die in einer Kombiwette verloren wären, und gibt sie als kleine Gewinne zurück. Dafür bezahlt der Wettende mit deutlich höherem Gesamteinsatz: bei 5 Spielen und 10 Reihen liegt der Einsatz bereits zehnfach über dem einer einzelnen Wette.

Reihen, Einsatz und Quote anschaulich

Bei «3 aus 5» mit 5 ausgewählten Spielen und Grundeinsatz CHF 2 pro Reihe sind das 10 Reihen mit einem Gesamteinsatz von CHF 20. Trifft genau eine der 5 Voraussagen, hilft das der Systemwette «3 aus 5» nicht: keine einzige Reihe hat 3 Treffer, der gesamte Einsatz verfällt. Bei zwei richtigen Tipps ebenso: kein Gewinn. Ab drei richtigen Tipps gibt es Reihen mit 3 Treffern – und ab dem Moment ist die Rechnung einfach: Gewinn = Grundeinsatz mal Produkt der Einzelquoten, zurück auf zwei Nachkommastellen gerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Drei Beispiele, was eine richtige Reihe zahlt, wenn der Grundeinsatz CHF 1 beträgt:

Diese Bandbreite – Nettogewinn zwischen rund CHF 2 und CHF 15 für einen Dreier-Treffer – zeigt, was eine richtige Reihe überhaupt wert ist. Verglichen mit der Kombiwette zahlt die Systemwette weniger pro Reihe, dafür bekommt der Wettende mit derselben Auswahl mehr Chancen, überhaupt eine Reihe zu treffen. In allen dreien liegt der Bruttobetrag unter dem einer vergleichbaren Kombiwette mit 5 Treffern – die Systemwette ist die vorsichtigere Variante derselben Auswahl, nicht die grosszügigere.

Verlustfreie Auswahl und Mindesttreffer

Welche «X aus Y»-Variante gewählt wird, hängt davon ab, wie viel Sicherheit gewünscht ist. «2 aus 3» bedeutet nur 3 Reihen und damit einen dreifachen Einsatz – dafür reichen schon 2 richtige Tipps. «3 aus 6» bedeutet 20 Reihen und ein zwanzigfaches Risiko – dafür dürfen 3 Tipps danebengehen. Der Wettende bezahlt die zusätzliche Sicherheit mit zusätzlichem Einsatz, und genau diese Mechanik erklärt, warum Systemwetten erfahrene Wettende eher nutzen, wenn das Budget gross genug ist, um den Faktor auszuhalten.

Bankwette und verwandte Spielformen

Eine Bankwette ist eine einzelne Auswahl, die auf jedem Schein mitgespielt wird – sie gilt als Fixum, das jede Reihe ergänzt. Eröffnet ein Wettender eine Systemwette «2 aus 4» und markiert ein Spiel als «Bank», so besteht jede der 6 Reihen aus Bank plus 1 weiterem Spiel; ein falsches Bank-Spiel reisst alle Reihen mit. Die Bank bringt Ordnung, weil der Wettende die stärkste Voraussage fest auf den Schein setzt; sie bringt Risiko, weil ein Bank-Verlust nicht abgefedert wird.

Bei Sporttip gilt: steht eine Voraussage auf dem Schein und fällt das Ereignis aus, wird die Einzelwette zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00 – das wirkt sich auf die Gesamtquote aus, die Systemwette verliert eine Reihe. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach ursprünglichem Beginn nachgeholt, behandelt der Veranstalter es konsequent.

Schweizer Recht: was erlaubt ist und wer aufsicht

Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft, das Geldspielkonkordat seit 1. Januar 2021. Es kennt nur zwei Veranstalter für Sportwetten als Grossspiel: Swisslos und Loterie Romande. Die Aufsicht liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung pro Grossspiel sind nötig (Art. 21-25 BGS), die Geltung beschränkt sich auf die Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone sind abgedeckt: Swisslos für die 19 Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande für die 6 Westschweizer Kantone. Wer in der Schweiz wohnt und online spielen will, braucht ein Konto beim Veranstalter seiner Region. Eine Auswahl weiterer Schweizer Marken gibt es schlicht nicht – die Gespa würde eine zusätzliche Bewilligung ohne interkantonale Änderung gar nicht zulassen.

Was gewettet werden darf – die Liste der Gespa

Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026). Qualifikationsrunden nur, wenn sie namentlich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur da, wo sie aufgeführt sind, Rangwetten nur, wenn das Ranking über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, und Trainingsläufe bleiben aussen vor. Eckball- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein Esports-Abschnitt. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt – Sport ist der einzige Boden, auf dem die Liste steht.

Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, sofern der Veranstalter die entsprechende Bewilligung hält. Das BGS kennt keine grundsätzliche Sperre einzelner Live-Märkte; die Marktbreite bestimmt der Veranstalter im Rahmen seiner Bewilligung. Virtuelle Sportwetten: nicht abschliessend geregelt – darüber schweigt sich die Liste aus.

Spielerschutz: was das Gesetz wirklich verlangt

Sportwetten sind erst ab 18 Jahren erlaubt, sowohl die Gespa als auch die Spielregeln von Sporttip und das Règlement von Jouez Sport ziehen diese Linie strikt. Ein Online-Konto erfordert Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS), jeder Spieler darf nur ein Konto führen, und die Identität wird gegen Datenbanken geprüft. Wer als Sportler an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Die Verlustlimiten setzt der Spieler selbst – das Gesetz (Art. 87 VGS) verlangt mindestens einen Höchstwert pro Tag, Woche oder Monat. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 24 Stunden gesetzlich; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Bei Sporttip muss ein Wettender vor der ersten Online-Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – mit Obergrenze CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine freiwillige Einzahlungslimite pro 30 Tage ist zusätzlich möglich.

Die Spielsperre ist die stärkere Bremse: sich produktbezogen 1 bis 180 Tage selbst aussperren, ohne vorzeitige Aufhebung, oder eine unbefristete Sperre, die ins Schweizer Register eingetragen wird und auch für Casinos (online und physisch) sowie Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Bei einer Spielsperre oder unter 18 Jahren verwirkt der Spieler alle Ansprüche auf Einsatz und Gewinn (Art. 45 BGS).

Was die Gespa selbst gemessen hat: Bei Testkäufen 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer sich auf den Jugendschutz am Point of Sale verlässt, ist fehl am Platz.

Verantwortung im System: was Systemwetten den Wettenden kosten

Eine Systemwette ist nicht «sicherer» als eine Kombiwette – sie ist teurer in der Gesamtbilanz, weniger riskant in der Streuung. Bei «3 aus 5» liegt der Gesamteinsatz zehnfach über dem Grundeinsatz, bei «3 aus 6» zwanzigfach. Wer nicht vorab sein Tages- und Wochenset so setzt, dass diese Faktoren Platz haben, spielt gegen die eigene Verlustlimite.

Die Logik, die das Gesetz verlangt, ist klar: Senkungen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden – das zwingt zu einem kühlen Kopf, wenn die ersten Treffer eingegangen sind und das System im Plus steht. Wer mitten in einem Hoch die Limite anheben will, muss 72 Stunden warten. Wer hingegen merkt, dass die laufende Systemwette zu gross wird, kann die Tageslimite sofort senken – der Mechanismus schützt jene, die ihn nutzen.

Wer mit Selbstsperre arbeitet, sollte den produktbezogenen Schutz wählen: 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung, frühestens nach Fristablauf wieder freigeschaltet. Wer eine längere Pause braucht, geht über die Fachstelle.

Strategien – und warum keine Strategie die Auszahlungsquote schlägt

Eine «Systemwetten-Strategie» verspricht oft weniger Risiko, mehr Treffer, höhere Auszahlung. In der Mechanik der Quoten lässt sich das nicht halten. Jede Quote, die ein Wettender auf einem zugelassenen Markt bekommt, hat einen eingebauten Spielraum für den Veranstalter; die Auszahlungsquote eines Marktes liegt je nach Anbieter und Wettbewerb irgendwo zwischen 88 % und 95 %, der Rest ist Marge.

Die Strategie, die funktioniert, ist die, die das System nutzt und den Markt nicht überschätzt: wenige Voraussagen pro Schein, Trefferquoten, die zur eigenen Disziplin passen, und ein Budget, das die Vervielfachung der Reihen aushält. «2 aus 3» mit zwei starken Tipps ist in der Praxis das System, bei dem eine ganze Reihe noch da ist, wenn der dritte Tipp danebengeht – überschaubar, mit kleinem Gesamteinsatz und definierten Treffergrenzen.

Eine Strategie ersetzt weder Analyse noch Disziplin. Wer die Auswahl nicht versteht, gewinnt auch im System nicht.

Wettmärkte und Spielformen im Detail

Quoten und Auszahlungsschlüssel

Die Quote einer Einzelwette ist das, was eine richtige Voraussage pro eingesetztem Franken zurückzahlt. Bei einer Kombiwette ist die Quote das Produkt der Einzelquoten – jede Voraussage multipliziert die Endquote. Bei Systemwetten gilt derselbe Multiplikator je Reihe. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet; diese kaufmännische Rundung erklärt, warum kleine Quoten gelegentlich 5 Rappen weniger geben, als die reine Rechnung erwarten lässt.

Die Auszahlungsquote eines 1X2-Marktes – das ist die Summe der reziproken Quoten für alle Ausgänge – liegt bei europäischen Wettbewerben im Bereich von 90 bis 95 %, was eine Marge von 5 bis 10 % für den Veranstalter bedeutet. Wer wissen will, was ein bestimmter Markt hergibt, rechnet selber die Kehrwerte der Quoten zusammen; was kleiner als 1 ist, gibt den Auszahlungsschlüssel an, was grösser als 0 ist, ist die Marge.

Kombination und Bonus

Der Sporttip-Kombiboost gilt online, prematch, live und auf Systemwetten. Voraussetzung: mindestens 4 Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50, dann liegt der Bonus auf den Nettogewinn bei 5 % (4 Tipps), 20 % (7 Tipps), 40 % (10 Tipps) oder 100 % (15 Tipps). Der Boost wird auf den Nettogewinn der Wette aufgeschlagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Wer Boost-Quoten nutzt, bekommt einen höheren Auszahlungsschlüssel auf einer einzelnen Voraussage – der «Quotenboost» gilt prematch-Einzelwetten, der «Profitboost» erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und bei Cash-Out verfällt der Boost.

Cash-Out – was er kostet

Bei Sporttip ist Cash-Out online verfügbar, für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, prematch und live, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Ausgang ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden; er muss nicht für alle Wetten angeboten werden. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Wer Cash-Out nutzt, verzichtet auf den Endgewinn. Wer ihn nutzt, weil das Spiel kippt, schützt sein verbleibendes Budget – der Preis dafür ist die Spanne, die der Veranstalter zwischen hypothetischem Endwert und Cash-Out-Betrag behält.

Systemwette mit Vorsicht: Bank, Voraussagen und Reihenfolge

Bei einer Bankwette wird ein Spiel auf jeder Reihe mitgespielt; wer die Bank falsch setzt, verliert das System komplett. Daher eignen sich Bänke für Voraussagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen – ein klarer Favorit, ein Heimspiel, ein klarer Tabellenstand. Bei Sporttip hängt die Quote einer Bank von der regulären Spielzeit ab (z. B. Fussball 90 Minuten plus Nachspielzeit); Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist.

Wer voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombinieren will – etwa «erstes Tor» und «Endstand» eines Spiels –, muss den Bet Builder von Sporttip nutzen; ohne diese Funktion nimmt Swisslos solche Kombinationen gar nicht an und kann im Irrtumsfall die ganze Kombiwette für ungültig erklären.

Rechner und Beispiel: was eine kleine Systemwette konkret zahlt

Wer drei Spiele auswählt und das System «2 aus 3» setzt, bildet 3 Reihen und setzt 3-mal den Grundeinsatz. Bei Grundeinsatz CHF 1 zahlt jede Reihe bei 2 richtigen Treffern das Produkt beider Einzelquoten, abzüglich Einsatz. Bei Grundeinsatz CHF 2 ist es das Doppelte, und der Gesamteinsatz liegt bei CHF 6.

Angenommen ein Wettender wählt 3 Spiele mit Einzelquoten 1.50, 2.00 und 2.50, und setzt im System «2 aus 3» einen Grundeinsatz von CHF 1 pro Reihe:

Der maximale Nettogewinn bei Treffern in allen 3 Reihen liegt damit in einer Bandbreite von rund CHF 2 bis CHF 4 pro Reihe – das sind die Grössenordnungen, die ein 3er-System zahlt, wenn überhaupt Treffer kommen. Der Gesamteinsatz liegt in diesem Beispiel bei CHF 3; zwei richtige Tipps braucht es, damit überhaupt eine Reihe etwas abwirft, dann sind es ein bis mehrere Franken Nettogewinn.

Was eine richtige Reihe bringt – die Bandbreite

Bei einem Grundeinsatz von CHF 1 bewegt sich der Nettogewinn einer «3 aus Y»-Reihe für Trefferquoten zwischen 1.50 und 2.50 pro Tipp in einer Bandbreite von rund CHF 2.40 (niedrige Quoten) bis rund CHF 14.60 (höhere Quoten), jeweils abzüglich des Einsatzes von CHF 1. Diese Grössenordnungen dienen nur der Anschauung; was eine echte Systemwette auszahlt, hängt von der konkreten Quotenlage am Spieltag ab und sollte unmittelbar vor dem Tipp mit dem Wettschein-Rechner des Veranstalters geprüft werden.

Rundung bei Sporttip – warum der Gewinn nicht genau das Produkt ist

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Produkt von 3’374 wird so zu 3.37, eines von 3’376 wird zu 3’375 und schliesslich zu 3.35. Die kaufmännische Rundung erklärt kleine Differenzen, die nicht aus den Quoten kommen.

Häufige Fragen zu Systemwetten

Was ist eine Systemwette, und wie unterscheidet sie sich von einer Kombiwette?

Eine Systemwette ist eine Sammlung sich ähnelnder Kombinationen aus derselben Auswahl, geschrieben als «X aus Y». Bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen, jede Reihe setzt den Grundeinsatz, und drei oder mehr richtige Tipps lösen Gewinne aus. Die Kombiwette setzt auf alle Voraussagen in einer Reihe: ein Fehler, und die ganze Wette ist verloren. Die Systemwette kostet mehr Einsatz, federt aber Teilausfälle ab.

Wie viele Wettreihen ergeben sich bei «3 aus 5», und wie hoch ist der Gesamteinsatz?

Bei «3 aus 5» ergeben sich genau 10 Wettreihen. Bei Grundeinsatz CHF 2 pro Reihe liegt der Gesamteinsatz bei CHF 20. Bei «3 aus 6» sind es 20 Reihen, bei «2 aus 4» 6 Reihen. Die Anzahl der Reihen ist immer die mathematische Kombination aus Y über X.

Wie berechnet sich der Gewinn, wenn nur ein Teil der Tipps richtig ist?

Nur Reihen, in denen die Mindestzahl X erreicht ist, zahlen aus. Der Gewinn pro Reihe ist das Produkt der Einzelquoten dieser Reihe, multipliziert mit dem Grundeinsatz, abzüglich des Einsatzes. Bei Sporttip wird der Gewinn auf zwei Nachkommastellen gerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet. Reihen, in denen weniger als X Treffer liegen, sind verloren.

Welche Systemwette ist die beste, oder hängt das von Quoten und Budget ab?

Es gibt keine «beste» Systemwette; die Variante passt zur Risikobereitschaft und zur Trefferquote der Auswahl. «2 aus 3» ist günstig und braucht nur 2 Treffer, «3 aus 5» kostet zehnfachen Einsatz und braucht mindestens 3 Treffer, «4 aus 6» vervielfacht weiter. Wer viele richtige Tipps erwartet, wählt eine grössere X-Zahl – wer unsicher ist, bleibt bei kleinem X.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?

Sporttip erlaubt Systemwetten bis zum Höchsteinsatz von CHF 10’000 (Einzel- und Kombiwetten bis CHF 1’000). Bei Jouez Sport liegt der maximale Einsatz für einen Schein mit Multiples bei CHF 7’500, Einzel- und Kombiwetten bis CHF 500. Eine Systemwette bei Jouez Sport heisst dort «Multiple».

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»