Golf wetten in der Schweiz – wer anbieten darf und was eine Quote wirklich bedeutet

Updated Oktober 2026
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Ein weites Fairway zieht sich im Dunst des frühen Morgens zwischen Föhren hin, Tau liegt auf dem kurzen Gras.

Stand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip (Version 4.2) sowie die Angaben der Loterie Romande.

Golf ist ein Sport der langen Bahnen, und die Quoten auf seine Turniere verhalten sich ähnlich: Das Feld ist gross, der Favorit weit weg, und ein Eagle kann eine ganze Karte umstellen. Wer in der Schweiz auf Golfturniere wetten will, hat es zudem mit einer der strengsten Regulierungen Europas zu tun. Das Geldspielgesetz (BGS) erlaubt Sportwetten als Grossspiel ausschliesslich zwei interkantonalen Veranstaltern, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, ist nach Schweizer Recht zwar nicht strafbar, aber ohne Schutz: kein Anschluss an die Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn, dafür die Sperrliste der Gespa, die Domain für Domain vom Netz genommen wird.

Der Ryder Cup ist ein Golf-Teamwettbewerb zwischen den USA und Europa, der alle zwei Jahre mit 12 Spielern pro Team im Lochspiel ausgetragen wird.

Hier erfahren Sie, welche Wege es in der Schweiz gibt, wie Quoten auf einen Turniersieger entstehen, was die Marge in jeder Quote anrichtet, welche Limits und Sperren greifen und welche Turniere sich für eine Wette lohnen – und welche nicht. Der Vergleich bleibt bei den zwei bewilligten Veranstaltern stehen; ausländische Marken tauchen nur als Referenz auf, weil Schweizer Spieler ihnen im Netz begegnen.

Die zehn Anbieter im Überblick

In der Schweiz gibt es im Sportwetten-Bereich nicht zehn Anbieter mit Bewilligung, sondern zwei. Die übrigen acht Marken in dieser Übersicht sind ausländische Plattformen, die aus dem Ausland heraus in Schweizer Haushalte drängen, hier aber keine Bewilligung haben und nicht an die Schweizer Spielersperre angeschlossen sind. Wer sie nutzt, spielt rechtlich im Ausland und im Streitfall ohne Schweizer Rekurs. Die Bewertungsmassstäbe sind für beide Gruppen dieselben – Wettangebot, Limiten, Quotenmarge, Auszahlung –, aber nur die erste Gruppe darf in der Schweiz überhaupt anbieten.

Ein Golfball liegt auf einem Holztee im Gras, scharf im Vordergrund, dahinter verschwimmt eine weite Wiese.
Eine Golfrunde umfasst üblicherweise 9 oder 18 Spielbahnen; bei 18 Bahnen ergibt sich meist ein Par von 72 für die gesamte Runde.
Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
PowBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
Betovo ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Sitzstaat: nicht festgestellt

Die Reihenfolge folgt keinem Sterne-Ranking, sondern der rechtlichen Stellung in der Schweiz. Die ersten zwei Zeilen sind die einzigen erlaubten; der Rest existiert hier nur, damit man weiss, was im Browser erscheint, wenn man nach «Golf Wetten» sucht. Wer bei einem der acht unteren Anbieter ein Konto eröffnet, hinterlegt Geld bei einer Firma, die in der Schweiz weder kontrolliert wird noch bei Streit haftet. Die Gespa kann eine solche Domain auf die Sperrliste setzen; dann ist der Zugang in Schweizer Netzen technisch blockiert. In der Vergangenheit waren Interwetten, bet-at-home und bet365 auf dieser Liste, und Domains werden ersetzt, sobald sie gesperrt sind.

Was Golf als Wettsport ausmacht

Golf wird auf Runden mit neun oder achtzehn Löchern gespielt, das Par einer vollen Runde liegt meist bei 72. Birdie, Eagle und Bogey bezeichnen Schläge unter, deutlich unter und über dem Par des Lochs. Eine Golfrunde beginnt am Abschlag, endet am letzten Grün und dauert mehrere Stunden, ein Turnier über vier Ragen entsprechend vier Tage. Im Lochspiel gewinnt, wer mehr einzelne Löcher für sich entscheidet; im Zählspiel werden die Schläge über das ganze Feld addiert. Die Regeln werden gemeinsam vom R&A und der USGA herausgegeben, und seit den Sommerspielen 2016 ist Golf wieder olympisch.

Drei Eigenheiten machen den Sport für Wetten besonders:

Das Feld ist breit. Bei den Majors treten rund 150 Spieler an, bei normalen PGA-Tour-Events oft über 130. Eine Quote auf den Turniersieger spiegelt die Wahrscheinlichkeit, dividiert durch die Auszahlung des Buchmachers. Bei einem Feld dieser Grösse steht der Topfavorit selten unter 8.00, der Sieger eines normalen Events liegt im Schnitt bei mehr als 30. Wer auf «den Besten» setzt, wettet gegen die Quote, nicht gegen die Realität: Selbst Tiger Woods in seinen besten Jahren gewann nicht jedes zweite Turnier.

Der Cut halbiert das Feld. Nach zwei Runden fällt ein Teil der Starter aus; nur wer den Cut schafft, spielt am Wochenende und erhält Preisgeld. Langzeitwetten auf den Turniersieger müssen also überleben, dass der gewählte Spieler den Cut überhaupt erreicht. Viele vermeintlich «sichere» Wetten auf gesetzte Spieler sind vor dem Cut verloren.

Spieler können zurückziehen. Verletzungen, Krankheiten oder persönliche Gründe führen zu Withdrawals, oft erst während der Runde. Die Schweizer Veranstalter behandeln zurückgezogene Spieler in ihren Teilnahmebedingungen als nicht angetreten; die Wette wird in der Regel rückerstattet. Wer eine Wette kurz vor Turnierbeginn platziert, sollte mit dieser Möglichkeit rechnen.

Wer diese Mechanik versteht, sieht Quoten anders. Eine Quote von 50.00 auf einen Aussenseiter heisst nicht «der gewinnt», sondern «50 Franken zurück für jeden Franken Einsatz, falls er es tatsächlich tut». Und genau dieses «falls» ist es, wofür der Buchmacher bezahlt wird.

Die Rechtslage in der Schweiz

Schweizer Sportwetten sind Grossspiele. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) zählt sie in Art. 3 lit. c und e ausdrücklich dazu, und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Ausländische Lizierungen – Malta, Curaçao, Deutschland – entfalten hier keine Wirkung.

Ein leerer Golfwagen steht unter einem Vordach, Regen tropft vom Dachrand auf einen Kiesweg.
Die Golfregeln werden gemeinsam vom R&A und der United States Golf Association (USGA) herausgegeben.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt. Swisslos mit Sitz in Basel deckt das deutschsprachige Gebiet ab, also AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto bei Sporttip bekommt, wer im Swisslos-Gebiet wohnt; ein Konto bei Jouez Sport, wer im Gebiet der Loterie Romande wohnt. Eine Anmeldung ist nur mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet möglich, und es darf keine Spielsperre bestehen.

Was gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen, die Liste in der Version vom 10.09.2026 nennt Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Qualifikation für eine internationale Meisterschaft oder über das Podium entscheidet. Eckball- oder Kartenmärkte, eine eigene Sparte für E-Sport und Wetten auf Trainingsläufe sind nicht enthalten. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Wer bei einem in der Schweiz lizenzierten Anbieter wettet, wettet aus diesem Korb, nicht aus dem Weltmarkt.

Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat sie 24 Einwilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Die genauen Bedingungen stehen in den Spielregeln jedes Veranstalters. Promo-Codes, wie sie internationale Buchmacher an die grossen Affiliate-Netzwerke verteilen, haben in diesem System schlicht keine Funktion.

Spielerschutz: Limiten, Sperre, Anlaufstellen

Wer bei einem Schweizer Veranstalter wettet, setzt vor der ersten Einzahlung Limiten. Das Gesetz verlangt vom Veranstalter, dass er ein oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust vorsieht (Art. 87 VGS); die konkrete Handhabung legt jeder Anbieter selbst fest. Sporttip verlangt Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage, die Obergrenze für Erwachsene liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, ein Zeitfenster, in dem ein impulsiver Klick noch einmal überdacht werden kann. Daneben gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.

Die Spielsperre funktioniert produktbezogen und schweizweit. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS). Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Minderjährigenschutz ist Teil der Registrierung. Sporttip nimmt nur Personen ab 18 Jahren auf; wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten. Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt Ausweis und Adressabgleich; jede Person darf nur ein Konto führen. Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, wie gut der Jugendschutz greift: 200 Versuche, eine Sportwette an Minderjährige zu verkaufen, waren in 47.5 % der Fälle erfolgreich. Das ist kein Grund, den Online-Weg gleichzusetzen – die Online-Identitätsprüfung funktioniert grundsätzlich –, aber es erinnert daran, dass Schutz kein Naturereignis ist.

Wer merkt, dass er die Kontrolle verliert, findet in der Schweiz mehrere Anlaufstellen. Die Fachstellen der Kantone für Suchtfragen sind unter radix.ch erreichbar; die Spielsperre selbst wird über das gewählte Produkt ausgesprochen, bei Swisslos direkt im Konto, bei Loterie Romande an einer Verkaufsstelle oder im Online-Konto. Die Sperrliste der Gespa ist kein Selbsthilfe-Instrument, sondern eine Strafmassnahme gegen Anbieter ohne Bewilligung; für Spielerinnen und Spieler ist die Eigensperre das wirksame Mittel.

Wettarten und Quoten bei Golfturnieren

Golfwetten folgen drei grossen Linien: Turniersieger, Platzierung, Duell. Jede Wettart hat eigene Eigenheiten, die in den Quoten stecken, und jede Quote enthält die Marge des Anbieters.

Turniersieger

Die Königsdisziplin. Wer den Spieler wettet, der das Turnier nach vier Runden gewinnt, bekommt seinen Einsatz mal die angegebene Quote zurück, wenn dieser Spieler tatsächlich gewinnt; sonst ist der Einsatz weg. Bei einem Feld von 150 Startern steht der Topfavorit selten unter 8.00, die Quote für Aussenseiter liegt bei 100 und mehr. Die Wette wird vor Turnierstart abgeschlossen; sie überlebt den Cut nicht, wenn der gewählte Spieler scheitert. Genau diese Eigenschaft macht sie schwer: Favoriten gewinnen oft, aber selten mit der Quote, die der Markt ihnen gibt.

Top-Platzierung

Wer nicht Sieg, sondern «Top 5», «Top 10» oder «Top 20» wettet, gewinnt bereits, wenn der Spieler am Ende des Turniers in der genannten Gruppe steht. Die Quote ist entsprechend tiefer, dafür die Trefferwahrscheinlichkeit höher. Solche Wetten eigenen sich, wenn ein Spieler in Form ist, aber nicht zur absoluten Spitze gehört. Sie sind in der Schweiz verbreitet, weil die Schweizer Veranstalter genau diese Märkte auf der Liste führen.

Duell zweier Spieler

Drei-Loch- oder Zwei-Loch-Duelle treten Spieler in einem künstlichen Paar gegeneinander an, meist über den Tag oder die Runde. Die Quote ist nahe an 1.90/1.90, weil der Buchmacher das Feld so zuschneidet, dass es ausgeglichen wirkt. Wer ein Duell wettet, sollte die aktuelle Form kennen; Verletzungen oder Rückziehungen werden in den Bedingungen der Veranstalter als annulierte Wette behandelt.

Quote und Marge

Jede Quote enthält die Marge. Eine faire Wette ohne Marge hätte bei einem ausgeglichenen Duell zwei Quoten, die zusammen 2.00 ergeben: 2.00 auf jeden Spieler, das Geld wird umverteilt, der Buchmacher nimmt nichts. In der Realität stehen die Quoten etwas tiefer, etwa 1.90/1.90. Was fehlt, ist die Marge, das, was beim Buchmacher bleibt. Für ein Zwei-Wege-Markt mit zwei Quoten von 1.90/1.90 berechnet sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90), also rund 95 %; die Marge beträgt etwa 5 %. Das ist der Anteil, den der Veranstalter aus diesem Markt im Schnitt pro Einsatz behält.

In der Praxis liegen die Margen bei Turniersiegerwetten höher als bei Duellwetten, oft zwischen 6 % und 12 %, weil das Feld gross und das Kalkül unsicher ist. Bei Livewetten können die Margen kurzzeitig über 15 % steigen, wenn der Buchmacher sich absichert. Wer Quoten vergleicht, vergleicht genau diese Margen; eine Quote 25.00 bei einem Anbieter kann 24.50 bei einem anderen entsprechen, ohne dass man es auf den ersten Blick sieht.

Beispielrechnung: Eine Wette von CHF 10 zu Quote 3.50 auf den Turniersieger bringt bei einem Sieg CHF 35 zurück, davon CHF 25 Reingewinn. Eine Quote von 1.90 auf einen Spieler im Duell gibt CHF 19 für CHF 10 Einsatz, davon CHF 9 Reingewinn. Was sich nicht aus der Quote liest: der Anteil, den der Anbieter im Schnitt behält. Bei einem Duell mit beiden Quoten um 1.90 sind das etwa 5 Rappen pro Franken Umsatz.

Cash-Out

Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out, nicht in Teilen. Eine ausgeführte Cash-Out-Wette lässt sich nicht rückgängig machen, und der Buchmacher garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem, was die Wette bei natürlichem Ausgang gebracht hätte; er hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit angepasst werden. Für Golfturniere, die sich über vier Tage hinziehen, ist das eine nüchterne Option auf den Teilgewinn, nicht auf den garantierten Ausstieg.

Kombiwetten und Bet Builder

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, mit mindestens vier Voraussagen und einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage. Der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Anzahl Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Für Golfturniere heisst das: Wer aus vier Wetten einen Schein baut, kann auf diese Weise den Reingewinn etwas strecken – vorausgesetzt, jede Quote erfüllt die Mindestquote und der Markt steht auf der Gespa-Liste.

Steuern, Auszahlung und Zahlungswege

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag. Die Eidgenössische Steuerverwaltung führt Sportwetten ausdrücklich als Grossspiel auf; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 noch bei CHF 1’070’400. Über diesem Betrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» heisst, nicht eine bestimmte Schwelle. Für die meisten Wettenden liegt jeder Gewinn unter beiden Schwellen: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Anders bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern. Die Verrechnungssteuer greift dort nicht, weil kein Schweizer Veranstalter sie abzieht. Der Kanton Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte sich über die kantonale Praxis informieren, bevor er den Gewinn in der Steuererklärung verschweigt.

Die Auszahlung folgt strengen Regeln. Gewinne und Saldi werden auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind in der bewilligten Schweizer Wettwelt nicht vorgesehen. Eine Kreditierung an Spieler ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert, regelt dessen Webseite; sie sind nicht Gegenstand der Bewilligung. Eine Sperrung der Zahlungswege gegen ausländische Anbieter existiert in der Schweiz nicht; Banken und Kartenanbieter blockieren Zahlungen an lizenzierte oder nicht lizenzierte ausländische Wettseiten nicht systematisch. Das macht die Sperrliste umso wichtiger: Sie ist das einzige wirksame Mittel gegen Anbieter ohne Bewilligung.

Das Turnierprogramm: Majors, Ryder Cup, Touren

Wer auf Golfturniere wettet, sollte wissen, wann sie stattfinden und welches Format sie haben. Die Schweizer Veranstalter bieten Wetten auf die grossen Touren und die vier Herren-Majors an; die Gespa-Liste legt fest, welche Wettbewerbe zur Verfügung stehen.

Die vier Herren-Majors

Das US Masters wird seit 1934 im Augusta National in Georgia gespelt, traditionell im April. Das Masters ist das einzige Major, das auf demselben Platz stattfindet; die Platzkenntnis ist Teil der Quote. Die PGA Championship, seit 1916 ausgetragen, wandert im Mai durch amerikanische Plätze. Die U.S. Open, 1895 erstmals gespielt, steht im Juni auf dem Programm, oft auf schwer geschnittenen Plätzen. The Open Championship, im Juli im Vereinigten Königreich, ist das älteste der vier Turniere und wird auf Links-Plätzen ausgetragen, wo Wind und Boden die Quoten mitbestimmen.

Diese vier Termine sind das Rückgrat des Golfwettkalenders. Wer auf «das nächste Major» wettet, sollte beachten, dass die Formkurve der Spieler zwischen den Majors stark schwankt, und dass die Platzanforderungen zwischen Augusta und einem Open Links-Platz kaum vergleichbar sind.

Ryder Cup

Der Ryder Cup ist ein Mannschaftswettbewerb zwischen den USA und Europa, der alle zwei Jahre im Lochspiel ausgetragen wird, mit zwölf Spielern pro Team. Das Format erklärt, warum klassische Turniersiegerwetten hier nicht greifen: Es gibt keine individuelle Siegquote, sondern Mannschafts- und Einzellochwetten, und wer auf den Ryder Cup wettet, wettet auf ein Format, das alle zwei Jahre nur ein Wochenende dauert. Schweizer Anbieter listen den Wettbewerb, wenn er im Gespa-Verzeichnis steht; Details prüft man vor Turnierbeginn im Wettprogramm.

PGA Tour, DP World Tour und LIV Golf

Die grossen Profitouren laufen beinahe das ganze Jahr über. Die PGA Tour spielt von Januar bis September mit den FedEx-Cup-Playoffs, die DP World Tour, ehemals European Tour, von November bis November mit eigenem Saisonabschluss. LIV Golf spielt seit 2022 ein Kurzformat mit 54 Löchern und Teamwertung; ob es als Wettbewerb auf der Gespa-Liste steht, prüft man am Spieltag. Die Saison wird in der Regel im Herbst mit der PGA Tour Championship in Atlanta beendet; dort fällt die finale FedEx-Cup-Entscheidung, die oft mit Sonderquoten bedacht ist.

Damengolf und Olympia

Das Damengolf wird über die LPGA Tour und die Ladies European Tour ausgetragen. Die Gespa-Liste führt Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; entsprechend ist das Wettangebot schmaler als bei den Herren. Seit 2016 ist Golf wieder olympisch; Olympische Spiele fallen in den Gespa-Rahmen, sofern sie auf der Liste stehen.

Die zwei Schweizer Veranstalter im Detail

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, getragen von einer Genossenschaft der Kantone. Sie veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip auf der Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen; der Ausweis wird gegen Adressdatenbanken geprüft.

Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Diese Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Verlustlimiten werden vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Periode, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden.

Das Sportangebot folgt der Gespa-Liste. Die Wettprogramme werden im Swisslos-Spielplan geführt, mit Prematch- und Livewetten auf die grossen Golfturniere, die Vier Majors, den Ryder Cup, die PGA Tour und die DP World Tour. Cash-Out ist verfügbar, aber nur als vollständiger Cash-Out und nur online. Wer eine Wette platziert, sollte im Wettprogramm prüfen, ob der Markt für das gewählte Turnier angeboten wird; nicht jeder Markt ist auf jedem Turnier verfügbar.

Im Geschäftsjahr 2025 hat Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet, CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., im Vorjahr CHF 122 Mio. Diese Zahlen stehen im Geschäftsbericht, nicht im Wettprogramm, und sie zeigen, wofür die Schweizer Lösung da ist: nicht für eine maximale Auszahlung an den Spieler, sondern für die Finanzierung öffentlicher Aufgaben durch die Kantone.

Verdienst von Sporttip: klare Struktur, dokumentierte Spielregeln, breite Limits für Casual-Spielerinnen und -Spieler, ein Wettprogramm, das die grossen Golfturniere abdeckt. Schwächen: das Angebot richtet sich nach der Schweizer Liste, nicht nach dem Weltmarkt; für Spezialmärkte, die auf internationalen Plattformen selbstverständlich sind, fehlt das Pendant.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne bedient die Westschweiz. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und 221 Mitarbeitende. Das Produkt heisst Jouez Sport; wer in einem dieser Kantone wohnt und volljährig ist, kann ein Konto eröffnen.

Die Spielregeln von Jouez Sport sind nach Schweizer Recht dieselben wie bei Sporttip: Bewilligungspflicht, geschlossene Wettliste, Verlust- und Einzahlungslimiten, Spielsperre. Die Handhabung im Detail – etwa die Höhe der Tageslimiten oder die Liste der verfügbaren Märkte – legt die Loterie Romande selbst fest; sie ist nicht deckungsgleich mit Sporttip. Wer in der Romandie wohnt und mit Sporttip vertraut ist, sollte das Jouez-Sport-Reglement lesen, bevor er ein Konto eröffnet, und umgekehrt.

Verdienst von Jouez Sport: westschweizer Identität, dichte Verkaufsstellenpräsenz, gemeinsames Sicherheitsnetz mit Swisslos. Schwächen: nur für die Westschweiz zugänglich, vergleichsweise schmäleres Wettprogramm bei Golfturnieren, weil das Vertragsgebiet kleiner ist.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Diese acht Plattformen tauchen in Werbung, Vergleichsportalen und Suchergebnissen auf, wenn man nach «Golf Wetten Schweiz» sucht. Sie alle haben in der Schweiz keine Bewilligung. Das heisst nicht, dass sie im Ausland keine Lizenz haben – bei einigen ist die Lizenz im Sitzstaat nicht feststellbar, bei anderen ist sie durch eine ausländische Behörde ausgestellt, etwa auf Curaçao oder in Malta. In der Schweiz entfaltet eine solche Lizenz keine Wirkung, weil das BGS sie nicht anerkennt (Art. 4 BGS). Was das in der Praxis heisst: kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rekursweg im Streitfall, und die Möglichkeit, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt.

WirWetten, PowBet, Betwinner, Betovo, Bahigo, AmunRa, FortuneJack und Rainbet sind Beispiele für diese Gruppe. Sie werben in deutscher Sprache, akzeptieren Schweizer Spielerinnen und Spieler und bieten Märkte an, die in der Schweiz nicht auf der Gespa-Liste stehen. Wer eines dieser Konten eröffnet, sollte sich bewusst sein, dass die Verrechnungssteuer nicht greift, dass Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Kanton als steuerbares Einkommen behandelt werden, und dass die Gespa die Domain blockieren kann, sobald sie auf der Sperrliste steht. In der Vergangenheit waren Interwetten, bet-at-home und bet365 auf dieser Liste; Domains werden ersetzt, sobald sie blockiert sind.

Verdienst dieser Gruppe: breitere Märkte, oft tiefere Margen auf populären Events, mehr Wettarten als die Schweizer Veranstalter. Schwächen: kein Schweizer Schutz, keine Spielsperre, keine Aufsicht, Sperrlisten-Risiko. Für eine Wette, die vier Tage laufen soll, ist das eine schwache Grundlage.

Welche Wette passt zu wem

Eine Wette, die zur eigenen Zeit, zum eigenen Budget und zur eigenen Sportkenntnis passt, ist die einzige, die ohne Reue abgeschlossen wird. Die drei Profile, die bei Golfturnieren am häufigsten vorkommen:

Der Gelegenheits-Tipper sieht das Masters im Fernsehen, will einen Schein riskieren und kennt einen Spieler aus den Schlagzeilen. Für ihn passt eine Einzelwette auf den Turniersieger bei Swisslos, klein gehalten, mit einer Verlustlimite, die vor dem Anpfiff gesetzt wird. Die Quote ist hoch, die Wahrscheinlichkeit niedrig, der Unterhaltungswert real.

Der Statistikfreund baut sich Wettscheine aus Formkurven, Platzanpassung und Wetterbedingungen. Für ihn passt eine Top-10-Wette oder ein Duell, weil dort die Quote näher an 2.00 liegt und die Marge kleiner ist. Kombiwetten lohnen sich nur, wenn jede Voraussage für sich genommen Sinn ergibt; der Kombiboost verführt dazu, Voraussagen hinzuzufügen, die man sonst nicht gespielt hätte.

Der Vielwetter will Cash-Out nutzen, um einen Vorsprung über vier Ragen mitzunehmen. Für ihn passt Sporttip mit vollständigem Cash-Out, vor Turnierbeginn abgeschlossen. Er sollte wissen, dass der Cash-Out-Betrag unter dem bleibt, was die Wette bei natürlichem Ausgang eingebracht hätte, und dass Cash-Out nicht für jeden Markt garantiert ist.

Wer keines dieser Profile ist, ist bei einem ausländischen Anbieter ohnehin schlecht bedient, weil weder die Schweizer Spielsperre noch die Schweizer Aufsicht greift. Das ist der grösste Unterschied zwischen den zwei bewilligten Veranstaltern und den acht Marken in dieser Übersicht: nicht die Quote, nicht das Wettprogramm, sondern die Frage, was im Streitfall passiert.

Häufige Fragen

Welche Schweizer Veranstalter dürfen auf Golfturniere Wetten anbieten?

Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide besitzen die Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, beide stehen unter Aufsicht der Gespa. Welche Wettbewerbe und Wetttypen angeboten werden, regelt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen in der jeweils aktuellen Version.

Wie liest sich eine Quote auf den Turniersieger bei einem grossen Feld?

Die Quote gibt den Multiplikator auf den Einsatz an. Bei einem Feld von 150 Startern steht der Topfavorit selten unter 8.00, der Median der Quote liegt über 80. Eine hohe Quote heisst nicht «fast unmöglich», sondern «geringe Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Anbieters». Wer auf einen Aussenseiter setzt, wettet mit kleiner Trefferchance und grossem Multiplikator; die Kombination aus beiden entscheidet, ob sich die Wette langfristig trägt.

Wie wird der Gewinn bei einer Golfwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Rückzahlung gleich Einsatz mal Quote, Reingewinn gleich Einsatz mal (Quote minus 1). Eine Wette von CHF 20 zu Quote 12.50 bringt bei einem Sieg CHF 250 zurück, davon CHF 230 Reingewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen; aus drei Voraussagen zu 2.10, 1.80 und 1.95 wird die Gesamtquote 7.37.

Was bedeutet die Marge in den Quoten, und warum ist ein Favorit nie ein sicherer Sieger?

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter im Durchschnitt pro Franken Einsatz behält. Bei zwei Quoten von 1.90/1.90 in einem Duellmarkt liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge bei etwa 5 %. Bei Turniersiegern mit 150 Spielern liegt die Marge meist zwischen 6 % und 12 %. Ein Favorit ist nie ein sicherer Sieger, weil die Quote bereits die Wahrscheinlichkeit enthält und ein einziger schlechter Tag reicht, um den Cut zu verpassen oder das Turnier abzugeben.

Welche Verlustlimiten gelten, und wie lässt sich eine Spielsperre setzen?

Sporttip verlangt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit Obergrenzen von CHF 9’999 für Erwachsene und CHF 1’000 für unter 21-Jährige; Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos. Auszahlungen an gesperrte Personen sind ausgeschlossen (Art. 45 BGS).

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»