Europameisterschaft wetten in der Schweiz – was es kostet, was es bringt, was verboten ist

Updated Oktober 2026
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Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.

Eine Europameisterschaft 2026 findet nicht statt. Das Turnier heisst Fussball-Europameisterschaft 2024, wenn man die letzte Endrunde meint, und Fussball-Europameisterschaft 2028, wenn man die nächste meint. Wer hier 2026 liest, sieht das Veröffentlichungsdatum; das Turnier, um das es hier geht, ist das von 2028 in England, Schottland, Wales und Irland mit dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und dem Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Die Schweiz hat ihre eigene Wettordnung: Zwei Veranstalter tragen eine Bewilligung, Boni sind rar, Limits stehen vor dem ersten Tipp. Was das kostet, was es bringt und was schiefläuft, wenn man ausserhalb dieser zwei Anbieter spielt, steht auf dieser Seite.

Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Aktualisiert am Oktober 19, 2026 und geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der Swisslos (Sporttip, Version 4.2) sowie die Angaben der Gespa zur Geldspielaufsicht.

Was eine Fussball-EM wetten in der Schweiz tatsächlich kostet

Verlorenes Geld ist die offensichtliche Kostenstelle. Daneben stehen drei weniger sichtbare: die Marge, die in jeder Quote steckt; die Regeln, die vor dem ersten Tipp gesetzt sein müssen; und der Umweg über ausländische Anbieter, den viele Spieler gehen, ohne zu wissen, was sie damit aufgeben. Wer die EM wetten will, sollte jede dieser vier Stellen einzeln ansehen, denn der Preis unterscheidet sich stark, je nachdem wo man spielt.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Das Schweizer Wettmonopol ist die Ausgangslage, an der jede Kostenfrage hängt. Es erlaubt nur zwei Veranstalter und schliesst ausländische Marken faktisch vom Markt aus. Wer die Konsequenzen dieser Ordnung für die Wettkosten abschätzen will, muss zuerst verstehen, wie Boni in der Schweiz überhaupt funktionieren – und warum sie so oft gar nicht angeboten werden.

Boni und Gratiswetten: was die Schweizer Veranstalter wirklich ausloben

«Gratiswette» klingt nach Geschenk. Bei Sporttip ist sie an eine Quote gebunden, oft an eine Mindestanzahl Voraussagen, und der Einsatz wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt. Eine CHF 10-Gratiswette auf eine Quote von 2.50 bringt im Erfolgsfall CHF 25, nicht CHF 35 – der Einsatz bleibt beim Haus. Wer den Brutto- und den Nettogewinn nicht unterscheidet, übersieht den Preis von vornherein.

Dazu kommt: Das Geldspielgesetz verlangt für Gratisspielguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa. Die Aufsichtsbehörde hat 2025 der Loterie Romande 24 und der Swisslos 8 solcher Bewilligungen erteilt. Im selben Zeitraum haben grosse ausländische Anbieter Hunderte Promotionen verschickt. Der Markt der Schweizer Bewilligten ist also nicht knapp, weil die Veranstalter geizen, sondern weil die Aufsicht Promotionen als Eingriff in den Spielerschutz behandelt. Für die Wettenden bedeutet das: Wer in der Schweiz legal spielt, bekommt wenig Bonus, weiss aber auch, dass der Bonus keinen Haken hat, der in den Bedingungen erst auf der dritten Seite steht.

Bei Sporttip sind drei Bonusformen verbreitet, alle an feste Regeln gebunden:

Bei der Loterie Romande sind die Bedingungen vergleichbar zurückhaltend. Bewilligte Boni beschränken sich auf das, was die Aufsicht im Einzelfall zulässt. Wer dort spielt, sieht selten Banner mit «100 % Bonus» – und wer sie vermisst, sollte bedenken, dass genau das Ausbleiben solcher Werbung ein Zeichen für die Kontrolle ist, nicht für das Angebot.

Ein Wort zu den ausländischen Boni: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung einen Bonus annimmt, kann ihn behalten – aber die Wette selbst ist nach Art. 4 BGS in der Schweiz nicht erlaubt. Im Ernstfall heisst das: Der Bonus wurde auf einem Konto gesammelt, das die Gespa auf die Sperrliste setzen kann. Wer online eine «Freiwette» von 200 Franken sieht, sollte zuerst prüfen, ob die Wettseite überhaupt erreichbar ist, wenn Schweizer Provider die DNS-Sperre aktivieren.

Limits setzen, bevor der erste Tipp steht

Die Schweiz hat keine staatliche Einzahlungsgrenze. Was das Gesetz vorschreibt, ist das Recht und die Pflicht des Spielenden, eigene Limiten zu setzen. Bei Sporttip heisst das: Vor der ersten Wette werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festgelegt, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Tageseinstellung und CHF 1’000, wenn das Spielerkonto von einer Person unter 21 Jahren geführt würde. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – wer also am Samstag um 18 Uhr die Limite hebt, kann am Sonntag um 18 Uhr noch nicht den höheren Betrag setzen.

Loterie Romande verfährt nach demselben Muster, ebenfalls mit freiwilligen Verlust- und Einzahlungslimiten. Beide Veranstalter erfüllen damit Art. 87 VGS, der mindestens eine Höchstgrenze für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Was nirgends vorgeschrieben ist: eine staatliche Obergrenze. Wer mehr will, muss es selbst deckeln.

Wer eine Pause erzwingen will, ohne ein Limit zu senken, kann sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht möglich. Die unbefristete Spielsperre wird zusätzlich in das schweizweite Sperrregister eingetragen und gilt automatisch auch für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Damit ist die Schweizer Selbstsperre eine der wenigen Sperren, die über die zwei Wettanbieter hinaus Wirkung entfaltet.

Bei den Einsatzlimiten je Wette gilt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Werte jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer ein System auf vielen Auswahlen spielen will, kann mit CHF 10’000 pro Wettschein deutlich höhere Summen umsetzen – und damit auch deutlich schneller das monatliche Verlustlimit erreichen, das er selbst gesetzt hat.

Wer das Gefühl verliert, fragt am besten eine Beratungsstelle. In der Schweiz arbeitet unter anderem die Sucht Schweiz mit telefonischer und Online-Beratung, die Anlaufstellen sind in den Kantonen unterschiedlich organisiert. Eine Spielsperre über das Sperrregister ist die strengste Form; sie wirkt schweizweit und hält mindestens drei Monate. Was eine Selbstsperre nicht ersetzt, ist eine Wettpause mit offenem Konto – wer weiter wetten will, findet dafür einen Weg, und genau deshalb ist die Vorab-Limite der wichtigere Hebel.

Apps und mobiles Wetten: was auf dem Smartphone anders läuft

Eine App ersetzt keine Bewilligung. Wer bei Swisslos oder Loterie Romande wettet, kann das im Browser oder in der jeweiligen App tun; wer eine App eines ausländischen Anbieters lädt, hat noch keine Wette platziert, sondern nur eine Datei auf dem Telefon. Der eigentliche Unterschied liegt in den Limiten, dem Cash-Out und der Livewette – alle drei funktionieren auf dem Smartphone genauso wie am Rechner, mit denselben Ober- und Untergrenzen.

Bei Sporttip läuft Cash-Out auch mobil, allerdings nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Wer die halbe Wette sichern will, kann das nicht – das ist nicht ein App-Limit, sondern eine Regelung der Spielregeln. Wer eine Teilauszahlung kennt, kommt aus einem anderen Markt. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis im Livestream läuft; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls auf 1.00 setzen.

Was eine seriöse Wett-App in der Schweiz leisten muss, ist im Wesentlichen dasselbe wie am Rechner: Identitätsprüfung beim ersten Login, dieselben Verlustlimiten, dieselbe Auszahlung auf das verifizierte Konto der spielenden Person. Wer beim Installieren merkt, dass die App nach Ausweis, Adresse und Geburtsdatum fragt, ist auf der richtigen Seite – das ist die Pflicht aus Art. 47–52 VGS, nicht ein Bonus-Trigger.

Wer eine «EM-Wett-App» aus den App-Stores lädt, sollte vor der Registrierung zwei Fragen klären: Ist die App über die Gespa-Sperrliste in der Schweiz überhaupt erreichbar? Und wer schuldet dem Spielenden etwas, wenn die App das Geld nicht auszahlt? Eine App ohne Schweizer Bewilligung bietet keine Anlaufstelle in der Schweiz – die Beschwerde ginge an den Sitz des Anbieters, oft Curaçao oder Malta, und ist im Streitfall kaum durchsetzbar.

Prognosen, Wett-Tipps und was sie wirklich sagen

Eine Wettprognose ist eine Schätzung. Wer «Tipp EM 2028» googelt, bekommt Websites, die Spanien, Frankreich oder England als Turniersieger nennen, oft mit Quoten dazu. Diese Zahlen sind keine Vorhersagen, sondern Marktpreise – was die Buchmacher dafür halten, dass ein Team gewinnt, nicht was gewiss eintrifft. Der Unterschied ist nicht Haarspalterei: Eine Quote von 6.00 auf einen Aussenseiter heisst «das zahlen wir, wenn es passiert», nicht «es passiert». Wer die Quote als Wahrscheinlichkeit liest, hat die Marge noch nicht eingepreist.

Wer eine eigene Prognose aufstellen will, arbeitet mit drei Bausteinen: Form der Mannschaft, Kader, und der Vergleich der Quoten über mehrere Anbieter. Bei einem Turnier wie der EM kommen zusätzlich die Setzliste und das Los dazu – wer in einer Gruppe mit Spanien und Frankreich landet, hat andere Chancen als wer auf Island oder Albanien trifft. All das zusammen ergibt eine Schätzung, kein Resultat. Und genau deshalb ist ein Tipp ein Einsatz, kein Einkommen.

In den Schweizer Wettprogrammen sind Langzeitwetten auf den Turniersieger Teil des Angebots. Sie werden abgerechnet, sobald das Turnier endet – bei der EM 2028 also nach dem Finale am 9. Juli 2028 in London. Vorher gibt es Teilauszahlungen oder das Cash-Out-Fenster, das der Veranstalter jeweils öffnet. Wer eine Langzeitwette platziert, sollte wissen, dass der Einsatz während des ganzen Turniers blockiert ist und kein Geld zurückkommt, wenn das gewählte Team früher ausscheidet.

Der stärkste Schutz gegen schlechte Prognosen ist nicht ein besserer Tipp, sondern ein tieferer Einsatz. Drei Punkte, die jeder EM-Wetter beachten sollte:

Was seriöse Tippgeber von unseriösen unterscheidet, ist die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn der Tipp nicht eintrifft. Wer behauptet, er habe «sichere Tipps», hat kein statistisches Modell, sondern einen Werbetext. Eine Wette, die sicher ist, gibt es nicht – und wer sie verkauft, lügt.

Wettarten, Quoten und warum jede Quote einen Preis hat

Eine Wette auf den Turniersieger Spanien zur Quote 6.00 bedeutet: Wer CHF 10 setzt, gewinnt CHF 60 brutto, also CHF 50 Nettogewinn, wenn Spanien in London am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion Europameister wird. Verliert Spanien, ist der Einsatz weg. So weit ist das offensichtlich. Die weniger offensichtliche Rechnung steckt in der Auszahlungsquote und der Marge.

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den der Veranstalter über alle Ausgänge zurückzahlt. Bei einer 1X2-Wette auf ein ausgeglichenes Spiel könnte der Veranstalter Quoten von 2.10 auf den Heimsieg, 3.40 auf das Unentschieden und 3.60 auf den Auswärtssieg anbieten. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ist

1 / (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) ≈ 1 / (0.4762 + 0.2941 + 0.2778) ≈ 1 / 1.0481 ≈ 95.41 %.

Die Marge ist 100 % − 95.41 % = 4.59 %. Auf jeden eingesetzten Franken behält der Veranstalter also rund viereinhalb Rappen, egal welcher Ausgang eintritt. Die Auszahlungsquoten für 1X2-Märkte im Fussball liegen in der Praxis meist zwischen 92 % und 97 %, je nach Spiel und Anbieter; Märkte mit vielen Ausgängen wie Handicap oder Torschützen haben höhere Margen, weil mehr Auswahlen schwerer zu kalkulieren sind.

Bei der EM 2028 beginnt das Wettprogramm schon lange vor dem Eröffnungsspiel. Wer auf den Turniersieger wettet, setzt auf den Ausgang eines Marktes mit dutzenden Auswahlen; wer auf das Eröffnungsspiel Wales gegen das EM-2028-Programm setzt, setzt auf eine einzelne 1X2-Wette. Beide Wetten sind Wetten – aber die Marge ist im Turniersiegermarkt tendenziell höher. Ein konkreter Preis für eine konkrete EM-Wette ist hier nicht aufgeführt, weil Quoten sich täglich ändern; was bleibt, ist das Prinzip: jede Quote hat eine Marge, und die Marge ist der Preis, den der Wettende pro Franken Einsatz zahlt.

Bei Kombinationswetten multiplizieren sich die Quoten, aber auch die Margen. Eine Wette über drei Auswahlen mit Einzelquoten von 2.00, 3.00 und 4.00 gibt eine Kombiquote von 24.00. Der Auszahlungsanteil eines solchen Marktes ist niedriger als der Auszahlungsanteil jeder Einzelwette – exakt um die kombinierten Margen. Wer viel kombiniert, spielt gegen eine doppelte Buchmacherkante; der Gewinn, falls er kommt, ist grösser, der erwartete Verlust ebenso.

Cash-Out korrigiert die Rechnung nicht, sondern bricht sie ab. Der angebotene Cash-Out-Betrag ist tiefer als der nicht vorzeitige Wettgewinn – Swisslos nennt das explizit in den Spielregeln. Wer Cash-Out nimmt, sichert einen Teil des Gewinns und verzichtet auf den Rest, im Tausch gegen weniger Risiko. Das ist kein Bonus, sondern eine vorzeitige Abrechnung zu einem vom Veranstalter gesetzten Preis.

Was bei Livewetten anders läuft: Die Regeln von Sporttip besagen, dass eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs mit Quote 1.00 gewertet wird. Wer live wettet und dabei das Spiel nicht in Echtzeit verfolgt, riskiert, dass der Ausgang schon eingetreten ist, wenn die Wette durchgeht. Das ist kein Trick des Veranstalters, sondern eine Schutzregel für Fälle, in denen Datenlieferungen verzögert sind.

Die Europameisterschaft 2028 als Wettgegenstand

Die Fussball-EM 2028 ist das nächste Turnier, das in der Schweiz bewettet werden kann. Sie findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 statt, das Eröffnungsspiel bestreitet Wales am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale steht am 9. Juli 2028 in Wembley. Gespielt wird mit 24 Mannschaften in sechs Vierergruppen, danach folgen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale – ein Spiel um Platz drei gibt es nicht.

Diese Form liefert das Wettprogramm: Gruppenphase mit 36 Spielen, K.-o.-Phase mit 15 Spielen, 51 Spiele insgesamt – so viele wie schon bei der EM 2024, die vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland ausgetragen wurde und in der Spanien England im Olympiastadion Berlin mit 2:1 besiegte. Sechs Spieler erzielten damals je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz, bei einer Gesamtzuschauerzahl von 2’681’288 über das Turnier. Für die Wettanbieter sind diese Zahlen Material für Spezialwetten – Torschützenkönig, erstes Tor des Turniers, Anzahl Tore in einer Partie – und der Markt ist bei jeder Endrunde breit.

Die Qualifikation zur EM 2028 läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast – ein Datum, das für die Schweiz erst relevant wird, wenn geklärt ist, gegen wen die Nati in der Qualifikation spielt. Wer vor der Auslosung auf den Schweizer Gruppensieg wettet, wettet gegen eine offene Konstellation; wer auf den Turniersieg wettet, ohne den Kader zu kennen, wettet blind.

Die Geschichte der Fussball-EM hilft, die Quoten einzuordnen. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln (und damit auch dem Titel 2024), Deutschland gewann drei (1972, 1980, 1996). Rekordtorschütze des Turniers ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren; seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16. Solche Rekorde sind Hintergrund, nicht Vorhersage – wer auf Ronaldo als Torschützenkönig der EM 2028 wettet, setzt auf das Alter eines Mannes, der im Turnierjahr 41 wird.

Wetten auf Turniersieger, Gruppensieger oder den Einzug ins Halbfinale sind Langzeitwetten. Sie werden erst nach dem Endspiel abgerechnet; wer vorher aussteigen will, kann das über das Cash-Out-Fenster tun, das Swisslos jeweils öffnet. Cash-Out gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung.

Was bei allen Spielen gilt: Die reguläre Spielzeit ist die reguläre Spieldauer (im Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Wer auf «nächster Torschütze» nach der regulären Spielzeit wettet, ohne die Verlängerung im Wettprogramm gesehen zu haben, riskiert eine Annullierung – Sporttip würde die Wette nicht automatisch auf die Verlängerung ausdehnen.

Bewilligte Veranstalter und ausländische Anbieter im Vergleich

Die Schweiz hat zwei Veranstalter mit einer Bewilligung für Grossspiele und damit für Sportwetten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Acht weitere Marken, die international bekannt sind, besitzen keine Schweizer Bewilligung – sie sind in der Übersicht aufgeführt, weil sie Schweizer Spielerinnen und Spieler im Internet treffen, aber keiner dieser Anbieter darf in der Schweiz Sportwetten anbieten. Wer dort ein Konto eröffnet, spielt ausserhalb der Schweizer Aufsicht.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
1Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
Betscore ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangabe nicht etabliert; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada), berichtet; nach Art. 4 BGS ohne Wirkung in der Schweiz

Was die Tabelle nicht zeigt: die unterschiedlichen Angebote, Limits und Auszahlungsmodalitäten jenseits der Lizenzfrage. Wer die Bewilligung als Kriterium benutzt, kann zwischen den zwei zugelassenen Veranstaltern wählen – und dort sortieren, ob das Wettprogramm, die Quotenmarge und das Cash-Out-Modell passen. Wer den Lizenzstatus ignoriert, sitzt auf einer von 671 Domains, die Ende 2025 auf der Gespa-Sperrliste stehen.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer von zwei Veranstaltern, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, und führt das Produkt Sporttip auf der eigenen Plattform. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und ist im Handelsregister als SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie eingetragen. Die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung stammen aus dem Geldspielgesetz (SR 935.51) und werden von der Gespa beaufsichtigt.

Das Sporttip-Angebot deckt den Fussball breit ab – von der Bundesliga und Super League bis zur Champions League und zur EM. Im Spielplan erscheinen Wetten auf einzelne Spiele, auf den Turniersieger, auf Gruppensieger und auf kombinierte Auswahlen. Die reguläre Spielzeit einer Fussballwette umfasst 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind.

Sporttip akzeptiert Wetten nur von Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet – das sind die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf, Waadt oder im Wallis wohnt, gehört nicht in dieses Gebiet und weicht auf die Loterie Romande aus. Wer aus dem Ausland zugreift, kann kein Konto eröffnen.

Die Limits setzen die Spielenden selbst: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Tageseinstellung und CHF 1’000, falls das Konto über eine Person unter 21 Jahren geführt würde. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Pro Wette gilt ein Mindesteinsatz von CHF 1 und ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten sowie CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limite jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen.

Der Kombiboost von Swisslos ist eine der wenigen zugelassenen Promotionen: mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50, online, Prematch, Live oder Systemwette – 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier Auswahlen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Pro Wettendem nur einmal nutzbar, im Einsatz und in der Gewinnerhöhung limitiert. Cash-Out ist möglich, aber nur vollständig und nicht für jede Wette garantiert; der angebotene Betrag liegt unter dem nicht vorzeitigen Wettgewinn.

Verrechnet wird auf das verifizierte Bankkonto der spielenden Person; anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen gibt es nicht. Im Geschäftsbericht 2025 weist Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, davon CHF 109 Mio. aus den Sportwetten (2024: CHF 122 Mio.), und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Das zeigt, dass Sporttip ein Lotterieprodukt ist, dessen Überschuss an die Kantone fliesst – nicht ein Buchmacher, der mit Spielmargen Rendite macht.

Für wen das Angebot passt: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und ein zugelassenes Wettkonto mit Schweizer Rechtsweg sucht, ist hier richtig. Wer Westschweizer Wohnsitz hat, kann sich nicht registrieren; wer ein Bonusfeuerwerk erwartet, wird von der Promotionliste enttäuscht.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist der zweite zugelassene Veranstalter und bietet das Produkt Jouez Sport in der Westschweiz an. Die Gesellschaft hat ihre Adresse in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), beschäftigt 221 Mitarbeitende und unterhält 2’350 Verkaufsstellen in den sechs Westschweizer Kantonen FR, GE, JU, NE, VD und VS.

Jouez Sport funktioniert nach denselben Regeln wie Sporttip: Bewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa, Limits, die der Spielende vor der ersten Wette setzt, und Auszahlungen ausschliesslich auf das verifizierte Konto der spielenden Person. Ein Konto eröffnen kann nur, wer Wohnsitz in der Westschweiz hat – das Wallis, die Waadt, Genf, Freiburg, Neuenburg und Jura sind das Vertragsgebiet.

Das Wettprogramm deckt Fussball breit ab, inklusive internationale Turniere und, wenn auf der Gespa-Liste für bewilligte Wetten aufgeführt, EM-Spiele. Welche Märkte genau bewilligt sind, ergibt sich aus der Liste 10.09.2026; Corners, Karten oder Esports gehören nicht zum bewilligten Angebot. Was nicht bewilligt ist, wird nicht angeboten – das ist ein wichtiger Unterschied zu ausländischen Anbietern, die oft mit einem breiteren, aber unbewilligten Markt werben.

Die Promotionen der Loterie Romande sind ähnlich zurückhaltend wie die von Swisslos. Im Jahr 2025 hat die Gespa der Loterie Romande 24 Bewilligungen für Gratisspielguthaben erteilt – eine Zahl, die kleiner klingt, als sie ist, weil sie nur die Bewilligungen zählt, nicht die Anzahl der ausgelobten Aktionen. Für die Wettenden heisst das: Wer in der Westschweiz spielt, sieht keinen Willkommensbonus, dafür aber den Schutz der Schweizer Aufsicht und die Möglichkeit, sich im Sperrregister eintragen zu lassen.

Für wen das Angebot passt: Wer in der Romandie wohnt und die Sicherheit einer Schweizer Bewilligung sucht, bekommt hier das einzige verfügbare Konto. Wer bereits ein Konto bei Sporttip hat, kann sich nicht ein zweites Mal in der Westschweiz registrieren – pro Person ein Konto, ausgewiesen und geprüft.

bet-at-home

bet-at-home ist eine europäische Sportwettenmarke mit Hauptsitz in Düsseldorf und Maltalizenz in der Berichterstattung. Das Unternehmen unterhält Domains, die nach Angaben der Gespa in der Sperrliste geführt wurden oder aktuell geführt werden – die Gespa nennt Interwetten und bet-at-home explizit als Beispiele für «Domain-Hopping».

In der Schweiz ist bet-at-home nicht zugelassen. Eine ausländische Lizenz – gleich ob aus Malta, Curaçao oder einem anderen Staat – hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Das heisst: Wer von der Schweiz aus spielt, tut es auf einer Plattform, die hier weder eine Bewilligung hat noch im hiesigen Ausschlussregister eingetragen ist. Im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg, und die Gewinne sind nach kantonalem Recht (im Thurgau etwa voll steuerpflichtig) anders zu behandeln als Gewinne aus bewilligten Schweizer Lotterien.

Was bleibt: Die Seite kann in anderen Märkten durchaus ein reguliertes Angebot haben. Für Schweizer Spielerinnen und Spieler ändert das nichts – die Plattform ist in der Schweiz nicht zugelassen, und wer dort einzahlt, zahlt auf ein Konto ohne Schweizer Schutz.

1Bet

1Bet wird in den meisten Listings als Anbieter mit Curaçao-Lizenz geführt. In der Schweiz gilt dieselbe Ausgangslage wie bei bet-at-home: Die Plattform besitzt keine Schweizer Bewilligung, hat keinen Zugang zum Sperrregister und kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, sobald Schweizer Provider die DNS-Sperre aktivieren.

Wer bei 1Wet ein Konto eröffnet, riskiert, dass die Domain über Nacht unerreichbar wird. Die Sperrliste wird laufend aktualisiert; ersetzte Domains werden typischerweise innerhalb von Stunden gesperrt, wenn die Gespa den neuen Endpunkt identifiziert. Wer einen langfristigen Tipp auf den EM-Turniersieger platzieren will, sollte bedenken, dass die Wette nur dann ausgezahlt wird, wenn der Anbieter bis Juli 2028 durchgängig erreichbar bleibt – eine Wette, die bewusst ist, kein Glücksspiel.

Duelbits

Duelbits wird in den meisten Listings als Krypto-Sportwettenanbieter geführt und akzeptiert neben Fiat auch Kryptowährungen. In der Schweiz hat ein Krypto-Anbieter dasselbe Problem wie jeder andere ausländische Anbieter: keine Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister und keine Auszahlung auf ein verifiziertes Schweizer Bankkonto ohne Konvertierung.

Was zusätzlich gilt: Die Schweizer Spielregeln verlangen für bewilligte Anbieter eine Auszahlung ausschliesslich auf ein Zahlungskonto der spielenden Person. Krypto-Auszahlungen auf externe Wallets sind in dieser Logik nicht abgedeckt; Plattformen, die das anbieten, geben das Schweizer Sicherheitsversprechen bereits bei der Auszahlung auf.

GG.BET

GG.BET ist auf E-Sports spezialisiert und hat in den letzten Jahren sein Wettprogramm auf klassische Sportarten ausgeweitet. In der Schweiz ist GG.BET nicht zugelassen – was wegen des Esports-Angebots besonders heikel ist, weil die Gespa-Liste für bewilligte Wetten keinen Esports-Bereich enthält.

Wer in der Schweiz auf Counter-Strike oder Dota 2 wetten will, kann das bei keinem bewilligten Anbieter tun. Was bleibt, ist die Frage, ob eine ausländische Plattform für Schweizer Spielerinnen und Spieler überhaupt zugänglich sein sollte. Die Antwort der Schweizer Aufsicht ist klar: nein.

BetFury

BetFury ist ein Krypto-Casino mit angeschlossenem Sportwettenprodukt. Lizenzangaben aus den Listings weisen auf Curaçao. Aus Schweizer Sicht dasselbe Bild: keine Bewilligung, kein Schutz.

Die Plattform wirbt aggressiv mit Cashback und Bonusprogrammen, die unter Schweizer Aufsicht gar nicht zulässig wären. Was als Marketing erscheint, ist aus Schweizer Sicht ein Indikator dafür, dass die Plattform in einem anderen Rechtsrahmen operiert – und dass der Schutz des Spielers nicht über die Schweizer Aufsicht läuft.

Bruce Bet

Bruce Bet ist eine weitere Marke mit internationalen Listings, oft mit Curaçao-Lizenz. In der Schweiz ohne Bewilligung, ohne Sperrregister-Anschluss und ohne Schweizer Rechtsweg. Bonusstrukturen, die in dieser Plattform üblich sind, gehören zu den versprochenen Leistungen, die in der Schweiz nicht bewilligungsfähig wären.

Betscore

Betscore wird in mehreren Listings als internationaler Anbieter mit gemischter Lizenzlage geführt (Curaçao in den meisten Fällen). Aus Schweizer Sicht gilt: keine Bewilligung, kein Schutz. Wer von der Schweiz aus spielt, hat keinen Zugang zum Sperrregister und keinen Anspruch auf eine bestimmte Auszahlungspraxis.

X3Bet

X3Bet wird in Drittquellen mit Lizenz Tobique (Kanada) geführt. Tobique ist eine kanadische Lizenz, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet – Lizenzen ausländischer Behörden sind nach Art. 4 BGS hier nicht anerkannt. An der Ausgangslage ändert sich nichts: keine Schweizer Bewilligung, kein Schutz.

Was die EM-Wette in der Schweiz kostet – Preisüberblick

Eine konkrete EM-Wette auf einzelne Spiele ist hier nicht aufgeführt, weil Quoten tagesaktuell sind und sich bis zum Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 noch dutzende Male verändern werden. Was bleibt, sind die Strukturkosten, die jede Wette trägt: die Marge und die Verlustlimite.

Die Auszahlungsquote eines 1X2-Marktes zu Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 liegt nach der Rechnung 1 / (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) bei rund 95.41 %. Die Marge dieses Marktes liegt entsprechend bei rund 4.59 %. Auf einen Einsatz von CHF 100 in diesem Markt zahlt der Veranstalter rund CHF 95.41 an die Wettenden aus – unabhängig davon, welche der drei Auswahlen gewinnt. Wer auf mehrere Märkte gleichzeitig wettet, akkumuliert diese Marge; wer auf den Turniersieger wettet, spielt in einem Markt mit höherer Marge, weil dort dutzende Auswahlen kalkuliert sind.

Eine zweite Kostenstelle ist die Auszahlungsgeschwindigkeit. Bei Swisslos erfolgt die Auszahlung auf das verifizierte Bankkonto; die Bearbeitungszeit liegt im Bereich von ein bis drei Werktagen nach Gewinnabrechnung, kann aber bei grossen Turnieren wie der EM 2028 länger sein, wenn das System unter Last steht. Wer kurz vor Spielbeginn auf den Gruppensieg wettet, sollte mit einer Wartezeit rechnen, falls die Wette erfolgreich ist – das ist kein Bonusthema, sondern eine Logistik der Auszahlung.

Eine dritte Stelle ist die Verrechnungssteuer und die Einkommenssteuer. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000 (2025 lag er bei CHF 1’070’400), die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb es «je nach Kanton» heissen muss. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Gewinne aus ausländischen Grossspielen fallen in eine andere Kategorie: Die kantonale Praxis im Thurgau behandelt solche Gewinne als voll steuerpflichtiges Einkommen, unabhängig vom Betrag. Für die meisten EM-Wetter ist die Frage akademisch – wer auf eine Vierergruppenwette CHF 100 setzt, gewinnt im Erfolgsfall einen Betrag weit unter dem Freibetrag und hat weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Was sich aus diesen Zahlen ergibt: Der erwartete Verlust pro Wette liegt für ein Fussballspiel im Bereich der Marge. Bei einer Marge von rund 4.59 % verliert ein durchschnittlicher Wettender, der seine Verlustlimite konsequent ausschöpft, etwa 4–5 % seines Einsatzes. Wer monatlich CHF 500 setzt, verliert statistisch rund CHF 22–25, ohne einen einzigen Tipp richtig oder falsch zu haben. Das ist der Preis des Spiels.

Wer das Spiel verliert, ohne zu wetten

Spielsperre ist kein Sonderfall, sondern Teil des Systems. Wer beim ersten Login eine 30-Tage-Verlustlimite von CHF 50 setzt, kann in diesem Monat maximal CHF 50 verlieren – egal wie viele Wetten er platziert. Wer stattdessen die Limite auf CHF 9’999 hochfährt, riskiert, sie auszuschöpfen.

Eine Selbstsperre für 1 bis 180 Tage ist die stärkere Variante. Wer sich sperrt, kann sich vor Fristablauf nicht wieder anmelden; wer eine unbefristete Sperre setzt, wird im schweizweiten Sperrregister eingetragen und gilt für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein gleichermassen. Das ist ein Mechanismus, der über die zwei Schweizer Wettanbieter hinaus wirkt – ein seltener Fall im internationalen Vergleich.

Drei Stellen, die im Ernstfall helfen:

Was im Ernstfall zählt, ist die Sperre, nicht der Beratungstermin. Wer merkt, dass er das Limit mehrfach erhöht oder die Verlustlimite in einem Monat ausschöpft und im nächsten wieder, sollte den Selbsttest machen und mit einer Fachstelle sprechen. Das ist kein Eingeständnis, sondern Teil des Spiels.

Überblick: Wettangebote auf einen Blick

Wer die zwei bewilligten Veranstalter vergleicht, sieht weniger Auswahl als bei grossen ausländischen Anbietern und mehr Sicherheit. Was Swisslos und Loterie Romande an Fussballwetten führen, deckt nationale Ligen und die grossen Turniere ab, einschliesslich der EM 2028.

Die EM 2028 ist mit zwei Blickwinkeln wettenrelevant: als Turnier mit eigenen Märkten (Turniersieger, Gruppensieger, Torschützenkönig, Spielerstatistiken) und als K.-o.-Wettbewerb mit 51 Spielen, von denen jedes einzelne eigene Wettmärkte hat. Ein Systemtipp über fünf Gruppensiege und drei K.-o.-Ausgänge kombiniert beide Blickwinkel; wer das spielt, sollte das eigene Monatslimit im Auge behalten – fünf Wetten plus Systemeinsatz können sich schnell zu einem Monatsvolumen summieren, das die Verlustlimite sprengt.

Was die Rechtslage in der Schweiz bedeutet

Die Schweiz reguliert Sportwetten als Grossspiele unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft und überträgt der Gespa die Aufsicht über Swisslos und Loterie Romande sowie über die Sperrliste ausländischer Domains.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die zentrale Norm ist Art. 4 BGS: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer eine Plattform aus Curaçao, Malta oder einem anderen Staat betreibt, kann in der Schweiz keine Sportwetten anbieten, auch wenn die Plattform dort legal ist. Die Konsequenz: Wer von der Schweiz aus spielt, tut es auf einer Plattform, die hier nicht zugelassen ist – unabhängig davon, was dort auf der Lizenzseite steht.

Für die Spielerinnen und Spieler ist die Norm weniger strafrechtlich interessant, sondern zivilrechtlich. Art. 130 BGS stellt die Organisation unbewilligter Grossspiele unter Strafe – bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre. Die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber im Strafverfahren gegen den Anbieter können Einlagen und Gewinne eingezogen werden. Es gibt im Schweizer Recht keine Spielerbestrafung; es gibt aber auch keinen Schutz für Spieler, die bei einem nicht zugelassenen Anbieter spielen.

Was zusätzlich gilt: Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Das gilt für Affiliates, Banner und TV-Werbung. Wer in sozialen Medien auf einen ausländischen Anbieter stösst, sieht dort möglicherweise Werbung, die in der Schweiz selbst nicht zulässig wäre – was die Plattform aus ihrer Sicht zu einem Geschäftsmodell macht, aus Schweizer Sicht zu einem Vollzugsfall.

Die Sperrliste der Gespa (Art. 86–93 BGS) ist das Druckmittel: Schweizer Internetprovider sperren Domains über DNS, die Liste wurde zuletzt am 3. September 2019 erstmals veröffentlicht und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden typischerweise durch Nachfolge-Domains ersetzt; die Gespa sperrt auch diese innerhalb von Stunden. bet365 und Interwetten sowie bet-at-home werden in den Gespa-Berichten namentlich als Beispiele für solches Domain-Hopping genannt.

Was die bewilligten Anbieter von den nicht bewilligten unterscheidet:

Das ist kein «die Schweizer Anbieter sind die guten, die anderen die schlechten»-Urteil – es ist eine Beschreibung der Rechtslage. Wer in der Schweiz lebt und hier wettet, bewegt sich entweder innerhalb der Bewilligung oder ausserhalb, und der Unterschied ist mehr als eine Formalität.

Häufige Fragen zur EM-Wette in der Schweiz

Findet in diesem Jahr eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

Nein, 2026 gibt es kein EM-Turnier; die Jahreszahl bezeichnet das Veröffentlichungsdatum. Die letzte Endrunde war die EURO 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 (Spanien schlug England im Finale 2:1), die nächste ist die EURO 2028 in England, Schottland, Wales und Irland mit dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und dem Finale am 9. Juli 2028 in Wembley. Wer 2026 wetten will, kann auf Qualifikationsspiele setzen, die ab dem 6. Dezember 2026 (Auslosung in Belfast) stattfinden.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten wirklich aus?

Die Wettquoten sind keine Vorhersagen, sondern Marktpreise – was die Veranstalter dafür halten, dass ein bestimmtes Team gewinnt, mit eingebauter Marge. Eine niedrige Quote bedeutet nicht «tritt sicher ein», sondern «zahlt weniger, falls es eintritt». Wer auf den Turniersieger wettet, sollte die Quote nicht als Wahrscheinlichkeit lesen, sondern als Verhältnis von Einsatz und Bruttogewinn. Niemand weiss, wer im Juli 2028 in Wembley gewinnt, und jede Wette auf diese Frage ist eine Wette gegen eine unbekannte Verteilung.

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Eine Langzeitwette ist eine Wette auf den Ausgang eines Wettbewerbs, nicht auf ein einzelnes Spiel. Sie wird abgerechnet, sobald das Turnier endet – bei der EM 2028 also nach dem Finale am 9. Juli 2028. Der Einsatz bleibt während des Turniers blockiert, und wer vorzeitig aussteigen will, kann das Cash-Out-Fenster nutzen, das Swisslos jeweils öffnet; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, hängt vom Verlauf ab und ist nicht für jede Wette garantiert. Eine Aufhebung ist nicht möglich.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Das Geldspielgesetz verlangt für Gratisspielguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat die Aufsicht der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solcher Bewilligungen erteilt – im internationalen Vergleich sehr wenig. Die Zurückhaltung ist regulatorisch gewollt: Boni sind ein Hebel, der Spieler zu höheren Einsätzen verleiten kann, und die Schweizer Aufsicht behandelt sie entsprechend als Eingriff in den Spielerschutz. Ein kleines Bonusprogramm ist also kein Defizit, sondern Ausdruck der Aufsichtslogik.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg – die Beschwerdestelle wäre der Sitz des Anbieters, oft im Ausland, und Beschwerden über ausstehende Auszahlungen sind dort schwer durchsetzbar. Die Spielsperre im schweizweiten Register greift bei solchen Plattformen nicht. Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind je nach Kanton anders steuerlich behandelt – der Kanton Thurgau etwa besteuert sie voll, unabhängig vom Betrag. Zudem kann die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzen, was den Zugriff über Schweizer Provider blockiert.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Bei Sporttip und Jouez Sport setzen die Spielenden vor der ersten Wette eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage – Obergrenze CHF 9’999 pro Tageseinstellung (CHF 1’000, falls ein Konto über eine Person unter 21 Jahren geführt würde). Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden; es gibt keine staatliche Einzahlungsgrenze. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei (Bundesfreibetrag CHF 1’071’000 ab 2026), die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung rückforderbar sind.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»