American Football Wetten in der Schweiz: Wer anbieten darf und was es kostet
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz auf die NFL wetten will, findet keinen freien Markt vor. Zwei Veranstalterinnen teilen das Angebot unter sich auf, beide unterliegen dem Geldspielgesetz, und was gewettet werden darf, bestimmt eine geschlossene Liste. Der folgende Überblick zeigt, was erlaubt ist, welche Kosten anfallen und welche Wege Spielenden tatsächlich offenstehen.
Stand der Daten: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Sportereignisse und Wettarten (Stand 10.09.2026) und gegen die Spielregeln von Swisslos Sporttip (Version 4.2) sowie die Angaben der Loterie Romande.
Vergleich: Zehn Anbieter für American Football Wetten
Nur zwei von ihnen führen eine Schweizer Bewilligung. Die übrigen acht sind ausländische Marken ohne Schweizer Genehmigung – sie tauchen in der Vergleichstafel auf, weil Schweizer Spielende auf sie treffen, aber jeder einzelne Eintrag sagt offen, was im Inland gilt.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Basel), Produkt Sporttip; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Produkt Jouez Sport; Aufsicht Gespa |
| Wettigo | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| GG.BET | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Donbet | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| N1 Bet | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Betwinner | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| AmunRa | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Interwetten | Nein | Keine Schweizer Bewilligung; Lizenz im Ausland nicht belegt, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
Wer in der Schweiz wettet, kommt an den ersten beiden nicht vorbei – sie sind die einzigen mit Bewilligung. Die anderen acht teilen ein gemeinsames Problem: eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder anderswo hat hier keine Wirkung. Wer dort spielt, ist nicht geschützt, weder über das Schweizer Sperrregister noch über eine Schweizer Aufsicht, und die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen, was den Zugang in der Schweiz faktisch blockiert.
Die Tafel trennt die beiden Gruppen nicht abschliessend. Sie zeigt, wer mit welcher Grundlage antritt. Das zählt mehr als Werbung, weil es entscheidet, wer überhaupt etwas zurückfordern kann, wenn es schiefgeht.
Grundlagen der Sportart: Was ein American-Football-Spiel eigentlich ist
Ein Spiel besteht aus vier Vierteln zu je 15 Minuten Nettospielzeit – High-School- und europäische Amateurteams spielen 12 Minuten pro Viertel. Auf dem Feld stehen jeweils elf Spieler pro Mannschaft. Jeder Angriff (Drive) hat vier Versuche, sogenannte Downs, um mindestens 10 Yards zu gewinnen; gelingt das, beginnt die Zählung von vorn.

Die Punkte entstehen so: Ein Touchdown bringt 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) danach 1 weiterer. Statt des PATs kann eine Two-Point-Conversion über 2 Yards gespielt werden, die 2 Punkte bringt. Ein Field Goal aus dem Spiel heraus zählt 3, eine Safety 2 Punkte. Diese Punkte stehen in den Wettquoten als Grundlage – Handicap, Über/Unter und Moneyline beziehen sich am Ende auf eine Seite, die mehr davon gesammelt hat.
Das Spielfeld ist 120 Yards (109,73 m) lang und rund 53 Yards breit; jede Endzone nimmt 10 Yards davon ein. Wer ein Spiel versteht, versteht auch die Quoten dahinter: Ein Spread von −3.5 heisst, dass die favorisierte Mannschaft das Spiel mit mindestens 4 Punkten Differenz gewinnen muss, sonst gilt die Wette als verloren.
Spielzeit und Verlängerung: Wann ein Spiel wirklich zu Ende ist
Die reguläre Spielzeit umfasst die effektive Spielzeit plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind – ein wichtiger Punkt für Wetten auf Sieg oder Handicap, weil NFL-Spiele häufiger in die Overtime gehen, als man denkt.
Seit der Saison 2025 gilt in der NFL nicht mehr das Sudden-Death-Prinzip: Die Verlängerung dauert 10 Minuten, und beide Mannschaften bekommen mindestens einen Drive. In den Playoffs dauert jede Verlängerung 15 Minuten, gespielt wird bis zur Entscheidung. Wer auf das Ende der regulären Spielzeit wettet – etwa Über/Unter auf die Gesamtpunktzahl vor Overtime –, muss dieses Detail kennen, weil es die Wette entscheidet.
Im College Football beginnt die Overtime für jedes Team an der gegnerischen 25-Yards-Linie; ab der dritten Overtime ist der Extrapunkt nicht mehr erlaubt, Two-Point-Conversions werden Pflicht.
Die NFL-Saison: Wann welche Spiele stattfinden
Die National Football League umfasst 32 Teams, aufgeteilt in zwei Conferences (AFC und NFC) zu je vier Divisionen mit je vier Teams. Jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele über 18 Wochen, mit einem spielfreien Wochenende (Bye). Diese Woche verteilt das Wettprogramm: Wer in einer Woche Bye hat, fehlt im Wettangebot, was die Quoten anderer Partien verändert.
In die Playoffs kommen 14 Teams, sieben pro Conference: die vier Divisionssieger und drei Wildcard-Teams. Der Super Bowl wird am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, die erste Auflage fand im Januar 1967 statt. Den Super Bowl LX gewannen die Seattle Seahawks mit 29:13 gegen die New England Patriots – ein Endspiel, das in den Wettarchiven stehen bleibt.
Rechtslage in der Schweiz: Wer wann überhaupt wetten darf
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel (Art. 3 lit. c und e BGS) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat seit 1.1.2021) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht es als Veranstalterbewilligung und als Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Service-Gebiete: Swisslos für die deutschsprachigen Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin. Die Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains. Reingewinne fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS) – ein Punkt, der bei Sportwetten oft vergessen geht.
Was gewettet werden darf: Die Gespa-Liste als Wahrheits-Kompass
Was auf dem Wettschein liegen darf, entscheidet eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportereignisse und Wettarten (Stand 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Nur Sportereignisse sind erlaubt – Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows nicht. Qualifikationsrunden gelten nur, wenn sie gelistet sind, Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, Trainingsläufe nie.
Eckball- und Kartenmärkte führt die Liste nicht, eine eigene Esports-Sektion auch nicht. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und live, sofern die Veranstalterin eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine inhaltliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt – jede Veranstalterin beschreibt ihr eigenes Angebot.
Virtuelle Sportarten sind in ihrer Bewilligungslage nicht etabliert; über Esports lässt sich nur sagen, dass es keine Sektion in der Gespa-Liste gibt. Wer unsicher ist, ob eine Wettart zur Verfügung steht, prüft die Liste selbst – sie ist die Referenz, nicht die Werbung.
Werbung und Boni: Wo die Grenzen liegen
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos.
Ein zeitlicher Werbebann besteht nicht. Promo-Codes werden auf dieser Seite nicht abgedruckt. Was eine Veranstalterin an Bonus anbietet, steht in deren eigenen Teilnahmebedingungen, nicht im Gesetz.
Steuerfragen: Wann ein Gewinn steuerfrei bleibt
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Die eidgenössische Schwelle beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb es immer «je nach Kanton» heisst. Über der Schwelle zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Ein typischer Wettgewinn liegt weit darunter: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer.
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis – der Kanton Thurgau macht das explizit – behandelt solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Bei Unsicherheit fragt man die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.
Spielerschutz: Limiten, Sperren und die Pflicht zur Selbsteinschränkung
Eine Wette auf ein Sonntagabend-Spiel ist wie jede andere an Verlustlimiten gebunden. Das Gesetz verlangt, dass die Veranstalterin tägliche, wöchentliche oder monatliche Maximalwerte für Einsatz oder Verlust abfragt (Art. 87 VGS); eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden gesetzlich – Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause bis sechs Monate muss angeboten werden (Art. 89 VGS); eine Spielsperre lässt sich erst nach drei Monaten und mit Einbezug einer Fachstelle aufheben (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS).
Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: In 47,5 % von 200 Fällen wurde eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz an Verkaufsstellen ist also nicht so streng, wie er sein sollte. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt Online-Teilnahme mit Verifizierung und eigenen Limiten.
Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS) – wer trotzdem spielt, verliert beides.
Prognosen und Strategie: Warum kein Tipp sicher ist
Eine Prognose auf ein NFL-Spiel baut auf vier Bausteinen: Form der Mannschaft in den letzten Spielen, Ausfälle auf Schlüsselpositionen (vor allem Quarterback), Heimvorteil und das Verhältnis zur angebotenen Quote. Mehr braucht es nicht, weniger reicht nicht.
Ein Value Bet liegt vor, wenn die Quote der Veranstalterin die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung übersteigt – wer ein Spiel auf 55 % Siegchance schätzt und die Quote 2.00 (50 % implizit) bekommt, hat keinen Value. Wer bei 2.10 spielt, hat einen marginalen. Value Bets sind ein statistisches Konzept, kein System, das Geld garantiert. Sie sind über Hunderte Wetten rentabel, im Einzelfall nicht.
Ein wichtiger Punkt, der selten ausgesprochen wird: Wetten ist kein Einkommen. Eine Wette, die durchschnittlich 5 % Marge enthält, kostet auf lange Sicht 5 Cent pro Franken Einsatz. Wer konsequent wettet, verliert im Mittel. Die einzige Frage ist, wie schnell.
Quoten verstehen: Was die Marge über den Markt verrät
Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge; die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote. Beispiel: Ein Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 und 1.90 hat eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Anders gesagt: Wer auf diesem Markt wettet, zahlt im Durchschnitt 5 Rappen pro Franken an die Veranstalterin.
Die Marge ist der Preis, den jede Wette an die Veranstalterin kostet. Sie schwankt von Markt zu Markt und von Anbieter zu Anbieter; sie liegt bei grossen NFL-Spielen niedriger als bei exotischen Ligen, weil das Wettvolumen höher ist und der Wettbewerb die Margen drückt. Wer Quoten vergleicht, vergleicht am Ende Margen – und Margen vergleichen heisst, den Preis pro Franken Einsatz zu vergleichen.
Die Marge einer Einzelwette auf den Sieger eines NFL-Spiels ist nicht die Marge einer Handicap-Wette und nicht die Marge einer Über/Unter-Wette. Wer Margen vergleicht, vergleicht Märkte gleicher Art und gleicher Spiele. Quoten für ein Sonntagabend-Spiel am Donnerstag vor dem Spiel sind nicht die Quoten vom Sonntagmorgen – sie können sich bewegen, weil neue Informationen eintreffen (Verletzungen, Wetter).
Livewetten: Wenn das Spiel schon läuft
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheid – kann die Veranstalterin Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Cash-Out bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Es gibt Cash-Out nur bei Online-Wetten, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Quotenboosts und Profitboosts: Was hinter dem Versprechen steckt
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Ein Quotenboost sieht auf den ersten Blick wie ein Geschenk aus. Er ist keines. Die Veranstalterin nimmt einen Teil ihrer Marge weg und gibt ihn der Wettenden zurück – als Marketing, nicht als Grosszügigkeit. Wer den Boost nimmt, wettet trotzdem gegen die Marge, nur eben eine etwas kleinere.
Sportarten und Wettbewerbe: NFL als Zentrum, College und Europa am Rand
American Football Wetten in der Schweiz konzentrieren sich auf die NFL, weil dort das grösste Wettvolumen liegt und die Quoten am engsten sind. Die NFL-Saison beginnt im September und endet im Februar mit dem Super Bowl; dazwischen Bye-Wochen, in denen Mannschaften spielfrei haben und aus dem Wettangebot fallen.
College Football (NCAA) läuft parallel, beginnt etwas früher und hat einen ausgedehnten Playoff-Modus. Die Quoten sind weiter, weil das Wettvolumen kleiner ist; die Verletzungsgefahr höher, weil die Spieler keine Profis sind. Wer auf College wettet, akzeptiert das Risiko, dass ein Schlüsselspieler ausfällt und die Wette wertlos wird, ohne dass die Quote reagiert hat.
American Football ausserhalb der USA spielt in Europa eine kleine Rolle. Die European League of Football (ELF) läuft seit 2021, mit Teams in Deutschland, Österreich, Spanien und weiteren Ländern. Das Wettangebot ist in der Schweiz dünn; die Gespa-Liste prüft, welche Wettbewerbe bewilligt sind.
Wie Wettanbieter American Football strukturieren
Wettanbieter ordnen American Football in Sektionen: NFL als eigene Kategorie, College Football als zweite, manchmal ELF als dritte. Innerhalb der NFL gibt es Spiele der Hauptrunde, Playoff-Spiele, Conference Championships und den Super Bowl; manche Anbieter listen auch Draft-Wetten und Spielerwetten.
Die Quantifizierung der Wettmärkte unterscheidet sich: Eine Moneyline auf den Sieger ist die einfachste Wette, Handicap und Spread sind die übliche Variante bei Ungleichgewichten, Über/Unter ist eine Wette auf die Gesamtpunktzahl beider Mannschaften. Manche Anbieter bieten Spieler-Props an – Passing Yards eines Quarterbacks, Receiving Yards eines Receivers – aber solche Märkte sind in der Gespa-Liste genau zu prüfen.
Die Sportwetten sind in der Schweiz nur das, was die Liste abdeckt. Was die Liste nicht abdeckt, darf nicht angeboten werden – auch wenn andere Anbieter im Ausland es im Programm haben.
Anbieter im Detail: Was jeder einzelne leistet und wo er scheitert
Swisslos Sporttip: Der Standard für die Deutschschweiz
Swisslos hat den Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH) plus das Tessin und Liechtenstein.
Ein Online-Konto setzt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung voraus. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das Konto ist das eine Erforderliche; die Verlustlimiten das andere.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; die Veranstalterin kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer:in an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten.
Cash-Out ist verfügbar, aber eingeschränkt: vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, nur online, für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Die Veranstalterin garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Eine Garantie für die Höhe gibt es ebenfalls nicht.
Das Sporttip-Programm folgt der Gespa-Liste; American Football ist bewilligt, weil die NFL in der Liste steht. Welche genauen Märkte verfügbar sind – Handicap, Über/Unter, Moneyline – wechselt von Woche zu Woche und gehört ins Wettprogramm, nicht in einen Vergleich.
Für die Deutschschweiz ist Sporttip die einzige legale Adresse; wer hier wettet, hat den vollen Rahmen des BGS hinter sich. Die Marge bewegt sich im üblichen Rahmen; einzelne Spiele und Märkte schwanken. Das Wettprogramm ist kleiner als bei grossen internationalen Anbietern, aber das ist der Preis der Bewilligung.
Loterie Romande Jouez Sport: Das Gegenstück für die Romandie
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet zugänglich. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen – die Beschränkung ist hart, anders als Sprachgrenze vermuten lässt.
Die Regeln entsprechen den BGS-Vorgaben: 18 Jahre Mindestalter, Verlustlimiten, ein Konto pro Person, Verifizierung. Der Cash-Out ist ähnlich eingeschränkt wie bei Swisslos, das Wettprogramm folgt ebenfalls der Gespa-Liste.
Für die Romandie ist Jouez Sport die einzige legale Adresse; wer hier wettet, hat denselben Schutz wie eine Deutschschweizer Spielende bei Sporttip. Das Angebot ist vergleichbar, beide Veranstalterinnen teilen die Liste.
Wettigo: Ausländisch, ohne Bewilligung
Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung; eine Lizenz im Ausland ist nicht belegt und hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort ein Konto führt, ist nicht über das Schweizer Sperrregister geschützt, hat keine Schweizer Anlaufstelle und keine Schweizer Aufsicht. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was den Zugang in der Schweiz faktisch blockiert.
Stakes und Gewinne können in Verfahren gegen die Veranstalterin beschlagnahmt werden, ohne dass die Spielenden darauf Einfluss haben. Wer in der Schweiz wettet, sollte wissen, dass eine ausländische Lizenz hier ein Stück Papier ist.
Wettigo taucht in der Vergleichstafel auf, weil Schweizer Spielende auf die Marke treffen. Sie hat in dieser Aufzählung keinen Platz auf einem legalen Wettschein, aber sie hat einen Platz in der Aufklärung.
GG.BET: Ausländisch, ohne Bewilligung
GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung und keine ausgewiesene Lizenz, die in der Schweiz Wirkung hätte. Die Plattform ist international aktiv, primär im Esports-Bereich; in der Schweiz fällt sie unter dieselbe Regel wie andere ausländische Anbieter – keine Anerkennung, keine Aufsicht, keine Sperrregister-Verbindung.
Wer auf GG.BET in der Schweiz wettet, verlässt den Schutz des BGS. Die Gespa kann die Domain blockieren; Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar, im Kanton Thurgau ausdrücklich als voll steuerbares Einkommen.
Donbet: Ausländisch, ohne Bewilligung
Donbet hat keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz. Wer dort spielt, ist nicht geschützt, weder über das Sperrregister noch über eine Schweizer Aufsicht. Die Gespa kann die Domain blockieren, was den Zugang in der Schweiz unterbricht.
Wer auf Donbet spielt, zahlt seine Wette in eine rechtliche Grauzone. Gewinne sind im Kanton Thurgau voll steuerbar; eine ausländische Lizenz hilft in der Schweiz nicht.
Sportuna: Ausländisch, ohne Bewilligung
Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform wirbt aggressiv mit Bonusangeboten, was in der Schweiz unter Art. 74 Abs. 3 BGS verboten ist, wenn sie sich an Schweizer Spielende wendet. Wer in der Schweiz auf Sportuna wettet, hat keinen Schweizer Schutz.
Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen; im März 2025 waren 671 Domains auf der Liste. Sportuna gehört nicht dazu, kann aber jederzeit dazukommen.
N1 Bet: Ausländisch, ohne Bewilligung
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform listet American Football im Wettprogramm, aber das heisst in der Schweiz nichts – die Bewilligung folgt der Gespa-Liste, nicht dem Programm eines ausländischen Anbieters. Wer auf N1 Bet wettet, hat keinen Schweizer Schutz.
Die Gespa kann die Domain blockieren, was sie bei Bedarf tut. Blockierte Domains werden ersetzt, was die Sperre umgeht, bis die Gespa nachzieht – das ist der Domain-Hopping-Effekt, der die Sperrliste nie ganz aktuell sein lässt.
Betwinner: Ausländisch, ohne Bewilligung
Betwinner hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform ist in mehreren Ländern aktiv und hat in einigen davon Lizenzen, aber keine davon gilt in der Schweiz (Art. 4 BGS). Wer in der Schweiz auf Betwinner wettet, verlässt den Schutz des BGS.
Die Gespa kann die Domain blockieren; Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar. Betwinner taucht in dieser Liste auf, weil Schweizer Spielende auf die Marke treffen.
AmunRa: Ausländisch, ohne Bewilligung
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform ist international aktiv und wirbt mit Bonusangeboten, die sich in der Schweiz an Werbeverbote stossen, wenn sie sich an inländische Spielende richten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Wer auf AmunRa in der Schweiz wettet, ist nicht geschützt.
Die Gespa kann die Domain blockieren; eine ausländische Lizenz hilft in der Schweiz nicht.
Interwetten: Ausländisch, ohne Bewilligung
Interwetten hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform hat in Malta eine Lizenz, die in der Schweiz keine Wirkung hat (Art. 4 BGS). Die Gespa hat Interwetten namentlich auf der Sperrliste genannt – das heisst, die Domain wird in der Schweiz aktiv blockiert.
Wer in der Schweiz auf Interwettenwettet, nutzt einen Anbieter, der per Verfügung blockiert ist. Das ist der deutlichste Fall unter den acht ausländischen Marken: Nicht nur keine Bewilligung, sondern aktiv gesperrt.
Verbreitung der American-Football-Wetten: Wo gespielt wird
American Football ist in der Schweiz kein Massenphänomen, aber auch kein Nischenmarkt. Die NFL-Saison von September bis Februar bringt stabile Wettvolumen, der Super Bowl ist der umsatzstärkste Einzeltermin des Winters. College Football zieht ein kleineres, aber treues Publikum; die ELF und andere europäische Ligen sind in der Gespa-Liste prüfenswert.
Das Wettverhalten folgt dem Kalender: Hauptrunde von September bis Anfang Januar, Playoffs im Januar, Conference Championships Ende Januar, Super Bowl am zweiten Sonntag im Februar. Wer regelmässig wettet, hat ein Schema – Sonntag Nachmittag, Sonntagabend, Montagabend für die wöchentliche Monday Night Game, Samstag für die wenigen Samstagsspiele.
Wettanbieter ordnen American Football nach Wettbewerben und nach Wettart: Moneyline, Handicap, Über/Unter, manchmal Spieler-Props und Team-Props. Die Palette ist enger als im Fussball, weil das Wettvolumen kleiner ist und weniger Spezialmärkte trägt.
Steuern und Abgaben: Was vom Gewinn übrig bleibt
Die Schweiz hat keine Wettsteuer auf den Einsatz. Was oben draufkommt, ist die Marge der Veranstalterin, nicht der Staat. Wer auf den Super Bowl setzt und gewinnt, zahlt keine Wettsteuer an den Bund; die Veranstalterin zieht keine Quellensteuer ab.
Die Einkommensteuer greift erst oberhalb des Steuerfreibetrags pro Einzelgewinn: CHF 1’071’000 ab 1.1.2026 auf eidgenössischer Ebene, kantonal abweichend. Wer darunter bleibt, deklariert den Gewinn nicht; wer darüber liegt, deklariert und bekommt die Verrechnungssteuer von 35 % über die Steuererklärung zurück.
Bei ausländischen Anbietern ist die Lage anders: Keine Verrechnungssteuer, aber kantonales Recht, das Gewinne aus ausländischen Grossspielen als Einkommen behandelt. Der Kanton Thurgau macht das explizit; andere Kantone handhaben es unterschiedlich. Eine Pauschalaussage «ausländische Gewinne sind steuerfrei» ist falsch.
Wer unsicher ist, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung, sie benennt den Rahmen.
Cash-Out und Auszahlung: Wann das Geld fliesst
Cash-Out bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von der Veranstalterin jederzeit geändert werden. Es gibt Cash-Out nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Eine ausgeführte Cash-Out-Wette lässt sich nicht rückgängig machen. Wer auf Cash-Out klickt, hat das Geld – oder den Verlust – angenommen. Der Betrag kann kleiner sein als der Einsatz, was einer vorzeitigen Niederlage gleichkommt. Wer Cash-Out nutzt, sollte die Höhe mit dem ursprünglichen Risiko vergleichen.
Gewinne und Guthaben werden auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungs-Auszahlungen existieren bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS).
Häufige Fragen
Darf in der Schweiz auf NFL-Spiele gewettet werden, und wer bietet das an?
Ja, aber nur über Swisslos Sporttip (Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein) und Loterie Romande Jouez Sport (Romandie). Andere Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Die NFL steht auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportereignisse.
Wie wird die Verlängerung in der NFL bei Wetten auf die reguläre Spielzeit behandelt?
Die reguläre Spielzeit endet nach vier Vierteln plus Nachspielzeit. Wetten auf Sieg oder Handicap zur regulären Spielzeit sind mit Overtime in der Regel verloren; Wetten, deren Markt Overtime einschliesst, müssen im Wettprogramm gekennzeichnet sein. Seit 2025 gilt in der NFL kein Sudden Death mehr in der Regular Season.
Was bedeuten Handicap und Über/Unter bei Football-Wetten, und wie wirkt die Marge?
Handicap gleicht ungleiche Mannschaften aus – ein Spread von −3.5 verlangt, dass die favorisierte Mannschaft mit mindestens 4 Punkten Vorsprung gewinnt. Über/Unter ist eine Wette auf die Gesamtpunktzahl beider Teams. Die Marge der Veranstalterin – typisch 5 % bei grossen Märkten – ist in jeder Quote eingerechnet und kostet auf lange Sicht Geld.
Wie entsteht eine Prognose, und warum ist kein Tipp sicher?
Eine Prognose kombiniert Form, Ausfälle, Heimvorteil und Quoten. Ein Value Bet schätzt die eigene Wahrscheinlichkeit höher als die implizierte Wahrscheinlichkeit der Quote. Über Hunderte Wetten ist das statistisch rentabel, im Einzelfall nicht. Niemand kennt das Ergebnis vorher, und eine Wette ist kein Einkommen.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?
Bei Sporttip müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.
Wie hoch ist die Steuer auf Gewinne, und was heisst «je nach Kanton»?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei – CHF 1’071’000 ab 1.1.2026 auf eidgenössischer Ebene, kantonal abweichend. Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Die kantonale Schwelle und die kantonale Praxis variieren; «je nach Kanton» heisst: prüfen, nicht pauschal annehmen.
US-Sport – wettenzahlungch
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»
