Livewetten in der Schweiz: wer sie anbieten darf, wie sie funktionieren und was sie kosten
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Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, aber nur über zwei interkantonale Veranstalter. Wer in einem Deutschschweizer Kanton wohnt, landet bei Sporttip von Swisslos; wer in der Romandie wohnt, bei Jouez Sport von der Loterie Romande. Alle anderen Marken, die im Internet mit Livewetten werben, tun das ohne Schweizer Bewilligung, mit allen Konsequenzen, die das für Schutz, Steuern und Sperrliste bedeutet. Dieser Text sortiert, wer in der Schweiz überhaupt Livewetten anbieten darf, wie das Angebot technisch funktioniert, welche Limits gelten und was es kostet, eine Wette vorzeitig per Cash-Out zu schliessen.
*Aktualisiert am Oktober 19, 2026; Spielregeln und Limiten gegen die aktuell veröffentlichten Bedingungen von Sporttip und Loterie Romande abgeglichen.*
Was eine Livewette überhaupt ist
Eine Livewette wird während des laufenden Sportereignisses platziert, nicht vorher. Die Wettabgabe endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer kurzen Karenzzeit, und die Quoten passen sich an Spielstand, Spielzeit und Einsatzverhalten laufend an. Bei einem Tor oder einer Roten Karte müssen Quoten angepasst oder die Wettabgabe vorübergehend ausgesetzt werden; ein Teil der Anpassung erfolgt automatisch über das Quotensystem des Veranstalters.
Was davon in der Schweiz tatsächlich genutzt wird, ist gut dokumentiert: Drei Wettarten dominieren das Live-Geschäft, nämlich die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Ihr Anteil am Liveumsatz liegt nach Branchenangaben bei rund 60 bis 70 Prozent, der Rest verteilt sich auf Handicaps, Ergebniswetten und Spezialmärkte.
Wie sich Quoten live verhalten
Quoten sind im Livebereich keine festen Zahlen mehr, sondern ein fortlaufender Prozess. Nach jedem Spielstand-Update rechnet der Veranstalter neue Wahrscheinlichkeiten durch und publiziert eine neue Preislinie. In der Praxis führt das zu drei beobachtbaren Effekten:

- Bei einem Rückstand des Favoriten steigt dessen Quote, gleichzeitig sinkt die Quote des Auessenseiters, weil der Veranstalter eine Saldierung der Wettbücher anstrebt.
- Bei spielentscheidenden Szenen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann die Wettabgabe vorübergehend eingestellt werden; was nach einer kurzen Pause wieder öffnet, hat oft deutlich andere Quoten als vorher.
- Wer nach dem tatsächlichen Eintreffen eines Ausgangs tippt, dem wird das nicht als Fehler verziehen: Bei Sporttip wird eine solche Wette mit Quote 1.00 gewertet, was effektiv einer Rückzahlung des Einsatzes gleichkommt.
Beliebte Live-Wettarten im Überblick
Die Wette auf das nächste Tor ist die populärste Form: Wer tippt, welches Team als Nächstes trifft, und die Quoten verschieben sich je nach Spielstand schnell. Die Restzeitwette schliesst für einen kürzeren Zeitraum ab, oft die letzten zehn oder fünf Minuten, und kombiniert die Frage nach dem Sieger mit der verbleibenden Spielzeit. Die Tore-ab-jetzt-Wette ist die Variante, bei der nur noch Tore ab dem Zeitpunkt der Wettabgabe zählen, der bisherige Spielstand wird ausgeblendet. Alle drei funktionieren ohne Live-Übertragung im Wettprogramm; ob das Spiel zu sehen ist oder nicht, ist für die Wette selbst unerheblich.
Technik, die im Hintergrund mitläuft
Wer wissen will, warum nach einem Tor die Wette kurz gesperrt ist: Die Sperre dient nicht der Show, sondern dem Risikomanagement. Ohne sie könnten automatisierte Systeme schneller reagieren als ein menschlicher Wettabnehmer und gezielt die alte Quote ausnutzen. Der bekannteste Mechanismus dafür ist Courtsiding, also eine Wette vom Veranstaltungsort aus unter Ausnutzung der Zeitverzögerung. Schweizer Veranstalter sperren die Wettabgabe genau für diese Sekunden, in denen der reale Spielstand dem übertragenen Bild voraus ist.

Livewetten in der Schweiz sind nicht verboten, aber an zwei gebunden
In der Schweiz sind Livewetten erlaubt. Sie stehen unter dem Geldspielgesetz, werden von der Gespa beaufsichtigt und sind an eine kleine, klar definierte Gruppe von Veranstaltern gebunden. Die Auswahl an zugelassenen Anbietern ist mit zwei Namen ausgeschöpft:
- Swisslos mit dem Produkt Sporttip, zuständig für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
- Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport, zuständig für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Beide Organisationen sind interkantonale Lotteriegesellschaften, keine privaten Wettfirmen. Sie handeln auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, in der Praxis «IKV 2020» genannt, und unterstehen der eidgenössischen Geldspielaufsicht Gespa. Wer in einem Schweizer Kanton wohnt und online ein Konto für Sportwetten eröffnen will, kann das nur bei der für seinen Kanton zuständigen Gesellschaft tun.
Die kantonale Aufteilung folgt einer Logik, die mit dem Spielbankengesetz nichts zu tun hat: Lotterien und Sportwetten sind Grossspiele und fallen nicht in die Aufsicht der ESBK. Beide Bereiche sind bewusst getrennt; ein Casinoabend mit Sportwetten zu verbinden ist rechtlich nicht möglich. Es gibt also für Schweizer Spielerinnen und Spieler, die Livewetten platzieren wollen, genau zwei legitime Online-Adressen, und beide sind klar einem geografischen Gebiet zugeordnet.
Welcher Veranstalter für welchen Kanton zuständig ist
Sporttip deckt eine breite Fläche ab: Die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Sporttip-Konto eröffnen, ein anderer ist ausgeschlossen. Wer in Genf, Waadt oder im Jura wohnt, ist bei Jouez Sport richtig, also im französischsprachigen Vertragsgebiet der Loterie Romande.
Die Aufteilung gilt streng, sie ist keine Empfehlung. Wer versucht, sich bei einem nicht zuständigen Veranstalter anzumelden, scheitert an der Identitätsprüfung. Schweizer Wettveranstalter sind verpflichtet, die Adresse gegen Datenbanken zu prüfen und nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im eigenen Vertragsgebiet aufzunehmen. Wer dazwischen wohnt, etwa im Wallis, das zur Romandie gehört, oder in einem Kanton mit zwei Anrainern am Vertragsgebiet, fällt eindeutig in den Zuständigkeitsbereich eines Veranstalters.
Warum ausländische Anbieter in der Schweiz nicht erlaubt sind
Eine ausländische Bewilligung, gleichgültig ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Geldspielgesetz macht das mit dem Grundsatz «gilt nur in der Schweiz» deutlich: Eine Lizenz, die ein ausländischer Anbieter mitbringt, deckt das schweizerische Recht nicht ab. Wer in der Schweiz wettet, ohne bei einem der beiden zugelassenen Veranstalter zu spielen, bewegt sich daher in einer Grauzone, die für die Spielerinnen und Spieler kaum sichtbar ist, für den Anbieter aber strafrechtliche Folgen haben kann.
Die Konsequenzen für die Spielenden sind anders gelagert als für die Anbieter. Strafbar macht sich, wer ohne Schweizer Bewilligung organisiert, nicht wer spielt. Was bleibt, sind praktische Nachteile: kein Zugang zur schweizweiten Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, keine zivilrechtliche Handhabe bei Streit, sowie die Möglichkeit, dass Gewinne im Kanton als Einkommen versteuert werden müssen. In Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen besteuert, in anderen Kantonen ist die Praxis unterschiedlich.
Die Gespa führt ausserdem eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter; Schweizer Internetanbieter sperren den Zugang auf DNS-Ebene. Die Liste wird laufend erweitert und umfasste Ende 2025 671 Domains. Das bedeutet: Auch wenn eine ausländische Seite technisch erreichbar scheint, ist der direkte Weg über Schweizer Provider versperrt, und wer aktiv einen Zugang sucht, betreibt ihn auf eigene Initiative.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Spielsperre und die Frage der Geschwindigkeit
Die Schweizer Regulierung setzt beim Spielerschutz auf Eigenverantwortung, mit einem Rahmen aus gesetzlich vorgeschriebenen Selbstlimits und einem zentralen Sperrregister. Bei Livewetten bekommt dieser Rahmen eine besondere Bedeutung, weil das Produkt selbst auf Geschwindigkeit ausgelegt ist.
Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt werden
Wer in der Schweiz ein Wettkonto eröffnet, legt vor der ersten Wette eigene Verlustlimiten fest. Bei Swisslos sind das drei Zeitfenster: 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Spielerinnen und Spieler unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden Wartezeit, ein bewusst eingebauter Bremsmechanismus. Hinzu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage, die das Wallet-Guthaben betrifft, nicht den Verlust.
Die Mechanik ist nicht als Bonus gedacht, sondern als Bremse. Wer mitten in einem Spielablauf versucht ist, eine hohe Livewette zu setzen, hat bereits verloren, was er sich vorher als Verlustlimite gesetzt hat. Das System rechnet mit, dass Geschwindigkeit und Verfügbarkeit Diszplin untergraben. Wer keine Lust hat, sich vor dem ersten Tipp Gedanken über Zahlen zu machen, sollte zumindest die Wartezeit für Limitenerhöhungen als Schutzfunktion verstehen.
Spielsperre und Sperrregister
Wer sich selbst oder auf Antrag einer Fachstelle vom Glücksspiel ausschliessen lässt, wird in das schweizweite Sperrregister eingetragen. Eine solche Spielsperre gilt bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage und lässt sich nicht vor Fristablauf aufheben. Eine unbefristete Spielsperre wird zentral registriert und zieht Kreise: Sie wirkt nicht nur bei Swisslos, sondern auch in den Schweizer Casinos, in Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine kürzere, freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, mit Beteiligung einer Fachstelle.
Für den Livebereich bedeutet das: Wer einmal gesperrt ist, bleibt es auch für Livewetten. Die Teilnahme an einem gesperrten Konto ist nicht möglich, und wer dennoch spielt, hat im Streitfall keinen Anspruch auf die Auszahlung von Gewinnen. Das ist hart, aber bewusst so geregelt: Das Sperrregister ist als durchgängiger Schutzmechanismus gedacht, nicht als technische Sperre, die im Einzelfall umgangen werden kann.
Werbung und die Frage der Boni
Werbung für Livewetten darf in der Schweiz nicht in Richtung Minderjähriger, gesperrter Personen oder suchtgefährdeter Zielgruppen gehen und darf nicht irreführend sein. Das gilt für die beiden zugelassenen Veranstalter wie für jeden anderen, der in der Schweiz wirbt. Werbung für nicht in der Schweiz bewilligte Glücksspiele ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bussgeld bis CHF 500’000, daher tauchen ausländische Anbieter in der hiesigen Werbelandschaft kaum auf. Bei den Schweizer Veranstaltern ist das Bonusangebot reguliert: Gratisspielguthaben, Boni und Freiwetten brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, weshalb Bonusaktionen eher zurückhaltend ausfallen.
Livewetten bei Sporttip und Jouez Sport: was die Plattformen konkret anbieten
Die beiden Schweizer Veranstalter bedienen das Live-Segment sehr unterschiedlich. Sporttip ist die grössere Plattform mit dem breiteren Servicegebiet und einem ausgebauten Cash-Out-Modell; Jouez Sport ist in den Verkaufsstellen auf Prematch beschränkt und bietet Livewetten ausschliesslich auf der Online-Plattform.
Sporttip: Livewetten mit Cash-Out, aber nur als voller Ausstieg
Bei Sporttip ist Livewetten eng mit dem Cash-Out-Feature verknüpft. Cash-Out gibt es für Einzelwetten, Kombiwetten und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber ausschliesslich online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Es ist also nicht möglich, einen Teil einer Wette vorzeitig auszubuchen und den Rest laufen zu lassen; wer den Cash-Out-Knopf drückt, beendet die Wette ganz.
Was Cash-Out bei Sporttip kostet, ergibt sich aus drei Bedingungen:
- Der Cash-Out-Betrag liegt immer unter dem möglichen Wettgewinn, wenn die Wette durchläuft, exakt das ist das Geschäftsmodell.
- Der Betrag hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
- Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten; eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht.
Ein ausgeführtes Cash-Out ist nicht mehr umkehrbar. Wer auf Cash-Out klickt und der Betrag gefällt nicht, ist die Wette los. Das ist ein nüchterner Hinweis, der im Eifer eines Live-Spiels leicht vergessen geht.
Die Quoten bei Sporttip-Livewetten folgen den üblichen Spielregeln, ergänzt um eine wichtige Klausel: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Praktisch heisst das: Wer nach dem Pfiff tippt, bekommt seinen Einsatz zurück, mehr nicht.
Bei der Gewinnberechnung gilt: Gewinn = Einsatz × Quote, bei Kombinationen Einsatz × Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Damit kommen bei Livewetten mit rasch wechselnden Quoten kleine Differenzen zustande, die bei jedem Anbieter vorkommen, aber bei häufigem Wetten sichtbar werden.
Kombiboost, Quotenboost und die kleinen Helferlein
Zwei Bonusmechaniken sind bei Sporttip explizit für Livewetten relevant:
- Der Sporttip-Kombiboost funktioniert online für Prematch, Live und Systemwetten, verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50 und stockt den Nettogewinn um 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen auf. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
- Quotenboosts gelten online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out.
Beide Features sind Marketing-Instrumente, die in den Spielregeln ihre eigenen Grenzen mitbringen. Für eine Livewette, die mitten im Spiel platziert wird, ist vor allem der Kombiboost relevant, denn eine Live-Kombiwette zählt für die Bonusstaffel. Quotenboosts laufen eher im Prematch, weil die Hervorhebung einer Einzelwette in der Live-Dynamik weniger sichtbar ist.
Jouez Sport: Livewetten nur online, Verkaufsstellen bleiben Prematch
Jouez Sport operiert in kleinerem Rahmen: Verkaufsstellen der Loterie Romande bieten Wettmöglichkeiten, aber nur Prematch. Livewetten sind ausschliesslich über die Online-Plattform der Loterie Romande zugänglich, sodass für Livewetten in der Romandie zwingend ein Online-Konto nötig ist. Die Plattform ist geografisch auf die sechs Westschweizer Kantone beschränkt; für eine Anmeldung braucht es einen Wohnsitz in diesem Gebiet.
Über das Live-Angebot im Detail gibt die Plattform weniger Auskunft als Sporttip, das Cash-Out-Feature ist nicht zentral beschrieben. Was bleibt, ist die gleiche Regulierung: Wer online bei Jouez Sport wettet, untersteht den gesetzlichen Schutzregeln, und das Vermögen auf dem Konto wird ausschliesslich auf ein Konto im eigenen Namen ausgezahlt.
Limits, Einsätze und was eine Livewette kostet
Wer Livewetten spielt, sollte die Limits kennen. Die meisten Regeln sind Operator-Statute, keine Gesetze, was bedeutet: Wer mit dem Anbieter unzufrieden ist, hat wenig Spielraum, kann aber bei groben Verstössen die Gespa einschalten.
Einsatzlimits bei Sporttip
Die Einsatzlimits bei Sporttip sind in drei Stufen gegliedert:
- Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten: CHF 1
- Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette: CHF 1’000
- Höchsteinsatz für eine Systemwette: CHF 10’000
Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen. Für Livewetten bedeutet das konkret: Wer ein grösseres Volumen setzen will, muss auf Systemwetten ausweichen, was die Kombinationsstruktur verändert.
Was passiert, wenn ein Ereignis abgesagt wird
Bei Sporttip wird ein abgesagtes Ereignis innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt oder im Rahmen eines Turniers neu angesetzt. Geschieht das nicht, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Auch hier zeigt sich, dass das Schweizer Modell sich am tatsächlichen Sportereignis orientiert, nicht am Wettschein.
Gewinnauszahlung: Fristen und Verjährung
Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erhoben werden. Die halbjährige Frist wird in der Praxis wenig thematisiert, ist aber relevant: Wer längere Zeit nicht auf das Wettkonto schaut, riskiert, nicht abgeholte Gewinne zu verlieren.
Rückrechnung: was eine Livewette auszahlt
Eine einzelne Livewette von CHF 10 mit einer angenommenen Livequote von 2.50 ergibt im Erfolgsfall eine Brutto-Rückzahlung von CHF 25 (Einsatz × 2.50), davon CHF 15 als Nettogewinn. Bei Livewetten mit wechselnden Quoten liegt die effektive Auszahlung je nach gewähltem Zeitpunkt in einem Band; tiefe Quoten unter 1.50 bringen kaum mehr als den Einsatz zurück, hohe Quoten über 4.00 werfen ein Vielfaches ab, sind aber seltener und im Livebereich oft nur kurzfristig verfügbar. Die Auszahlung ist die eine Seite, die Trefferquote die andere, das eine entscheidet die Quote, das andere das tatsächliche Spielgeschehen.
Was eine Livewette in CHF kostet, hängt stark vom Markt und dem Zeitpunkt ab, nicht von einem fixen Aufschlag. Bei Livewetten ist die Marge des Markts der entscheidende Faktor, nicht die einzelne Quote. Wer konsequent auf Aussenseiterquoten kurz nach einem Tor setzt, akzeptiert die höhere Marge dieses Angebots, wer auf Favoriten kurz vor Spielende tippt, bewegt sich näher an der theoretischen Auszahlungsquote.
Ausländische Marken im Überblick: Wer ohne Schweizer Bewilligung spielt
Die folgenden Marken tauchen in der deutschsprachigen Wettwerbung immer wieder auf, haben aber in der Schweiz keine Bewilligung. Sie sind als Hintergrund aufgeführt, nicht als Empfehlung. Wer in der Schweiz lebt und dort wettet, bewegt sich bei diesen Anbietern ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens, mit den bereits beschriebenen Konsequenzen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja (interkantonal bewilligt) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Sitz Basel) |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja (interkantonal bewilligt) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| Cloudbet | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| DirectionBet | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| ZotaBet | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| Interwetten | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| BetLabel | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| BetAlright | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| BetPanda | nein | Lizenz nicht festgestellt |
| Fezbet | nein | Lizenz nicht festgestellt |
Diese Tabelle ist eine Bestandsaufnahme, keine Wertung. Sie zeigt, welche Schweizer Plattform für welche Adresse in Frage kommt und dass die übrigen, im Internet sichtbaren Wettmarken in der Schweiz formal ohne Bewilligung sind. Die Bewertung einer Marke allein aufgrund dieser Spalte ist nicht möglich; wer dort spielt, sollte die Konsequenzen verstanden haben.
Was ein Leben ohne Schweizer Bewilligung für Spielerinnen und Spieler heisst
Wer sich für eine ausländische Plattform entscheidet, sollte sich drei Punkte klarmachen:
- Kein Schweizer Sperrregister: Wer eine Spielsperre aktiviert hat, wird auf einer ausländischen Plattform nicht abgewiesen, weil die Sperre in einer Schweizer Datenbank liegt, die das Casino oder der Buchmacher nicht einsehen kann.
- Keine Schweizer Aufsicht: Streitfälle um Auszahlungen, Limits oder Annullierungen werden nicht von der Gespa geprüft, sondern müssen über die jeweilige ausländische Aufsicht laufen, was selten den Aufwand wert ist.
- Besteuerung je nach Kanton: Gewinne aus Grossspielen sind in manchen Kantonen unabhängig von der Höhe steuerpflichtig, etwa im Kanton Thurgau. Wer viel auf ausländischen Plattformen gewinnt, muss mit einer Steuererklärung rechnen.
Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz
Wie funktionieren Livewetten, und worin unterscheiden sie sich von Wetten vor dem Spiel?
Livewetten werden während des laufenden Spiels platziert, Prematch-Wetten vorher. Bei einer Livewette bewegen sich die Quoten je nach Spielstand, Zeit und Einsätzen; bei einer Prematch-Wette steht die Quote fest, sobald sie platziert ist, sofern keine Annullierung erfolgt. Bei Schweizer Veranstaltern endet die Wettabgabe in der Regel nach Spielbeginn und öffnet, gegebenenfalls mit kurzen Pausen, immer wieder.
Sind Live-Wetten in der Schweiz verboten?
Nein, Livewetten sind erlaubt. Sie unterstehen dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Erlaubt heisst aber nicht frei zugänglich: Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport verfügen über die notwendige interkantonale Bewilligung. Wer bei einem anderen Anbieter wettet, tut das ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.
Wer darf in der Schweiz Livewetten anbieten, nur Sporttip und Jouez Sport?
Ja. Das Geldspielgesetz und die interkantonale Vereinbarung begrenzen die Zahl der zugelassenen Veranstalter für Sportwetten auf zwei Organisationen: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande für die Romandie. Eine dritte Schweizer Marke gibt es im Sportwettenbereich nicht, und für ausländische Marken hat die Schweiz keine Zulassungsstruktur.
Was geschieht mit einer Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?
Bei Sporttip wird eine solche Wette mit Quote 1.00 gewertet, das heisst der Einsatz wird zurückerstattet, ohne Gewinn. In spielentscheidenden Szenen wie Elfmeter, Rote Karte oder Schiedsrichter-Entscheid kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 bewerten. Das System ist als Schutz gegen nachträgliches Wetten gedacht, nicht als Kulanz.
Gibt es bei Livewetten einen Cash-out, und was bedeutet voller Cash-out bei Sporttip?
Ja, Cash-Out ist ein Operator-Feature und keine Pflicht. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei regulärem Ausgang, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Wie schützen Verlustlimiten und die Spielsperre bei schnellen Livewetten, und wann gilt eine Erhöhung der Limite?
Verlustlimiten setzen die Spielerinnen und Spieler selbst, bevor die erste Wette platziert wird, mit Fenstern von 1, 7 und 30 Tagen und einer Oberlimite von CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden Wartezeit. Die Spielsperre ist eine weitergehende Massnahme, die im schweizweiten Register eingetragen wird und für Livewetten genauso gilt wie für Casino und Lotterie. Beide Mechanismen sind bewusst so gestaltet, dass eine Erhöhung der Limite Zeit kostet, das ist der Schutz.
Wettarten – wettenzahlungch
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»
