Europameister-Quoten: wer in der Schweiz wettet, was er bekommt und was es kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.

Der Wunsch, den nächsten Europameister vorauszusagen, ist so alt wie das Turnier selbst. Wer in der Schweiz auf den Sieger der Fussball-Europameisterschaft setzen will, hat nur zwei Gegenstellen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von Loterie Romande. Beide sind die einzigen Veranstalterinnen, denen der Bund Sportwetten erlaubt, beide laufen unter Aufsicht der Gespa, und beide liefern genau eine Sorte Quote, in der alles steckt: die Einschätzung des Buchmachers, die Marge, die er behält, und die Wahrscheinlichkeit, die er dem Sieger zuschreibt.

Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Stand Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste zugelassener Sportwetten und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) sowie das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Wie Siegerquoten entstehen und was die Marge darin macht

Eine Siegerwette ist die einfachste Form der Turnierwette: eine Voraussage, ein Ausgang, eine Quote. Wer Spanien vor dem Turnier die Quote 6.00 gibt, sagt implizit: der Buchmacher hält jeden sechsten Wettfranken für richtig platziert, falls Spanien gewinnt. Aus 6.00 wird eine implizite Wahrscheinlichkeit von 16.7 %, berechnet als 1 ÷ 6.00. Aus 4.50 werden 22.2 %, aus 12.00 werden 8.3 %. Die Quoten einer Siegerliste sind nichts anderes als eine Wahrscheinlichkeits­tabelle des Buchmachers, in Prozent umgerechnet.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Sieger, kommt nicht 100 heraus, sondern mehr. Der Überschuss ist die Marge. Bei einem fiktiven Markt mit zwei Ausgängen zu Quote 1.90 gegen 1.90 – zwei gleich wahrscheinliche Teams – ergibt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) etwa 0.95, die Marge also rund 5 %. Bei einem ausgeglichenen Favorit-Aussenseiter-Markt mit Quoten 1.40 gegen 5.50 liegt die Marge etwas höher, meist zwischen 5 % und 7 %. Bei einer Siegerwette mit zwölf bis sechzehn Teams liegt sie häufig im Bereich 15 % bis 30 %, weil viele kleine Wahrscheinlichkeiten zusammen­addiert werden und der Buchmacher auf jedem einzelnen Pfad etwas mitnimmt. Wer die Marge in einer Quote schätzen will, rechnet sie implizit mit, ohne dass sie auf dem Wettschein steht.

Die Marge ist der Preis, den jede Wette automatisch zahlt. Sie wird auf das gesamte Wettvolumen berechnet, nicht auf die Einzelwette: wer lange auf einen Aussenseiter setzt, bezahlt über viele kleine Wetten denselben Anteil. Bei einer typischen Siegerquote von 6.00 steckt in den 16.7 % impliziter Wahrscheinlichkeit kein ehrlicher Sechstel-Anteil, sondern bereits ein Abschlag. Wer das übersieht, wettet gegen einen Gegner, der im Schnitt fünf Cent pro Franken einbehält.

Quoten ändern sich, sobald Geld fliesst. Bei Sporttip und Jouez Sport sind die Quoten für Turniersieger in den Wochen vor dem Turnier selten stabil, weil ein Grossteil der Wetten in den letzten Tagen vor dem Eröffnungsspiel platziert wird und jedes Tor in einem Testspiel die Kurve bewegt. Wer vor Turnierbeginn eine Quote von 6.00 sieht und sieben Tage später 5.50, hat den Wertverlust nicht verursacht – der Markt hat sich nur an die neue Geldverteilung angepasst.

Rechtslage: warum nur zwei Anbieterinnen wetten dürfen

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Sie fallen nicht unter die Aufsicht der ESBK, die nur Casinos überwacht, sondern unter die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalter­bewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Kantone haben bei Grossspielen die Zahl der Veranstalterinnen begrenzt. Für Lotterien und Sportwetten sind es zwei: Swisslos, die interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, die ihr Wettangebot unter dem Namen Sporttip führt, und Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande, die ihre Wetten unter Jouez Sport anbietet. Eine dritte Lizenz ist nicht möglich – die Gespa veröffentlicht keine Liste weiterer Buchmacherinnen, weil es keine weiteren gibt.

Was genau gewettet werden darf, steht in einer geschlossenen Liste. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) erlaubt ausschliesslich die dort aufgeführten Events. Frauen­wettbewerbe sind nur wetttbar, wenn sie gelistet sind, Qualifikationsrunden ebenfalls, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Eckball- oder Kartenmärkte fehlen in der Liste, eine Esports-Sektion fehlt ebenfalls. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind im Gesetz ausgeschlossen.

Live-Wetten sind dort erlaubt, wo die Veranstalterin eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS enthält keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte; Cash-Out ist nicht reguliert und ist deshalb nur als Feature der jeweiligen Anbieterin zu beschreiben, bei Sporttip etwa für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, online und nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie je Markt.

Wer bei einer Veranstalterin ohne Schweizer Bewilligung wettet, spielt ohne Schutz. Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Organisieren solcher Wetten ist eine Straftat – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden in der Schweiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden, und es gibt weder Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister noch einen Rekursweg im Land. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blocken (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, Ende 2025 waren es 671 Domains). Geblockte Domains tauchen oft innerhalb von Stunden unter neuem Namen wieder auf – die Gespa nennt dieses Verhalten Domain-Hopping und führt selbst Anbieter wie Interwetten und Bet-at-Home namentlich auf, bet365 ist ebenfalls auf der Liste.

Werbung für in der Schweiz nicht zugelassene Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Wer als Anbieterin Gratisspiele oder Gratisspielguthaben anbietet, braucht die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 solcher Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Spielerschutz: Limiten, Sperren und was bei Minderjährigen passiert

Sportwetten sind in der Schweiz erst ab 18 Jahren erlaubt (Gespa), online werden Minderjährige nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet sowie einen hochgeladenen Ausweis, dessen Daten gegen Adress­datenbanken geprüft werden; jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Bevor der erste Einsatz gesetzt wird, müssen Spielende bei Sporttip selbst Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen – die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungs­limite für jeweils 30 Tage setzen. Das BGS schreibt fixe Maximal­werte pro Tag, Woche oder Monat vor (Art. 87 VGS), kennt aber keinen fixen Einzahlungs­deckel im Gesetz; die konkreten Werte sind Hausregeln der Veranstalterinnen.

Wer sich selbst aussperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren – ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), wobei eine Fachstelle eingebunden wird (Art. 81 BGS); eine selbstgewählte Pause bis sechs Monate muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder minderjährig war, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Die Gespa testet den Verkauf an Minderjährigen: 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Testfällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer an einer Verkaufsstelle spielt, kann sich auf den Schutz vor Ort also nicht verlassen.

Zahlungswege und Auszahlung: warum das Konto auf den eigenen Namen laufen muss

Gewinne aus Grossspielen werden nur auf ein Zahlungskonto überwiesen, das auf den Namen der spielenden Person läuft (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren im lizenzierten Schweizer Wettmarkt nicht. Eine Kreditierung an Spielende – das Auszahlen von Gewinnen auf das Spielkonto zur erneuten Verwendung – ist ebenfalls ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS).

Welche konkreten Zahlungsmittel eine Veranstalterin annimmt, ist deren eigene Sache und steht in deren Bedingungen. Bei Sporttip läuft das Spielkonto in Franken, nicht in Euro, was bei Euro-Quoten gelegentlich zu einem kleinen Unterschied zwischen Anzeige und Abrechnung führt. Bei Loterie Romande ist die Kontowährung ebenfalls der Franken.

Eine schweizweite Sperrung von Zahlungen zu nicht lizenzierten Wettanbietern gibt es nicht: weder Banken noch Karten­organisationen blocken Zahlungen an ausländische Wettseiten automatisch. Wer bei einer ausländischen Anbieterin einzahlt, tut dies auf eigene Verantwortung.

Vorhersage und Strategie: warum der klare Favorit nie sicher ist

Eine Siegerquote ist eine Einschätzung des Buchmachers, kein Versprechen. Der Buchmacher bewertet die Wahrscheinlichkeit jedes Siegers nach Form, Kaderstärke, Auslosung, Heimvorteil und dem, was der Markt tut. Er macht dabei Fehler, aber er macht sie im Mittel über sehr viele Wetten, nicht im Einzelfall. Wer als einzelne Person auf den Favoriten setzt, wettet nicht gegen die Wahrscheinlichkeit, sondern gegen die konkrete Ausgabe eines einzelnen Turniers – und genau die kann der Favorit verlieren.

Die wichtigsten Eingangsgrössen für eine eigene Einschätzung sind Form, Kader und Auslosung. Die Form ist die letzten Pflichtspiele vor dem Turnier, nicht die Ergebnisse der Vorsaison. Der Kader entscheidet darüber, ob Verletzungen das Bild verändern. Die Auslosung entscheidet darüber, ob ein starker Gegner schon in der Gruppenphase wartet oder erst späteisch – die Auslosung zur EM 2028 findet am 6. Dezember 2026 in Belfast statt, danach stehen die Wahrscheinlichkeiten für jedes Team neu auf dem Brett.

Auch der klare Favorit verliert. Bei der EM 2024 war Spanien nicht in jedem Spiel der klare Favorit, im Halbfinale gegen Frankreich lagen die Quoten nahe beieinander, im Finale gegen England war Spanien mit Quote 2.10 gegen 3.60 zwar favorisiert, aber nicht unangreifbar. Wer vor dem Turnier auf einen Aussenseiter wie England gesetzt hatte, sass im Finale mit einer Quote von 3.60 auf der Seite, die am Ende verlor. Wer auf Spanien gesetzt hatte, sass auf der Seite, die gewann – mit der niedrigen Quote und einem Gewinn, der den Einsatz nur verdoppelte. Die Auszahlungs­quote einer Siegerwette hängt nicht nur am Ausgang, sondern am Preis, zu dem der Ausgang gekauft wurde.

Wer sein Glück in einer Siegerwette sucht, sollte drei Dinge beachten. Erstens: die Quote ist ein Wahrscheinlichkeits­schätzer, keine Garantie. Wer auf einen Aussenseiter zu 25.00 setzt, gewinnt nicht in vier Prozent der Fälle, sondern in einer Zahl, die sich erst aus der Auszahlungs­quote minus Marge ergibt. Zweitens: das Turnier hat ein einziges Ergebnis, also einen einzigen Sieger. Eine Siegerwette zahlt nur auf den Sieger, nicht auf die Plätze zwei bis vier. Drittens: der Einsatz bleibt über Wochen oder Monate gebunden. Eine Auszahlung vor Turnierende ist bei Sporttip über das vollständige Cash-Out möglich, aber nur als Funktion der Veranstalterin, nicht als Anspruch – die Funktion ist nicht für jeden Markt verfügbar.

Wettmärkte zum Turnier: Sieger, Gruppensieger, Torschützen

Neben der Siegerwette bieten Sporttip und Jouez Sport Märkte an, die um die Siegerwette herum liegen. Gruppensiegerwetten entscheiden, wer eine der sechs Gruppen bei der EM 2028 gewinnt – die Auszahlung erfolgt am Ende der Gruppenphase. Torschützenwetten entscheiden, welcher Spieler die meisten Tore erzielt; sie sind insofern tückisch, als dass eine Verletzung in der Vorrunde den Einsatz wertlos macht, auch wenn der Spieler auf der Torschützenliste ganz oben gestanden hätte.

Die Quote ist auf jedem dieser Märkte nach demselben Prinzip gebaut: ein Preis, eine implizite Wahrscheinlichkeit, eine Marge. Kombiwetten, also Wetten mit mehreren Voraussagen auf einem Wettschein, multiplizieren die Einzel­quoten zu einer Gesamtquote – das Produkt zweier Quoten 1.80 und 2.40 ergibt eine Gesamtquote von 4.32. Bei Sporttip wird der Gewinn aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote) zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Kombinationen steigt die Marge mit jeder weiteren Voraussage, weil auf jedem Bein ein Abschlag liegt, der sich zum Produkt multipliziert; sechs Beine zu je 5 % Marge ergeben am Ende eine kombinierte Marge, die deutlich über 30 % liegt.

Cash-Out bei Sporttip funktioniert für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine ausgeführte Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass der Markt zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung steht. Bei Cash-Out in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos die Wette mit Quote 1.00 werten, das heisst: Einsatz zurück, ohne Gewinn.

Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; Sporttip behält sich vor, bei spielentscheidenden Szenen ebenfalls auf Quote 1.00 zu gehen. Wer live auf ein Ereignis wettet, sollte den Zeitpunkt der Platzierung genau prüfen.

Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – zum Beispiel «Spanien gewinnt» und «Spanien gewinnt zu null» auf demselben Wettschein – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination versehentlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinations­wette für ungültig erklären und den Einsatz zurück­erstatten. Wer sein Wettschein selbst zusammenbaut, achtet auf den Knopf, mit dem er das tut.

Der Sporttip-Kombiboost ist ein Aufschlag auf den Nettogewinn: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn, sofern jede Voraussage Quote von mindestens 1.50 hat. Der Boost gilt nur online, für Prematch, Live und System­wetten, ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Quotenboosts und Profitboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, ebenfalls limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurück­bezahlt, in Kombinations­wetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Wer eine Siegerwette auf ein Team platziert hat, das später zurückzieht, hat die Wette ungültig – die Voraussage wird nicht einfach durch ein anderes Team ersetzt.

Die zwei zugelassenen Anbieterinnen im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt, was die zwei Anbieterinnen voneinander unterscheidet – nicht in den Quoten, sondern in den Regeln drumherum. Beide Anbieterinnen führen die Gespa-Liste; wer dort wettet, hat die volle Schweizer Regulierung hinter sich.

Anbieterin Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgerufene Lizenz
Swisslos Sporttip Ja (Bewilligung Gespa, BGS SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel – Veranstalter- und Spielbewilligung
Loterie Romande Jouez Sport Ja (Bewilligung Gespa, BGS SR 935.51) Société de la Loterie de la Suisse Romande – Veranstalter- und Spielbewilligung

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip und ist eine der beiden Veranstalterinnen, denen das interkantonale Recht Sportwetten erlaubt. Sporttip wird in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt – dieses Gebiet bildet zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer in der Romandie wohnt, kann kein Sporttip-Konto eröffnen, weil dort Loterie Romande zuständig ist.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinations­wette CHF 1’000, für eine System­wette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Limiten sind tief genug, um die Marge im Wochenbudget spürbar zu machen: wer mit CHF 1’000 das Maximum ausschöpft, riskiert an einem Wochenende bereits einen Verlust, der in der Grössenordnung der Monatsmiete liegt.

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungs­limite für jeweils 30 Tage möglich. Das sind Spielregeln, keine staatlichen Deckel – sie setzen die Person selbst in die Pflicht, ihre eigene Grenze zu ziehen, bevor sie überhaupt spielt.

Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Live-Wetten werden unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00.

Der Sporttip-Kombiboost ist online verfügbar: mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50, der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts und Profitboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, ebenfalls limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost.

Wer sich selbst aussperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Verdict: Swisslos Sporttip ist die Anbieterin für alle, die in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnen und einen vollständig regulierten Marktzugang suchen. Die Höhen-Caps für Einzel- und Kombiwetten liegen bei CHF 1’000 – wer mit hohen Einsätzen spielen will, stösst hier an die Decke, was bei einem Wochenende mit zehn Kombiwetten schnell erreicht ist. Für die grosse Mehrheit der Freizeitspieler ist die Limite kein Problem.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande ist die Veranstalterin für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Sie sitzt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne und betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, weil dort Swisslos zuständig ist.

Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500 – niedriger als bei Sporttip. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Das sind deutlich engere Grenzen als bei Sporttip; wer höhere Einsätze spielen will, kann das in der Romandie nicht über Jouez Sport.

Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Verdict: Loterie Romande Jouez Sport ist die Anbieterin für alle, die in der Westschweiz wohnen. Die Höhen-Caps liegen mit CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette unter Sporttip – wer höhere Einsätze gewohnt ist, kann hier nicht mithalten, aber die grosse Mehrheit der Freizeitspieler kommt mit dieser Limite aus. Das Verkaufsstellen­netz mit 2’350 Stellen ist eine eigene Klasse: wer am Schalter spielen will, findet in der Romandie kaum eine Strasse ohne Loterie Romande.

Ausländische Anbieterinnen ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Anbieterinnen sind in der Schweiz nicht zugelassen. Sie besitzen keine Schweizer Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Ausschluss­register angeschlossen und bieten keinen Schweizer Rekursweg. Sie sind aufgeführt, weil Schweizer Spielende sie im Internet finden und die Gespa sie explizit auf der Sperrliste führt. Wer dort ein Konto eröffnet, spielt ohne den Schutz des BGS; Einsätze und Gewinne können in einem Strafverfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Stelle, die bei Streit hilft.

Anbieterin Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgerufene Lizenz
Rollbit Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bruce Bet Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetLabel Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betscore Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betovo Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
ZotaBet Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
AmunRa Keine (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz nicht etabliert – keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Diese acht Marken sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spielende auf sie stossen, nicht weil sie eine Alternative zum Schweizer Markt wären. Sie haben keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Rekursstelle und keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden – die Sperrung ersetzt nicht die eigene Vorsicht. Wer ein Konto bei einer dieser Marken eröffnet, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner.

Was eine Siegerwette kostet: die Rechnung hinter der Quote

Eine Siegerwette zahlt im Gewinnfall den Einsatz multipliziert mit der Quote, bei Kombinationen multipliziert mit der Gesamtquote (dem Produkt der Einzel­quoten). Wer CHF 100 auf Quote 6.00 setzt, erhält bei einem spanischen Titel CHF 600 zurück; der Nettogewinn ist CHF 500.

Die Rechnung dahinter: bei einer Siegerquote von 6.00 steckt in der impliziten Wahrscheinlichkeit von 16.7 % bereits der Buchmacher­abschlag. Wer den «fairen Preis» sucht, müsste eine höhere Quote bekommen, als 1 geteilt durch die tatsächliche Wahrscheinlichkeit des Siegers ergibt. Die Differenz ist die Marge. Bei einer ausgeglichenen Wette mit zwei Ausgängen zu Quote 1.90 gegen 1.90 – zwei Teams mit gleicher Siegchance – liegt die Auszahlungs­quote bei rund 0.95, die Marge also bei rund 5 %. Bei einem Markt mit klarer Favoriten­struktur – 1.40 gegen 5.50 – liegt die Auszahlungs­quote tiefer, die Marge entsprechend höher. Bei einer Siegerwette mit zwölf bis sechzehn Teams liegt die kombinierte Marge regelmässig im Bereich von 15 % bis 30 %, weil auf jedem Pfad ein Abschlag liegt, der sich summiert.

Die Marge ist ein statistischer Mittelwert. Sie sagt nichts darüber, was bei einer einzelnen Wette passiert, sondern darüber, was über viele Wetten im Mittel herauskommt. Wer über ein ganzes Turnier hinweg auf verschiedene Sieger setzt, zahlt im Mittel den Anteil der Marge. Wer nur eine Wette auf einen Aussenseiter platziert, kann sehr viel mehr oder sehr viel weniger verlieren – die Marge ist nur der erwartete Wert des Verlusts im Mittel.

Wer die Marge schätzen will, addiert die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge und zieht 100 ab. Bei einem Turnier mit sechzehn Teams und einer mittleren Siegerquote von etwa 6.00 liegt die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten deutlich über 100 – meist um 115 bis 130, also 15 % bis 30 % Marge. Wer auf einem solchen Markt wettet, wettet gegen einen Gegner, der zwischen 15 und 30 Cent pro Franken einbehält.

Was Siegerquoten über das Turnier verraten – und was sie nicht

Die EM 2024 in Deutschland hat Spanien gegen England im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion 2:1 gewonnen – der vierte EM-Titel für Spanien. Sechs Spieler haben je drei Tore erzielt: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz; insgesamt haben 2’681’288 Zuschauer die 51 Spiele gesehen. Die nächste EM findet 2028 statt, mit 24 Nationen, Eröffnungs­spiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Sechs Vierergruppen, K.-o.-Phase ab Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli), Finale am 9. Juli 2028; ein Spiel um Platz 3 findet nicht statt.

Die Auslosung der Qualifikations­gruppen findet am 6. Dezember 2026 in Belfast statt: zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams, die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Erst danach stehen die Quoten der Anbieterinnen auf einer neuen Basis – wer vorher wettet, wettet auf eine Auslosung, die noch nicht stattgefunden hat.

Die erste EM fand 1960 statt, seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16. Spanien ist Rekordsieger, Deutschland hat drei Titel (1972, 1980, 1996), Cristiano Ronaldo ist Rekordtorschütze mit 14 Toren. Die UEFA veranstaltet das Turnier alle vier Jahre. Wer eine Wette auf den nächsten Europameister platziert, wettet auf ein Ereignis, das in der Statistik viele Vorgänger hat – aber jeder Vorgänger lief anders, als die Quoten vor dem Turnier vermuten liessen.

Wie Gewinne besteuert werden

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommens­steuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und darüber hinaus besteuert. Der Bund hat die Schwelle ab 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 festgesetzt (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle liegt teilweise anders, also je nach Kanton. Wer den Freibetrag überschreitet, zahlt 35 % Verrechnungs­steuer, die der Veranstalter direkt abzieht; sie lässt sich über die Steuererklärung zurückfordern. Wer den Freibetrag nicht überschreitet, zahlt weder Einkommens­steuer noch Verrechnungs­steuer auf den Gewinn. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz.

Gewinne von ausländischen Anbieterinnen unterliegen keiner Schweizer Verrechnungs­steuer. Die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer aus einer ausländischen Wettetrie Gewinne bezieht, fragt seinen Steuer­berater oder die kantonale Steuer­verwaltung – eine pauschale Aussage zur Besteuerung lässt sich nicht machen.

Wer wo spielen kann

Die Vertragsgebiete sind getrennt. Wer im Swisslos-Gebiet wohnt – Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein – kann ein Sporttip-Konto eröffnen; wer im Loterie-Romande-Gebiet wohnt – Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura – kann ein Jouez-Sport-Konto eröffnen. Wer an der Sprachgrenze wohnt und seinen Wohnsitz wechselt, muss das Konto bei der bisherigen Anbieterin schliessen und ein neues bei der anderen eröffnen – die Wohnsitzprüfung ist Teil der Online-Registrierung.

Die Verkaufsstellen sind das andere Standbein. Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz; Swisslos hat in seinem Gebiet ein vergleichbares Netz. Wer keinen Online-Zugang will oder will, spielt am Schalter – die Mindesteinsätze sind dort zum Teil höher (bei Jouez Sport CHF 3 an der Verkaufsstelle gegenüber CHF 2 online), aber die Hürde zur Registrierung entfällt. Wer am Schalter spielt, muss sich ausweisen und kann dort auch Verlust­limiten setzen.

Häufige Fragen

Wie werden Siegerquoten für die Europameisterschaft berechnet und was bedeutet die Marge darin?

Eine Siegerquote ist eine implizite Wahrscheinlichkeit: 6.00 entspricht 16.7 %, 4.50 entspricht 22.2 %, 12.00 entspricht 8.3 %. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Sieger, kommt nicht 100 heraus, sondern ein Überschuss – die Marge. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 gegen 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 0.95, die Marge also bei rund 5 %. Bei einer Siegerwette mit zwölf bis sechzehn Teams liegt die kombinierte Marge häufig zwischen 15 % und 30 %, weil auf jedem Pfad ein Abschlag liegt.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die letzte EM fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt; Spanien besiegte England im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion 2:1 und gewann den vierten Titel. Die nächste EM findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, Eröffnungs­spiel in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Eine Europameisterschaft im Jahr 2026 findet nicht statt – das Turnier wird alle vier Jahre ausgetragen.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt dazu die Gespa-Liste?

Ja, beide Adern zugelassenen Schweizer Veranstalterinnen bieten Siegerwetten an, soweit die jeweilige Ausgabe in der Gespa-Liste zugelassener Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) aufgeführt ist. Die Liste ist geschlossen: Frauen­wettbewerbe nur, wenn gelistet, Qualifikations­runden nur, wenn gelistet, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Eckball- oder Kartenmärkte fehlen, eine Esports-Sektion fehlt ebenfalls. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden.

Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1 geteilt durch die Quote, also bei 6.00 rund 16.7 %. Wer mehrere Quoten einer Siegerliste zusammenaddiert, bekommt eine Summe deutlich über 100 – der Überschuss ist die Marge, die der Buchmacher im Mittel einbehält. Eine faire Wette ohne Marge hätte Quoten, deren implizite Wahrscheinlichkeiten genau 100 ergeben.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?

Der Einsatz bleibt über das gesamte Turnier gebunden, bei Siegerwetten also über Wochen oder Monate. Eine vorzeitige Auszahlung ist nur über das Cash-Out der Veranstalterin möglich: bei Sporttip für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, wobei nur ein vollständiges Cash-Out möglich ist; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich oder je nach Kanton?

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum bundesrechtlichen Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommens­steuerfrei (CHF 1’071’000 ab 1.1.2026, CHF 1’070’400 im Jahr 2025); die kantonale Schwelle liegt teilweise anders, also je nach Kanton. Wer den Freibetrag überschreitet, zahlt 35 % Verrechnungs­steuer, die der Veranstalter direkt abzieht und die sich über die Steuererklärung zurückfordern lässt. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht. Gewinne ausländischer Anbieterinnen sind nicht verrechnungs­steuer­pflichtig; im Kanton Thurgau werden sie als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig vom Betrag.

Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»