Was ein Value-Rechner für Sportwetten in der Schweiz tatsächlich zeigt
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Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) und das Reglement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).
Ein Value-Rechner ist ein Werkzeug, kein Urteil. Er nimmt eine Quote und eine Wahrscheinlichkeit und zieht daraus eine Zahl, die heisst, ob die Quote über dem liegt, was das Ereignis «wert» ist. In der Schweiz ist das nicht ein beliebiges Spielzeug: Wer hier wettet, wettet bei einer von zwei Stellen, und jede dieser Stellen rechnet Gewinne nach eigenen Regeln aus. Hier erfahren Sie, wie die Rechnung entsteht, wo sie kippt, und was sie für jemanden bedeutet, der sie Woche für Woche vor einen Tippzettel hält.
Die beiden Schweizer Veranstalter im Überblick
Sportwetten in der Schweiz sind kein Markt mit zehn, zwanzig Anbietern und einer Werbeoffensive. Sie sind ein Markt mit zwei Veranstaltern, und das ist nicht Zufall, sondern die Folge der interkantonalen Vereinbarung. Wer hier wettet, wettet bei einem von beiden, und das Sortiment, die Einsatzgrenzen, die Verlustlimiten und die Sprache der Bedingungen sind bei beiden verschieden.

| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin |
|---|---|---|
| Sporttip | ja, Grossspiel-Bewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Jouez Sport | ja, Grossspiel-Bewilligung (BGS) | Loterie Romande, Lausanne |
| Betscore | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| Duelbits | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| Rabona | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| bet-at-home | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| Interwetten | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| BDMBet | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betify | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
| MrXbet | nein | ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz |
Die Tabelle trägt zwei Spalten, die nicht dasselbe sagen. «Schweizer Bewilligung» heisst: Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa, Zugang zum schweizweiten Ausschlussregister, Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen, Werbung innerhalb der Grenzen von Art. 74 BGS. «Veranstalterin» heisst: wer hinter dem Produkt steht und in welchem Kanton der Sitz liegt. Bei den ausländischen Marken ohne Bewilligung gilt beides nicht. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), und das hat Folgen, die im Abschnitt zur Rechtslage stehen.
Sporttip bedient die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer online ein Konto eröffnen will, muss im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin wohnen, volljährig sein, eine Spielbestätigung haben und darf nicht im Ausschlussregister stehen. Die Bedingungen für die Online-Teilnahme von Swisslos gelten seit dem 13. Januar 2025; das Reglement von Jouez Sport datiert auf September 2024. Beides sind Arbeitsgrundlagen, kein Werbeversprechen.
Was ein Value-Rechner überhaupt rechnet
Im Kern sind es zwei Formeln, die ein Value-Rechner verbindet. Die eine dreht die Quote in eine Wahrscheinlichkeit: implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.00 heisst 50 %, eine Quote von 1.50 heisst 66.7 %, eine Quote von 4.00 heisst 25 %. Wer das im Kopf rechnet, rechnet rückwärts, denn jede Quote ist eine versteckte Prozentzahl.
Die andere Formel vergleicht diese implizite Wahrscheinlichkeit mit einer eigenen Schätzung. Wer ein Spiel sieht und glaubt, die Heimmannschaft gewinnt zu 60 %, und der Markt gibt 2.00, dann liegt die Quote über dem Wert, und der erwartete Wert wird positiv. Wer glaubt, die Heimmannschaft gewinnt nur zu 40 %, und der Markt gibt immer noch 2.00, dann ist die Quote zu tief, und der erwartete Wert wird negativ. Der Rechner schreibt das als Zahl aus, üblicherweise als «Value» in Prozent oder als «Edge». Die Zahl ist eine Prognose über das Mittel vieler Wetten, kein Versprechen für die nächste.
Genau hier liegt die Grenze des Werkzeugs. Der Rechner ist so gut wie die Wahrscheinlichkeit, die hineingegeben wird. Eine Quote lässt sich exakt umrechnen, eine eigene Einschätzung nicht. Wer seine Trefferquote systematisch überschätzt – und das tun die meisten Wettenden, weil jedes Erlebnis im Gedächtnis mehr wiegt als jedes Auslassen – bekommt einen Value heraus, der gar keiner ist. Wer fünf Wetten pro Woche auf dem Zettel hat, gewinnt nicht, weil die Quote gut war, sondern weil am Ende fünf Treffer mehr als Nieten auf der Liste standen. Ein Value-Rechner kann das nicht messen, und ein Rechner, der es zu messen vorgibt, lügt.
Dazu kommt die Marge. Jede Quote enthält einen Anteil, den der Veranstalter für sich behält. Bei einem ausgeglichenen Zweiermarkt mit zwei Quoten 1.90 / 1.90 ist das einfach zu zeigen: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, also 95 % Auszahlungsquote und 5 % Marge. Bei 1.85 / 1.95 liegt die Auszahlungsquote tiefer, und ein Teil der Differenz ist Marge, der andere Teil ist die Information, die der Markt über das Ereignis hat. Wer einen Value sucht, sucht ihn gegen diese Marge an. Das Ergebnis ist eine Bandbreite, nicht eine Punktlandung: ein ausgeglichener Markt mit 5 % Marge lässt sich langfristig nur schlagen, wenn die eigene Schätzung im Mittel um mehr als 5 Prozentpunkte besser ist als die implizite. Das ist eine Schwelle, die die meisten Schätzungen nicht überschreiten.
Die Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Liste
Die Schweiz hat das Sportwettenrecht mit dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) neu geordnet, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Sportwetten zählen zu den Grossspielen, und Grossspiele brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht bei der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS), und die Kantone haben die Zahl der zugelassenen Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer lizenzierter Wettanbieter existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der Domains ausländischer Anbieter, die per DNS blockiert werden.

Was gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026), auf der Qualifikationsrunden nur dann stehen, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur dann, wenn sie gelistet sind, und Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wettbasis, Eckball- oder Kartenmärkte fehlen auf der Liste, und eine Esports-Sektion gibt es dort nicht. Wer auf ein Ereignis wettet, das nicht auf der Liste steht, wettet auf etwas, das hier nicht stattfinden darf.
Die Konsequenz für den Value-Rechner ist direkt: er rechnet mit den Quoten, die ein bewilligter Anbieter zeigt, und die bewilligten Anbieter zeigen nur Quoten zu Ereignissen, die auf der Liste stehen. Ausländische Anbieter zeigen mehr Märkte, dürfen in der Schweiz aber nicht bewerben (Art. 74 Abs. 3 BGS), und Werbung für sie kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft werden (Art. 131 BGS). Werbung ist hier nicht ein Randthema, sondern ein Verbotsbestand, der die Sichtbarkeit dieser Angebote in der Schweiz bewusst klein hält. Werbung machen heisst in diesem Markt: zwei Veranstalter bewerben ihre Produkte, und kein anderer.
Spielende müssen volljährig sein (Art. 72 BGS), ein Konto mit verifizierter Identität haben (Art. 47-52 VGS) und im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin wohnen. Die Verifizierung läuft über den hochgeladenen Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird, und wer im Ausschlussregister steht, wird abgewiesen. Das Ausschlussregister ist schweizweit und gilt auch für Casinos sowie für Online-Casinos, und es gilt im Fürstentum Liechtenstein. Eine Spielsperre kann 1 bis 180 Tage dauern, ohne vorzeitige Aufhebung, und eine unbefristete Spielsperre wird im Register eingetragen. Wer aus einer Sperre will, muss drei Monate warten und eine Fachstelle einbeziehen (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS).
Was die Werbung darf, ist ebenfalls geregelt. Art. 74 BGS verbietet aufdringliche oder irreführende Werbung sowie Werbung an Minderjährige oder gesperrte Personen. Freispiele oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS), und 2025 hat die Gespa der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solcher Zustimmungen erteilt. Werbung folgt damit einem anderen Muster als in Märkten, in denen Bonusangebote um Aufmerksamkeit konkurrieren. Hier treten die Veranstalter mit einem bewilligten Rahmen auf, und die Werbung, die darüber hinausgeht, ist im Inland gar nicht zugänglich.
Spielerschutz: was eine Rechnung nicht ersetzt
Ein Value-Rechner kann einen Vorteil ausweisen, und am nächsten Sonntag kann das Konto trotzdem tiefer stehen. Verlustserien sind die Regel, nicht die Ausnahme, und wer die Mechanik des Value versteht, versteht auch, warum. Der erwartete Wert ist ein Mittel über viele Wetten; die Streuung um dieses Mittel ist gross, und die psychologische Wirkung einer Pechsträhne ist grösser als die eines vergleichbaren Glückslaufs. Das hat mit dem Werkzeug nichts zu tun, aber es hat mit dem Werkzeuggebrauch zu tun.
Die Schweiz setzt die Schutzmechanik nicht bei einem fixen Einsatzlimit, sondern bei selbst gesetzten Limiten. Art. 87 VGS verlangt vom Veranstalter, dass eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste gesetzt werden. Die Senkung eines Limits gilt sofort, die Erhöhung erst nach 24 Stunden – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Bei Sporttip liegen die Obergrenzen für die Verlustlimiten bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000, und es gibt zusätzlich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Das ist das Sicherheitsnetz, das in der eigenen Kontoseite gesetzt wird, bevor die erste Wette platziert wird, und nicht erst nach dem ersten Verlust.
Eine Spielsperre ist die zweite Stufe. Wer sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperrt, kommt vor Ablauf nicht wieder rein, und wer eine unbefristete Sperre wählt, landet im Register. Das Register gilt schweizweit und für Casinos, und es gilt in Liechtenstein. Wer aus einer Sperre will, braucht eine Fachstelle und drei Monate Wartezeit. Das ist keine Schikane, sondern die Konsequenz daraus, dass eine selbst gewählte Sperre nur dann etwas nützt, wenn sie nicht im Affekt aufgehoben werden kann.
Die Konsequenz für den Rechner ist einfach: wer mit einem Rechner arbeitet, arbeitet mit einem Einsatzrahmen, und der Einsatzrahmen steht am Anfang, nicht am Ende. Wer sich vornimmt, einen positiven erwarteten Wert über zehn Wetten zu zeigen, aber keinen Einsatzrahmen gesetzt hat, hat die Hausaufgaben nicht gemacht. Die Rechnung baut auf der Annahme auf, dass man die Wetten, die sie ausweist, auch tatsächlich platziert – und genau das ist der Punkt, an dem ein Werkzeug in eine Falle kippt, wenn der Rahmen fehlt.
Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt, und das Ergebnis ist hier nüchtern zu nennen: in 47.5 % von 200 Fällen wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Wer den stationären Schutz als zuverlässig darstellt, beschönigt die Realität, und der Online-Schutz ist nicht automatisch strenger, nur weil er im Prozess leichter zu kontrollieren ist. Die Minderjährigen-Prüfung läuft online über die Identitätsprüfung; an der Verkaufsstelle läuft sie über das Personal. Beide Wege sind fehlbar, und der Selbstschutz im Konto ist der einzige, der konsequent greift.
Wettmärkte und Quoten: womit ein Rechner gefüttert wird
Ein Value-Rechner bekommt Quoten und soll daraus einen Wert machen. Welche Quoten er bekommt, hängt vom Marktangebot ab, und das Marktangebot in der Schweiz ist schmaler als in Märkten mit zwanzig Anbietern. Sporttip führt Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten und Livewetten. Kombiboost und Quoten- oder Profitboosts sind online nutzbar, mit eigenen Regeln. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung – Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Bei Livewetten zählt eine Wette unabhängig davon, ob sie live übertragen wird; Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs werden mit Quote 1.00 gewertet, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 bewerten.
Systemwetten sind im Sporttip-Angebot mit höheren Limits verbunden: der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, der für eine Systemwette bei CHF 10’000. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Wer eine Systemwette spielt, kann mehr riskieren, weil die Varianz einer Systemwette grösser ist und der Veranstalter die Verteilung anders steuert. Ein Value-Rechner muss das wissen, denn eine Systemwette ist nicht eine Kombiwette, deren Quoten sich multiplizieren, sondern ein ganzes Bündel möglicher Kombinationen, von denen einige treffen und andere nicht. Wer eine Systemwette mit einem Rechner für Einzelwetten bewertet, bewertet etwas anderes als das, was er spielt.
Bei Jouez Sport liegen die Limits enger: Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, Höchsteinsatz für einen Wettschein mit Multiples insgesamt CHF 7’500. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Das sind die Zahlen, an denen ein Rechner stösst, wenn er eine Wette als «wird angenommen» durchrechnet, und es sind die Zahlen, die bestimmen, wie viel «Value» ein Spiel überhaupt haben kann, bevor der Veranstalter mit seiner Marge daran zieht.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Wer zwei abhängige Voraussagen manuell kombiniert, dessen Kombinationswette kann Swisslos für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Konsequenz daraus, dass Korrelationen im Wettangebot nicht erlaubt sind; eine Quote auf «Heimsieg» und eine Quote auf «Heimsieg mit Handicap» haben eine starke Abhängigkeit, und die kombinierte Quote wäre nicht das Produkt der Einzelquoten, sondern tiefer. Der Bet-Builder ist die saubere Form, in der das Angebot funktioniert; ein Value-Rechner rechnet mit den Einzelquoten, nicht mit der abhängigen Kombination.
Die Quotenform in der Schweiz ist dezimal, und die Rechnung ist entsprechend. Eine Quote von 2.50 heisst 2.50 CHF Rückzahlung pro 1 CHF Einsatz, also 1.50 CHF Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen zur Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; das ist eine kleine Marge zugunsten des Veranstalters, die in einem Rechner leicht übersehen wird, wenn er ohne diese Rundung rechnet. Die Verlustfreude auf 5 Rappen genau ist ein Detail, das in einem durchschnittlichen Monat wenig ausmacht und in einem langen Zeitraum die Bilanz verschiebt.
Konsequenz für die Schweiz: was ein Rechner einem Wettenden hier sagt
Die Rechnung selbst ist die gleiche wie überall: Quote in Wahrscheinlichkeit, Wahrscheinlichkeit gegen eigene Schätzung, Marge des Marktes als Hürde. Was sich in der Schweiz verschiebt, sind die drei Punkte um die Rechnung herum. Erstens: das Wettangebot ist kleiner, weil die Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten kleiner ist, und der Value, den ein Rechner ausweist, gilt nur für die Wettmärkte, die ein Veranstalter hier anbietet. Zweitens: die Limits sind enger, und ein Rechner, der unbegrenzte Wetten annimmt, rechnet gegen die Realität, in der eine Einzelwette bei Sporttip maximal CHF 1’000 ist und bei Jouez Sport maximal CHF 500. Drittens: die Schutzmechanik ist aufgesetzt, bevor der Rechner zum Einsatz kommt – wer im Konto keine Verlustlimite gesetzt hat, hat die Rechnung schon vor der ersten Eingabe verloren.
Die Konsequenz für jemanden, der einen Value-Rechner ernst nimmt, ist ein doppelter Arbeitsschritt. Vor dem Tippzettel steht der Blick ins eigene Konto, in die gesetzte Limite und in die Frist, die eine Erhöhung kostet. Dann kommt die Rechnung: implizite Wahrscheinlichkeit, eigene Schätzung, Marge, Value. Was übrig bleibt, ist eine Wette oder keine. Wer das jeden Tag macht, wird nicht automatisch gewinnen, aber er wird weniger falsche Wetten platzieren, und das ist die einzige Grösse, die ein Rechner verändern kann.
Die Konsequenz für jemanden, der einen Value-Rechner als Eintrittskarte benutzt, ist eine andere. Wer glaubt, mit einem Rechner liesse sich das System schlagen, der übersieht die Marge, die in jeder Quote steckt, und die Varianz, die in jeder einzelnen Wette steckt. Die Rechnung ist eine über viele Wetten, und wer nur drei Wetten pro Monat platziert, für den ist die Rechnung eine Fiktion. Das Werkzeug verspricht nichts, und der Werkzeuggebrauch sollte das auch nicht.
Die Schweizer Veranstalter im Detail
Sporttip (Swisslos)
Swisslos hat den Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip ist das Produkt, unter dem die Sportwetten laufen. Die Sporttip-Spielregeln und Teilnahmebedingungen in der Version 4.2 sind die Arbeitsgrundlage, an der sich jede Wette messen lassen muss, und sie sind die einzige Quelle, an der die Limits und die Rechenregeln wirklich festzumachen sind. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, der für eine Systemwette bei CHF 10’000, der Mindesteinsatz bei CHF 1. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Wer in der Deutschschweiz wohnt, im Tessin oder in Liechtenstein, kann ein Konto eröffnen. Das Konto braucht einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, einen Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird, und es darf keine Spielsperre bestehen. Vor der ersten Wette stehen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage: Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Senkung gilt sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden, plus eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Das ist das Sicherheitsnetz, mit dem Sporttip startet, und es ist die Stellschraube, an der jede Wettende selbst drehen kann.
Die Auszahlung läuft über das Swisslos-Wallet, das per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden kann (Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, ein Kauf nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt). Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Pro 365 Tage sind zwei Auszahlungen gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.
Für die Rechnung ist zentral, wie der Gewinnbetrag entsteht. Bei einer Einzelwette ist es Einsatz mal Quote, bei einer Kombination das Produkt der Einzelquoten, und das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Reihenfolge – erst Aufrundung, dann Abrundung auf 5 Rappen – ist kein Zufall, sondern Teil der Spielregeln. Wer einen Value-Rechner füttert, füttert ihn mit Quoten, aber die Auszahlung folgt diesen Rundungen, und die Differenz ist auf Dauer nicht null.
Verdikt. Sporttip ist die einzige Adresse für Sportwetten in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, und die Rechenregeln sind offen. Wer die Limits akzeptiert, mit dem verengten Marktangebot zurechtkommt und im Konto eine Verlustlimite setzt, bekommt das einzige vollständig konzessionierte Angebot, das die Schweiz hier zulässt. Wer mehr Märkte will, höhere Limits oder ein breiteres Live-Angebot, der ist hier an einer Wand, die das Gesetz meint.
Jouez Sport (Loterie Romande)
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Reglement Jouez Sport in der 17. Ausgabe datiert auf September 2024 und ist die Arbeitsgrundlage, an der sich jede Wette messen lassen muss.
Die Limits sind enger als bei Sporttip. Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, Höchsteinsatz für einen Wettschein mit Multiples insgesamt CHF 7’500. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer eine Wette ausserhalb dieser Grenzen platziert, hat schlicht keine Wette platziert.
Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, kann online ein Konto eröffnen. Die Identitätsprüfung folgt demselben Muster wie bei Swisslos: Wohnsitz im Vertragsgebiet, Ausweis, kein Eintrag im Ausschlussregister, volljährig. Wer die Wette in einer Verkaufsstelle abgibt, kommt mit dem Personal an der Kasse in Berührung, und die Gespa-Testkäufe 2025 haben gezeigt, dass 47.5 % der Testkäufe an Minderjährige gingen – das ist die Schwachstelle des stationären Schutzes, und sie ist unabhängig von der Veranstalterin.
Verdikt. Jouez Sport ist das Pendant zu Sporttip für die Romandie, mit ähnlicher Bewilligungslage, aber engeren Limits und einem kleineren Höchstgewinn. Wer in der Westschweiz wohnt und das Westschweizer Wettangebot nutzt, bekommt das konzessionierte Angebot, das die Schweiz hier zulässt. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann hier kein Konto eröffnen, und der Versuch, eines zu eröffnen, scheitert an der Wohnsitzprüfung.
Betscore, Duelbits, Rabona, bet-at-home, Interwetten, BDMBet, Betify, MrXbet
Diese acht Marken haben eines gemeinsam: sie haben keine Schweizer Bewilligung. Was an ihnen «Lizenz» heisst, kommt aus einem anderen Land – Curaçao, Malta, Deutschland, eine andere Jurisdiktion – und hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Was sie nicht haben, ist ebenso definiert: kein Zugang zum schweizweiten Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Rekursstelle, keine Auszahlung an ein Konto im eigenen Namen im Sinne von Art. 50 Abs. 2 VGS, kein Schutz durch die Spielsperre. Wer dort spielt, spielt auf einer Plattform, die in der Schweiz nicht zugelassen ist, und das hat Folgen, die im Abschnitt zur Rechtslage stehen.
Was die Marken anbieten, ist hier nicht zu bewerten, weil keine der Marken in der Schweiz beworben werden darf (Art. 74 Abs. 3 BGS, Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS) und die Bedingungen dieser Marken in der Schweiz nicht durchgesetzt werden können. Die Gespa führt eine Sperrliste, auf der Domains ausländischer Anbieter stehen, die per DNS blockiert werden; am Ende von 2025 waren 671 Domains auf der Liste. Interwetten und bet-at-home sind namentlich auf der Liste, bet365 ebenfalls. Eine Sperrliste ist kein Werbeverbot für den Spieler, aber sie ist ein Hinweis, dass die Aufsichtsbehörde diese Domains für unzulässig hält.
Verdikt. Wer in der Schweiz wettet, hat mit diesen Marken keinen Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Auszahlungspflicht. Was die Marken an Quoten, Märkten und Boni zeigen, ist nicht im Schweizer Recht abgesichert. Wer dort einzahlt, tut das ausserhalb des Schweizer Rahmens, und es gibt keine Schweizer Stelle, die das Geld zurückholt, wenn die Auszahlung klemmt. Das ist kein Verdikt über die Quoten oder die Bedienbarkeit, sondern über die Konsequenz: ein Gewinn aus einem ausländischen Anbieter ist in einigen Kantonen anders zu versteuern als ein Gewinn aus einem Schweizer Anbieter, und das ist eine Grösse, die ein Value-Rechner nicht abbildet.
Was die Marge für die Rechnung bedeutet
Ein Value-Rechner zeigt einen erwarteten Wert. Die Marge des Marktes ist der Teil davon, der beim Veranstalter bleibt, und sie ist die Hürde, die ein Value erst überspringen muss, bevor er einer ist. In einem ausgeglichenen Zweiermarkt – Mannschaft A gewinnt, Mannschaft B gewinnt, ohne Unentschieden – und zwei Quoten 1.90 / 1.90 ist die Rechnung einfach: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, Marge = 1 − 0.95 = 0.05, also 5 %.
Was das in einer Bandbreite heisst: bei einem angenommenen, ausgeglichenen Markt liegt die Marge bei rund 5 %, wenn die Quoten symmetrisch bei 1.90 stehen. Bei asymmetrischen Quoten verschiebt sich die Marge, und ein Teil der Verschiebung kommt daher, dass der Veranstalter das Risiko ungleich gewichtet. Die Bandbreite, in der die Marge eines typischen Schweizer Marktes liegt, ist nicht eng, weil das Wettangebot Sportarten und Wettbewerbe abdeckt, die unterschiedlich liquide sind. Ein Markt im Champions-League-Viertelfinale hat eine andere Marge als ein Markt in der Schweizer Super League am frühen Sonntagnachmittag. Wer einen Value sucht, sucht ihn gegen die Marge des konkreten Marktes, nicht gegen eine angenommene.
Die Marge ist der Preis, den der Wettende für die Dienstleistung des Veranstalters zahlt, und sie ist nicht verhandelbar. Wer mit einem Value-Rechner gegen eine Marge von 5 % antritt, muss im Mittel um mehr als 5 Prozentpunkte besser sein als die implizite Wahrscheinlichkeit, und das ist eine Schwelle, die die meisten Schätzungen nicht übertreffen. Wer mit einem Value-Rechner gegen eine Marge von 8 % antritt, braucht entsprechend mehr. Die Rechnung wird nicht einfacher durch ein grösseres Wettangebot, sondern die Marge eines schlechteren Marktes ist höher, weil weniger Aufwand auf die Quoten verwendet wird.
Häufige Fragen zum Value-Rechner für Sportwetten
Was genau macht ein Value-Rechner, und welche Angaben verlangt er?
Ein Value-Rechner nimmt eine Wettquote und eine eigene Wahrscheinlichkeit für das Ereignis und vergleicht beide. Er rechnet die Quote in eine implizite Wahrscheinlichkeit um, zieht die Marge des Marktes ab und stellt das Ergebnis als erwarteten Wert dar. Wer die Rechnung füttern will, braucht Quote, eigene Schätzung und die Marge des Marktes – und die Bereitschaft, die eigene Schätzung regelmässig an der Realität zu prüfen.
Wie wird die implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote berechnet?
Die Formel ist 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Was die implizite Wahrscheinlichkeit vom tatsächlichen Markteinschätz trennt, ist die Marge, und ein Rechner, der nur 1 ÷ Quote ausgibt, lässt die Marge aussen vor. Wer das ernst nimmt, zieht die Marge ab, bevor er vergleicht.
Wie wird die Marge des Anbieters aus den Quoten eines Ereignisses sichtbar?
Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quote_n) über alle Ausgänge des Marktes, und die Marge ist 1 minus die Auszahlungsquote. Bei 1.90 / 1.90 in einem Zweiermarkt ergibt das 0.95 Auszahlungsquote und 0.05 Marge, also 5 %. Bei mehr Ausgängen oder asymmetrischen Quoten verschiebt sich die Zahl, und die Marge ist nicht über alle Märkte gleich.
Warum ist das Ergebnis eines Rechners nur so gut wie die eingegebene Wahrscheinlichkeitsschätzung?
Weil die Rechnung deterministisch ist: sie nimmt zwei Zahlen und gibt eine dritte aus. Die Quote steht fest, die Marge steht fest, und die einzige Grösse, die der Wettende beeinflusst, ist die eigene Schätzung. Wer die Trefferquote systematisch überschätzt, gibt eine zu hohe Wahrscheinlichkeit ein und bekommt einen Value heraus, der keiner ist. Die Rechnung kann so gut sein wie die Disziplin, mit der die Schätzung gepflegt wird.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie wird er bei Sporttip gerundet?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette das Produkt der Einzelquoten, also Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Reihenfolge – Aufrundung, dann Abrundung – ist Teil der Spielregeln, und ein Value-Rechner, der ohne diese Rundung rechnet, übersieht auf Dauer einen kleinen, aber systematischen Abzug.
Welche Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport, und wie lassen sich Verlustlimiten setzen?
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, der Höchsteinsatz für einen Wettschein mit Multiples insgesamt CHF 7’500. Verlustlimiten setzt jede Person selbst im Konto: bei Sporttip für 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Wer ohne gesetzte Limite spielt, hat die Rechnung schon vor der ersten Eingabe verloren.
Quoten – wettenzahlungch
Inhalt erstellt vom Team «wettenzahlungch»
